: Sabine Speer
: Die unheimliche Fahrt des Jürgen Jens Claasen
: Books on Demand
: 9783756245123
: 1
: CHF 5.30
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 176
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wohin man in Schleswig-Holstein auch reist, ist man der Vergangenheit stets auf der Spur. Die sympathischen Heldinnen und Helden der sechs Erzählungen lassen verschiedene Ereignisse aus unterschiedlichen Jahrhunderten lebendig werden. Mal spannend und dramatisch, mal humorvoll und kautzig, erlebt man eine Familie auf Eiderstedt während der schleswig-holsteinischen Erhebung von 1848, eine andere in der Zeit der Moor- und Heidekolonisation auf der Schleswigschen Geest zwischen 1759 und 1765. In der grausamen Schlacht von Hemmingstedt im Jahre 1500 lernen wir die Dithmarscher Nationalheldin Telse von Hochwöhrden kennen. Der junge Matthias von der Insel Föhr muss zur Zeit der großen Auswanderungswellen eine schwere Entscheidung treffen, und der Walfangkapitän Jürgen Jens Claasen nimmt uns mit auf eine unheimliche Reise ins ewige Eis. Die junge Sylterin Cressen bangt während eines Sturms um die Wiederkehr der in Seenot geratenen Fischerboote und ihren Liebsten Allen Erzählungen steht eine geschichtliche Einleitung voran und spezifische Begriffe werden im Anhang erklärt.

Die Themenschwerpunkte der Autorin sind die Artussage und die Geschichte Schleswig-Holsteins. Von der Autorin sind die Erzählung Lancelots Stille, der historische Roman Das Erbe des Pendragon, das Kinderbuch Mathilda und Leopold - Ein Kobold auf Abwegen sowie eine Internetseite zur Artus-Literatur www.whisper-of-gododdin.de erschienen. Besuchen Sie Sabine Speer auch auf Ihrer Autoren-Internetseite www.sabinespeer7.de

Die unheimliche Fahrt des Jürgen Jens Claasen

Er spürte die Sonne und das Salz auf seinem Gesicht brennen und blinzelte gegen die gleißenden Strahlen, die von der spiegelnden See abprallten. Die scharfrandigen Halme des Strandroggens schnitten ihm in die nackten Waden als er hastig durch den Dünensand stolperte, um das Schiff noch einmal zu sehen. Er war wieder der Junge von nicht einmal elf Jahren, den sie nicht dabeihaben wollten. Sein Vater, Ohm Melf und die älteren Brüder, die zu großen Abenteuern hinausfuhren, von denen er nur träumen konnte. In Amsterdam würden sie an Bord eines Walfängers gehen und erst im Herbst wieder auf die Insel zurückkehren.

Angestrengt starrte er auf den dunklen Punkt am Horizont, dessen Konturen sich aufzulösen begannen. Der dunkle Rand wurde heller und heller, zu einem Kranz aus brennendem Licht.

Ein Schwall kalten Wassers auf seinem Gesicht ließ ihn hochfahren. Benommen sah er sich um. Eine fahle Sonne zwängte sich für einen Augenblick durch das Wolkengebirge und blendete seine Augen.

Der nächste Brecher, der über das schaukelnde Schiff hinwegspülte, riss ihn hart in die Gegenwart zurück. Er erinnerte sich, dass die Großrah herabgestürzt war, er etwas rufen wollte und ihm eine Böe die Worte in den geöffneten Mund zurückgepresst hatte. Dann hatte er einen harten Schlag gegen die Stirn gespürt und musste das Bewusstsein verloren haben.

Er hörte die Männer gegen den Sturm anbrüllen. Ein Kommando hetzte das nächste; ein jeder wusste, wo sein Platz war und was er zu tun hatte. Sie hatten also noch alles unter Kontrolle.

„Herr Kommandeur!“,