: Jessika Piechocki
: Bürgerliche Geselligkeit und Bildung um 1800 August Hermann und Agnes Wilhelmine Niemeyer in Halle
: Harrassowitz Verlag
: 9783447392938
: Hallesche Forschungen / Im Auftrag der Franckeschen Stiftungen zu Halle
: 1
: CHF 60.50
:
: Neuzeit bis 1918
: German
: 449
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Der weithin bekannte Pädagoge, Schriftsteller und Erziehungstheoretiker August Hermann Niemeyer (1754-1828) wirkte als Direktor der Franckeschen Stiftungen und Kanzler der Universität in Halle an der Saale. Mit seiner Frau Agnes Wilhelmine Niemeyer, geb. Köpken (1769-1847), veranstalteten beide über viele Jahre häusliche Geselligkeiten, die für sie zu einem gemeinsamen Projekt wurden. Die Autorin fragt mit dem Verständnis von Bildung als 'gesellige Bildung' am Beispiel der Geselligkeiten der Niemeyers mikrohistorisch, praxeologisch und genderhistorisch, wie gesellige Bildung gedacht und mehr noch, wie sie gemacht wurde. Sie legt den Fokus auf eine Sonderform bürgerlicher Geselligkeit, die von Männern und Frauen gemeinsam gestaltet wurde. Das Haus der Niemeyers wird im Gegensatz zur zeitgenössischen Idee der 'Polarisierung der Geschlechtscharaktere' als eine dritte bzw. halböffentliche Sphäre gesehen. In dieser ergaben sich für die Frau des Hauses und dessen weibliche Gäste neue Handlungsmöglichkeiten, die qua zeitgenössischem Geschlechterentwurf so nicht vorgesehen waren.
Cover1
Titelseiten2
Inhaltsverzeichnis6
Danksagung10
1 Einleitung12
1.1 Forschungsgegenstand12
1.2 Forschungsstand und Quellenlage28
1.2.1 Geselligkeit innerhalb der historischen Bürgertumsforschung28
1.2.1.1 Dominanz struktur- und ideengeschichtlicher Ansätze28
1.2.1.2 Historisch-anthropologische Neuorientierung der Bürgertumsforschung33
1.2.1.3 Kategorie ›Kultur‹ in der Bürgertumsforschung42
1.2.1.4 Bedeutung der Geselligkeit für die Entstehung des Bürgertums45
1.2.1.5 Kategorie Gender im Prozess der Verbürgerlichung49
1.2.2 Biographie August Hermann Niemeyers53
1.2.2.1 Biographische Forschungen53
1.2.2.2 Pädagogisch-historiographische Arbeiten55
1.2.3 Biographie Agnes Wilhelmine Niemeyers, geb. Köpken58
1.2.4 Quellenlage60
1 .3 Forschungsansatz62
1.3.1 Bürgerlichkeit als kulturelle Praxis62
1.3.2 Mikrogeschichte, Kontextualisierung und Raumgeschichte70
1.3.3 Quellenkritik von Ego-Dokumenten74
1.3.3.1 Der Brief als historische Quelle77
1.3.3.2 Die Autobiographie als historische Quelle81
1.3.3.3 Ego-Dokumente als kulturelle Praktik84
2 Bildungsprojekt und Bildungsprogramm – die Biographie Agnes Wilhelmine Köpkens (1769–1786)88
2.1 Die Elterngeneration: Friedrich (1737–1811) und Agnete Charlotte von Köpken, geb. Reimers (1745–1791)88
2.1.1 Friedrich und Agnete Charlotte von Köpken: Zwei Bilder88
2.1.2 Friedrich von Köpken (1737–1811)90
2.1.3 Agnete Charlotte von Köpken, geb. Reimers (1745–1791)97
2.2 Erziehung und Bildung im Haus am Fürstenwall98
2.2.1 Kindheit im Hause Köpken98
2.2.2 Höhere Töchtererziehung im Hause Köpken115
3 Traditionslinien und Bildungspfade – die Biographie August Hermann Niemeyers (1754–1786)122
3.1 Die Elterngeneration: Johann Conrad Philipp Niemeyer (1711–1767) und Auguste Sophie Niemeyer, geb. Freylinghausen (1717–1763)122
3.1.1 Johann Conrad Philipp Niemeyer (1711–1767)122
3.1.2 Auguste Sophie Niemeyer, geb. Freylinghausen (1717–1763)127
3.2 August Hermann Niemeyer: Zwischen protestantischem Pfarrhaus und gebildeten Geselligkeiten132
3.2.1 Aufwachsen im protestantischen Pfarrhaus132
3.2.2 Die Jugendjahre August Hermann Niemeyers143
3.2.2.1 Sophie Antoinette Lysthenius, geb. von Wurm (1709–1790): Ein Bild143
3.2.3 Im Haus der Pflegemutter Sophie Antoinette Lysthenius143
3.2.4 Bildung und Geselligkeit auf dem Pädagogium Regium147
3.2.5 August Hermann Niemeyer als junger Gelehrter154
4 August Hermann Niemeyer und Agnes Wilhelmine Köpken: Kennenlernen im Umfeld gebildeter Geselligkeiten162
4.1 Gebildete Geselligkeiten im Magdeburger Umfeld162
4.2 Agnes Wilhelmine Köpken im Umfeld bildender Geselligkeiten176
4.3 Die Eheanbahnung zwischen Agnes Wilhelmine Köpken und August Hermann Niemeyer182
4.4 Höhere Töchtererziehung in der Pädagogik August Hermann Niemeyers199
5 Gesellige Bildung – gebildete Geselligkeit bei August Hermann und Agnes Wilhelmine Niemeyer214
5.1 August Hermann und Agnes Wilhelmine Niemeyer: Zwei Bilder214
5.2 Zeitgenössisches Nachdenken über Geselligkeit217
5.2.1 Definitionen von Geselligkeit in zeitgenössischen Lexika217
5.2.2 Adolph Freiherr von Knigge: Ueber den Umgang mit Menschen (1788)224
5.2.3 Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher: Versuch einer Theorie des geselligen Betragens (1799)231
5.3 Die ›Niemeyerei‹239
5.3.1 August Hermann und Agnes Wilhelmine Niemeyer im geselligen Halle um 1800239
5.3.2 Das Wohnhaus246
5.3.3 Eintritt und Ausschluss265
5.4 Praktiken gebildeter Geselligkeit277
5.4.1 Briefe schreiben277
5.4.2 Spazieren und Natur genießen287
5.4.3 Musizieren299
5.4.4 Tanzen313
5.4.5 Lesen319
5.5 August Hermann und Agnes Wilhelmine Niemeyer in ihren Rollen in den häuslichen Geselligkeiten343
6 Zusammenfassung: Kulturelle Praktiken in der gebildeten Geselligkeit360
7 Anhang372
7.1 Genealogische Tafel der Familie Niemeyer372
7.2 Abkürzungsverzeichnis und Siglen374
7.3 Verzeichnis der Abbildungen374
8 Quellen- und Literaturverzeichnis376
8.1 Quellenverzeichnis376
8.1.1 Ungedruckte Quellen376
8.1.2 Gedruckte Quellen379
8.2 Literaturverzeichnis399
9 Register438
9.1 Personenregister438
9.2 Ortsregister448