: Chris Ryan
: KOPFGELD (Extreme 3) Thriller
: Luzifer Verlag
: 9783958357266
: Extreme
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 364
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Chris Ryans Extreme - extreme Action, extremes Tempo, extreme Sprache. Seiner Vergangenheit kann niemand entkommen. Keiner weiß das besser als Ex-SAS-Soldat John Bald. Als die Firma ihn in Kasachstan aufgreift und ihm verspricht, noch einmal von vorn anfangen zu können, willigt er zögerlich ein, an die Frontlinie zurückzukehren. Seine Mission: einen flüchtigen russischen Oligarchen namens Viktor Klich aufspüren. Klich weiß zu viel, und Bald muss sich beeilen, damit der russische Geheimdienst ihn nicht zuerst erwischt. Was als einfacher Coup beginnt, verwandelt sich in einen brutalen Kampf ums überleben. Bald folgt Klichs Spuren von den gewalttätigen Straßen in Caracas über die Glamourwelt Dubais bis in die französischen Alpen, und wird schnell vom Jäger zum Gejagten ... ????? »Niemand versetzt Sie besser mitten in die Action als Ryan.« - EVENING STANDARD Chris Ryan, ehemaliger SAS-Elitesoldat und Erfinder der erfolgreichen TV-Serie »Strike Back«, befördert Sie mit seiner Extreme-Reihe direkt ins explosive Geschehen. Seine Bücher sind atemlose Actionkost - schonungslos, realistisch und knallhart.

Chris Ryan, geboren 1961 in Newcastle, diente über zehn Jahre im Special Air Service (SAS), der berühmten Spezialeinheit der britischen Armee. In dieser Zeit nahm er an dutzenden offiziellen Einsätzen sowie Geheimoperationen teil und befehligte eine Gruppe Scharfschützen einer Anti-Terror-Einheit. Während des Golfkriegs überlebte er als einziger seines achtköpfigen Teams die Flucht aus dem Irak, drei seiner Kameraden wurden bei der Flucht getötet, die anderen vier gefangen genommen. Die Flucht war die bislang längste in der Geschichte des SAS, und Ryan wurde dafür mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. In seinen letzten beiden Dienstjahren kümmerte sich Ryan um die Ausbildung potenzieller Rekruten für den Dienst bei der SAS. In dem Bestseller The One that got away schrieb Ryan über seine Erlebnisse im Einsatz. Das Buch wurde unter dem Titel Todeskommando Irak verfilmt. Von Chris Ryan sind drei weitere Sachbücher erschienen, fünfzehn Bestseller-Romane sowie eine Jugendbuchserie.

Kapitel 2


 

19:07 Uhr

 

Bald zählte zwei von ihnen.

Sie kamen auf sechs Uhr von Hay aus gesehen in Sichtweite. Tauchten aus dem Lagerhaus auf und stürmten auf den Niva zu. Auch diese beiden trugen Fußball-Trainingsanzüge. Der Kerl auf der linken Seite trug die Farben der türkischen Nationalmannschaft: rot und weiß, mit dem orientalischen Halbmond auf dem Rücken. Er besaß einen kahlrasierten Kopf, der eine faltige Kopfhaut offenbarte, und die Art von Statur, die auf ernsthaften Steroidmissbrauch hindeutete. Der Kerl auf der rechten Seite trug die deutschen Nationalfarben und hatte ein Gesicht wie ein Sack Kies. Beide waren mit PP-200-Maschinenpistolen bewaffnet, die mit Laseroptiken und taktischen Lampen an den Picatinny-Schienen ausgerüstet waren. Sie sahen wie zwei ehemalige Soldaten aus, die gerade einen Textildiscounter ausraubten.

»Wer ist das?«, fragte Saakje. Sie kauerte zwischen den beiden vorderen Sitzreihen.

»Keinen verdammten Schimmer«, antwortete Bald. »Aber ich weiß, dass Hay gerade in eine Falle getappt ist.«

Saakje runzelte die Stirn. Irgendwo hinter ihrem Marihuana-getrübten Schleier dämmerte ihr, dass das nichts Gutes bedeutete.

Hay drehte sich zu den Angreifern um, die auf sechs Uhr auf ihn zustürmten. Er warf einen Blick zu Testikel zurück. Der Kasache zuckte mit den Schultern und grinste entschuldigend, Hay aber blieb wie angewurzelt stehen und sein Hippie-Gehirn versuchte verzweifelt zu verstehen, was sich hier gerade abspielte.

Das versuchte er auch noch, als die Türkei ihre PP-2000 auf seinen Oberkörper richtete.

Dann kapierte er es.

Und versuchte, sich aus dem Staub zu machen.

Er kam keine zwei Meter weit, bis eine Flammenzunge gierig aus der PP-2000 schlug, drei heiße 9x18-mm-Parabellum-Geschosse aus dem Lauf zischten und seinen Knöchel zertrümmerten. Er stürzte zu Boden und umklammerte seinen Knöchel, aus dem das Gelenk wie ein Holzsplitter herausragte. Sein ganzer Körper zitterte. Hinter sich konnte Bald Saakje wimmern hören. Brasilien stolzierte zu Hay hinüber. Bei dem Hippie angekommen blieb er stehen und blickte mit schief gelegtem Kopf neugierig auf ihn hinab. Hays Gesicht war schmerzverzerrt. Brasilien trat Hay auf die Brust und ließ die Mündung seiner Saiga-12 von dem zertrümmerten Knöchel bis zu dem Punkt zwischen seinen Augen wandern. Dann ließ er die Saiga wieder hinabwandern, bis zu seinen Eiern.

Und drückte ab.

Die Schrotflinte bellte. Hay zuckte zusammen. Ein großer, dunkelroter Fleck erschien auf seiner Jeans. Dort, wo sich seine Männlichkeit hätte befinden sollen, war nun ein unansehnliches, wertloses Loch. Eine braune Lache breitete sich rasch unter ihm aus. Brasilien lachte, weil Hay die Kontrolle über seinen Darm verloren hatte. Er tätschelte Hays Kopf und wuschelte ihm durch die Haare. Bald sah, wie sich Deutschland ebenfalls Hay näherte und seine PP-2000 sinken ließ. Er zielte auf seinen Kopf.

Aber Deutschland schoss nicht.

Stattdessen hob er die Waffe wieder und richtete sie auf einen Punkt südlich des Niva. Türkei folgte seinem Beispiel.

Ihre PP-2000 zielten direkt auf den Wohnwagen.

»Baby, was …?«

In Panik drückte Bald Saakjes Kopf zwischen ihre Beine und duckte sich neben ihr hinter das Armaturenbrett. Zwei Kugeln donnerten durch die Luft und schlugen in die Seite des Wohnmobils ein. Das kreischende Geräusch von Metall, das Metall zerfetzte, klingelte Bald in den Ohren. Die Kugeln prallten von dem Sperrholzfurnier im hinteren Teil des Wohnwagens ab, wo Saakje keine dreißig Sekunden zuvor noch gesessen war.

Bald hörte, wie sich zwei weitere Schüsse aus den PP-2000 lösten. Die Kugeln schlugen in die Windschutzscheibe ein und ließen das Wohnmobil erzittern. Dann hörte er, wie die Scheibe zersplitterte und als Kaskade aus Glasscherben auf seinen Hinterkopf hinabregnete.

Und dann, als wäre nichts gewesen, hörten die Schüsse auf. Bald spähte über das Armaturenbrett. Durch die zersplitterte Scheibe konnte er Deutschland und Türkei erkennen. Sie riefen Testikel und Brasilien etwas zu. Testikel befand sich zehn Meter zu ihrer Rechten. Er eilte zur Fahrerseite des Mazda und winkte seinen Kumpanen verzweifelt zu, ihm zu folgen. Erst viel zu spät real