: Gaius Julius Caesar
: Armin Fischer
: Der Gallische Krieg Mit einem ausführlichen Glossar der Personen, Orte und Volksstämme
: Books on Demand
: 9783756271429
: 1
: CHF 3.10
:
: Altertum
: German
: 222
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Gaius Julius Caesar: Der Gallische Krieg | Neuausgabe 2022 | Mit einem Vorwort, Zeittafel, rund 80 Fußnoten und einem ausführlichen Glossar der Personen, Orte und Volksstämme | »De bello gallico« ist das populärste Werk der antiken Geschichtsschreibung, und auch ein großes Stück Literatur. Die Sprache schnörkellos und klar, die Schilderungen prägnant und lebendig. Als erster Berichterstatter der klassischen Antike unterscheidet Caesar konsequent zwischen Galliern und Germanen, wobei er erstere als deutlich zivilisierter beschreibt, als die raubeinigen, primitiven Germanen, die für ihn ein willkommenes Feindbild darstellen. - Als Caesar in diesen Krieg zieht, ist er 48 Jahre alt, römischer Konsul und Statthalter dreier Provinzen, von denen zwei im Grenzland zum noch freien Gallien liegen. Der Kriegszug ist, wenn man so will, eine Karrierechance für ihn, um ihn der Alleinherrschaft über Rom näherzubringen. - Die Kämpfe zogen sich von 58 bis 50 v. Chr. hin. Am Ende stand ein »befriedetes«, also ein darniederliegendes Gallien, das jeden Widerstand gegen Rom aufgegeben hatte. Der Blutzoll war enorm. Caesars nächster Schachzug führte ihn mit seinen massiven Truppen in Richtung Rom. Die Stadt sollte bald ihm gehören.

Gaius Julius Caesar (100-44 v. Chr.) war ein römischer Staatsmann, Feldherr und Autor, der die Römische Republik beendete und sich zum faktischen Alleinherrscher aufschwang. Nach seiner Ernennung zum Diktator auf Lebenszeit wurde er am 15. März 44 v. Chr. von einer Gruppe Senatoren während einer Senatssitzung durch Dolchstiche ermordet; an der Tat waren über 50 Personen beteiligt. Caesar gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der gesamtem Menschheitsgeschichte.

ERSTES BUCH


Krieg gegen die Helvetier

[1] GALLIEN IM WEITEREN SINN zerfällt in drei Teile. Den einen bewohnen die Belgier, den zweiten die Aquitaner, den dritten die Völkerstämme, welche in ihrer eigenen Sprache Kelten, in der unseren aber Gallier heißen. Sie alle sind nach Sprache, Verfassung und Gesetzen untereinander verschieden. Die Kelten trennt der Fluss Garonne von den Aquitanern, die Marne und Seine von den Belgiern. Die Tapfersten unter allen sind die Belgier, weil sie sich von der Verfeinerung und Bildung der römischen Provinz ganz fern halten. Überaus selten kommen sie mit fremden Kaufleuten in Berührung, die ihnen Waren zuführen könnten, die eine Erschlaffung der Kraft bewirken; sodann führen sie auch mit ihren Nachbarn, den Germanen des rechten Rheinufers, fortwährend Krieg.

Aus demselben Grund sind auch die Helvetier tapferer als die übrigen Gallier, weil sie fast täglich mit den Germanen im Kampf sind, sodass sie dieselben entweder bloß von ihren Grenzen fern halten oder den Krieg auch wohl in ihrem eigenen Land führen. Der eine Teil ihres Gebietes, den nach unserer Angabe die Gallier bewohnen, fängt bei dem Fluss Rhône an und wird von der Garonne, dem Ozean und dem Belgier-Gebiet eingeschlossen. Auf Seiten der Sequaner und Helvetier berührt er auch den Rhein und dehnt sich nach Norden aus. An die Grenzen von Gallien schließt sich das belgische Gebiet an und läuft bis an den Unterrhein in nordöstlicher Richtung. Aquitanien zieht sich nordwestlich vom Garonne-Strom bis an die Pyrenäen und den Teil des Ozeans, welcher bei Hispanien strömt.

[2] Bei den Helvetiern war Orgetorix bei Weitem der Angesehenste und Reichste. Dieser stiftete aus Begierde nach Alleinherrschaft unter den Konsuln M. Messala und M. Piso ein Abkommen unter dem Adel und überredete seine Mitbürger zu einer allgemeinen Auswanderung. Er malte ihnen aus, für sie, das tapferste Volk, würde es ein Leichtes sein, ganz Gallien zu unterjochen. Die Helvetier ließen sich dazu um so eher überreden, als sie von allen Seiten durch Naturgrenzen eingeschlossen sind: auf der einen Seite durch den breiten und tiefen Rhein, die Grenze zwischen den Helvetiern und Germanen, auf der anderen durch das sehr hohe Juragebirge, das zwischen dem Gebiet der Sequaner und Helvetier liegt, auf der dritten durch den Genfer See und die Rhône, die unsere Provinz von Helvetien trennt. Dieser beschränkten Lage wegen konnte das k