: Laurence Sterne
: Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Band Zwei Roman in vier Bänden
: apebook Verlag
: 9783961304967
: 1
: CHF 2.60
:
: Erzählende Literatur
: German
'Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman': Wie der Titel schon sagt, ist das Buch vordergründig Tristrams Erzählung seiner Lebensgeschichte. Doch neigt er dazu, Abschweifungen zu machen, um seiner Erzählung Kontext und Farbe zu verleihen, und zwar in dem Maße, dass er erst im zweiten Band seiner Lebensgeschichte bei seiner eigenen Geburt angelangt ist... Folglich sind neben Tristram als Erzähler die bekanntesten und wichtigsten Figuren des Buches sein Vater Walter, seine Mutter, sein Onkel Toby, Tobys Diener Trim und eine Reihe beliebter Nebenfiguren, darunter das Zimmermädchen Susannah, Doktor Slop und der Pfarrer Yorick, der später zu Sternes Lieblings-Pseudonym wurde. Der größte Teil der Handlung dreht sich um häusliche Unruhen oder Missverständnisse, die in den gegensätzlichen Temperamenten vom rationalen und sarkastischen Walter und dem sanften und gutmütigen Onkel Toby ihre komische Seite haben. Zwischen diesen Ereignissen findet sich Tristram als Erzähler wieder, der sich ausführlich über sexuelle Praktiken, Beleidigungen, den Einfluss von Namen und Nasen sowie über Geburtshilfe, Belagerungskrieg und Philosophie auslässt, während er darum kämpft, sein Material zu ordnen und die Geschichte seines Lebens zu beenden. Und wundern Sie sich nicht, wenn dabei auch mitunter Kapitel durcheinander geraten oder zunächst scheinbar vergessen werden... 'Tristram Shandy' ist der erste postmoderne Roman der Welt, entstanden etwa zweihundert Jahre, bevor überhaupt irgendeine postmoderne Theorie existierte. Lesen Sie eines der bedeutendsten Werke der Literaturgeschichte. Dies ist der zweite von insgesamt vier Bänden.

55. Kapitel.


Textus de Ecclesia Roffensi, per Ernulfum episcopum.

Excommunicatio.

(Da die Echtheit der obigen Beratung der Sorbonne über die Taufe von Einigen angezweifelt, von Anderen sogar bestritten wurde – so wurde für angezeigt gehalten, das Original dieser Excommunication abzudrucken, für deren Abschrift Herr Shandy dem Kapitelschreiber des Decanats und Kapitels von Rochester hier seinen Dank ausspricht.)

Ex auctoritate Dei omnipoten-

tis, Patris, et Filii, et Spiritus

sancti, et sanctorum canonum,

sanctaeque et intemeratae Virgi-

nis Dei genetricis Mariae –

Im Namen des Allmächtigen

Gottes, des Vaters, des Sohnes

und des heiligen Geistes, wie auch

der heiligen Kanons und der hei-

ligen und unbefleckten Jungfrau

Maria, der Mutter unseres Heilands. –

(Ich glaube, sagteDr. Slop, indem er das Papier auf seine Knie sinken ließ und sich gegen meinen Vater wendete, – es ist nicht notwendig, daß ich es laut lese. da Sie es selbst erst kürzlich gelesen haben, – und Capitain Shandy keine große Lust zu verspüren scheint es zu hören; – ich kann es also ebensogut für mich leise lesen. – So haben wir nicht gewettet, erwiderte mein Vater. – Überdies liegt etwas so Wunderliches darin, besonders gegen den Schluß hin, daß es mir leid tun würde, auf den Genuß einer nochmaligen Lectüre verzichten zu müssen. –Dr. Slop wollte gar nicht recht anbeißen; – da sich nun aber mein Onkel Toby anbot. sein Pfeifen stecken zu lassen, und es ihnen selbst vorzulesen, – so dachteDr. Slop, er könnte es gedeckt durch das Pfeifen meines Onkels Toby, ebensogut selbst vorlesen, – als leiden, daß es mein Onkel Toby allein las; – er erhob somit das Papier wieder, hielt es gerade parallel mit seinem Gesicht, um seinen Ärger zu verbergen – und las dann laut wie folgt, – während mein Onkel Toby seinen Lillabullero pfiff, doch nicht so laut wie vorher.

– Atque omnium coelestium

virtutum, angelorum, archangelo-