Die unheimliche Fahrt des Jürgen Jens Claasen
Er spürte die Sonne und das Salz auf seinem Gesicht brennen und blinzelte gegen die gleißenden Strahlen, die von der spiegelnden See abprallten. Die scharfrandigen Halme des Strandroggens schnitten ihm in die nackten Waden als er hastig durch den Dünensand stolperte, um das Schiff noch einmal zu sehen. Er war wieder der Junge von nicht einmal elf Jahren, den sie nicht dabeihaben wollten. Sein Vater, Ohm Melf und die älteren Brüder, die zu großen Abenteuern hinausfuhren, von denen er nur träumen konnte. In Amsterdam würden sie an Bord eines Walfängers gehen und erst im Herbst wieder auf die Insel zurückkehren.
Angestrengt starrte er auf den dunklen Punkt am Horizont, dessen Konturen sich aufzulösen begannen. Der dunkle Rand wurde heller und heller, zu einem Kranz aus brennendem Licht.
Ein Schwall kalten Wassers auf seinem Gesicht ließ ihn hochfahren. Benommen sah er sich um. Eine fahle Sonne zwängte sich für einen Augenblick durch das Wolkengebirge und blendete seine Augen.
Der nächste Brecher, der über das schaukelnde Schiff hinwegspülte, riss ihn hart in die Gegenwart zurück. Er erinnerte sich, dass die Großrah herabgestürzt war, er etwas rufen wollte und ihm eine Böe die Worte in den geöffneten Mund zurückgepresst hatte. Dann hatte er einen harten Schlag gegen die Stirn gespürt und musste das Bewusstsein verloren haben.
Er hörte die Männer gegen den Sturm anbrüllen. Ein Kommando hetzte das nächste; ein jeder wusste, wo sein Platz war und was er zu tun hatte. Sie hatten also noch alles unter Kontrolle.
„Herr Kommandeur!“,