Eigentlich wollte ich seit zwei Stunden unterwegs sein. Doch mit einem Mal bekam Petrus schlechte Laune. Stürmen hat er es lassen und in Strömen regnen.
Endlich sieht er ein, dass zu einem Sommertag das dementsprechende Feeling gehört. Im Nu sind die Straßen wieder abgetrocknet und es kann losgehen. Mein beleibter Nachbar sitzt in seinem Hof auf der Bank und futtert, wie immer zum Frühstück, einen Hamburger. Damit ist der zahnlose Alte eine Weile beschäftigt. Ich mag seine liebenswürdig provinzielle Art und bleibe zu einem kurzen Gespräch stehen. Ein bisschen Smalltalk wird ihm gut tun. Gelegentlich scharren seine Füße gedankenverloren Steinchen zur Seite. Nach zehn Minuten steige ich ins Auto und fahre los.
An meinem Ziel angekommen, parke ich abseits vom Trubel, in einer Seitenstraße. Wie mit großem Pinsel auf die Leinwand geworfen, hebt sich in der Ferne ein Bergrücken vom Horizont ab. Neugierig beginne ich das unbekannte Stadtgesicht aus Stein und Natur zu erkunden. Der Stadtplan verrät mir, dass Straßen und Gassen sternförmig zum Marktplatz führen. Ich komme an einem Zuckerbäcker-Häuschen vorbei. Sein hellblauer Anstrich, die rosa umrandeten Fenster und kunstvollen Schnörkel über seiner Haustür, die an aufgespritzte Sahne erinnern, sind Touristenträume. Schon stehen sie Schlange – Schnappschüsse, versteht sich. Die daheim sollen schließlich sehen, was sie verpasst haben. Im schattigen Innenho