: Karin Klasen
: Der Geschmack des Lebens
: Books on Demand
: 9783756254736
: 1
: CHF 4.80
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dieses Buch kann zu unterschiedlichen emotionalen Anlässen zur Hand genommen werden. Es ist keinem bestimmten Genre zugeordnet. Vielmehr beinhaltet es Leichtes, Nachdenkliches, etwas zum Schmunzeln, sowie Winter- und Weihnachtliches. Eine literarische Text-Auswahl, in der für verschiedene Stimmungen etwas zu finden ist. Erfreuen Sie sich an der Zusammenstellung dieses erfrischenden Text-Buffets.

Die Zeit immer wieder still stehen lassen, um in Ruhe schreiben zu können, ist mehr als herrlich! Ohne jeglichen Zeitdruck, ohne Daumenschrauben, schreibe ich über das, was mich bewegt und von dem ich überzeugt bin. Meine Texte erzählen von Empfindungen, die auf Erlebnissen beruhen. Schwierige Themen versuche ich, ohne sie zu beschönigen, in leichte Worte zu fassen. Ich schreibe aus Überzeugung, bin also Wiederholungstäterin. Es gibt unendlich viele Dinge, die mich interessieren, faszinieren und zum Träumen bringen. Mein Leben beinhaltet, was ich herrlich finde, viele Nischen und Winkel, in denen es von Ideen und Um-setzungsmöglichkeiten nur so wimmelt. Über die Vielfältigkeit des Lebens staunend, werde ich nicht müde zu hinterfragen und nachzuforschen. Ob nun ein Text traurig, sorgenvoll, oder voll Hoffnung ist, ich bin in jeder Zeile zu finden! Die Bereitschaft meine Gedanken, viele meiner Gefühle und Erfahrungen preiszugeben, verstärkt meine Freude am Schreiben. Mit dem nötigen technischen Know-how, werde ich das tun, solange es mir und meinen Lesern Freude bereitet. Von meinem instabilen Sehen lasse ich mich nicht einfach aufs Abstellgleis schieben. Unter anderem schrieb ich für den DBSV (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.) und die Pro Retina (Selbsthilfevereinigung für Menschen mit Netzhauterkrankungen). Außerdem sind meine Texte in bisher elf Anthologien zu finden.

Ausnahmezustand!


Eigentlich wollte ich seit zwei Stunden unterwegs sein. Doch mit einem Mal bekam Petrus schlechte Laune. Stürmen hat er es lassen und in Strömen regnen.

Endlich sieht er ein, dass zu einem Sommertag das dementsprechende Feeling gehört. Im Nu sind die Straßen wieder abgetrocknet und es kann losgehen. Mein beleibter Nachbar sitzt in seinem Hof auf der Bank und futtert, wie immer zum Frühstück, einen Hamburger. Damit ist der zahnlose Alte eine Weile beschäftigt. Ich mag seine liebenswürdig provinzielle Art und bleibe zu einem kurzen Gespräch stehen. Ein bisschen Smalltalk wird ihm gut tun. Gelegentlich scharren seine Füße gedankenverloren Steinchen zur Seite. Nach zehn Minuten steige ich ins Auto und fahre los.

An meinem Ziel angekommen, parke ich abseits vom Trubel, in einer Seitenstraße. Wie mit großem Pinsel auf die Leinwand geworfen, hebt sich in der Ferne ein Bergrücken vom Horizont ab. Neugierig beginne ich das unbekannte Stadtgesicht aus Stein und Natur zu erkunden. Der Stadtplan verrät mir, dass Straßen und Gassen sternförmig zum Marktplatz führen. Ich komme an einem Zuckerbäcker-Häuschen vorbei. Sein hellblauer Anstrich, die rosa umrandeten Fenster und kunstvollen Schnörkel über seiner Haustür, die an aufgespritzte Sahne erinnern, sind Touristenträume. Schon stehen sie Schlange – Schnappschüsse, versteht sich. Die daheim sollen schließlich sehen, was sie verpasst haben. Im schattigen Innenho