: Olaf Brühl
: Reimund Frentzel
: August der Glückliche Traum und Courage des Herzogs von Gotha - Eine Spurensuche
: Books on Demand
: 9783756297849
: Edition PEREGRINI
: 5
: CHF 8.80
:
: Romanhafte Biographien
: German
: 520
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vorliegende Monographie ist mit ihrem Erscheinen im Frühjahr 2022 die erste Publikation, die sich dem ernestinischen Herzog August von Sachsen-Gotha und Altenburg (1772-1822) widmet. August war Urahn des britischen Königshauses, doch vor allem ein poetisch gesonnener Pazifist, Antimilitarist und Feminist seiner Epoche. Als Protegé Napoleons berühmt und bewundert, später bis zur Karikatur geschmäht und schließlich verdrängt, hatte der Herzog sich in Kriegszeiten als furchtloser Beschützer Gothas bewährt, der seinen Landen hohe Steuern ersparte. 1818 trat er gegen Widerstand des Landtages für eine konstitutionalisierte Regierungspraxis ein und wollte die Steuerpflicht für alle, auch die Regentenfamilie, durchsetzen. Das in seiner Epoche einzigartige Idyll »Ein Jahr in Arkadien. Kyllenion« erschien 1805 anonym und beschreibt die glückliche Liebe zweier Jünglinge sowie die Eroberungen selbstbewusster junger Frauen: »Im Freien will ich frei mich dünken.« Der Bogen aus der Vergangenheit verweist in die Gegenwart. Brühl offeriert mit seinem Materialbuch eine Fülle an Themen, Querverweisen und bislang unbeachtete Dokumente. Es finden sich nicht nur das Weimar der Klassiker Goethe und Schiller, auch Wieland, Melchior von Grimm oder Madame de Staël, der Naturwissenschaftler Blumenbach, Wilhelm von Humboldt, Bettina von Arnim, nicht zuletzt der Komponist Carl Maria von Weber. Die vom Herzog bedeutend erweiterten Sammlungen auf Schloss Friedenstein werden erörtert und Fragen aufgeworfen wie: Was schätzte Napoleon an dem »Kleinen Herzog von Gotha«? Wofür wurde er von seinen Untertanen so geliebt? Worüber sprach August mit Goethe? Wie ging der Herzog mit den deutschen Burschenschaftlern um? Was hat es mit der berühmten Phallus-Tasse auf sich? Warum waren Männer für ihn die »Tyrannen der Welt«? Was überhaupt heißt Weiblichkeit? Starb Herzog August von Gotha eines natürlichen Todes? Wer erbte das Herzogtum und was widerfuhr seiner Tochter Luise, der Mutter von Prince Albert of Saxe-Coburg and Gotha, dem späteren Gemahl von Queen Victoria? »Das ganze Panorama der Zeit wird aus dem Buch lebendig: die vielfältigen Beziehungen, die der Mann in seiner Zeit aufgebaut hat.« (Paul Derks). Dieser Herzog vermag noch heute mit seinem Witz und Sarkasmus zu provozieren. »Weil alle Seelen weiblich sind.« August der Glückliche, provozierender Querstand nach wie vor, ein Universum von verwirrender Sinnenlust und Sinnsuche, aber auch politischer Konsequenz.

Olaf Brühl, in Gotha geboren, lebt seit 1984 in Berlin als Autor und Regisseur (div. Opern, Stücke, auch TV-Dokumentationen, u.a. »Händel in Rom« 2006 oder »Vom Gesang der Dinge - Der Komponist Siegfried Matthus« 2014); 2025 publizierte er Essays für das Jahrbuch der Peter-Hacks-Gesellschaft. - Brühl beschäftigte sich über drei Jahrzehnte lang und als Erster forschend mit der bizarren Erscheinung des nachhaltig verdrängten Herzogs August von Sachsen-Gotha-und-Altenburg, angeregt vom Interesse an dessen provozierender Thematisierung der Geschlechter-, Sozial- und Herrschaftsrollen, seiner sich der Wende widerstehenden Haltung sowie bedeutender Kunstsammlungen.

ÆMIL LEOPOLD AUGUST


Æmil Leopold August, 1772, im Jahr des Regierungsantritts seines Vaters, Ernst II. von Sachsen-Gotha-und-Altenburg, geboren und 1804 dessen Nachfolger auf dem Thron2. – Er starb 1822 unter nie eindeutig geklärten Umständen3.

Als Regent in seiner Zeit vollzieht er den Schnitt zuerst, imzuge der Aufklärung Privates von staatlichem Amt zu trennen: so nennt er sich zum Zeichen als Herzog offiziellAugust, bzw. Französisch:Auguste, privat aberEmil, bzw.Émile.

VON WÜSTEMANN:

Als er das Gesuch einer sehr geliebten Person nicht erfüllen konnte, versicherte er, auf den durch seine Unterschrift bezeichneten Unterschied des Fürsten und des Freundes verweisend, als August nicht erfüllen zu können. was er selbst als Aemil gern gewünscht hätte.

Nur den allerengsten, intimeren Freundinnen und Freunden gegenüber nannte er sich, nicht frei von Humor und nur selten:»Emilie«4! – Er wird in seiner Zeit (und in Dokumenten) daher grundsätzlich August (oder mit allen drei Namen),sehr selten in späterer Zeit Emil August genannt (auch August Emil usw.). – Es gibt für uns weder Grund, noch Berechtigung, ihn anders zu nennen als August. – Einmal befragt, welchen Beinamen er für sich selbst als den passendsten wählen würde, antwortete er: AUGUSTder Glückliche5.

AUGUST:

Sie müssen wohl wissen, dass ich mir keine Diademe und keine Machtvollkommenheiten wünsche.

Émile est bon prince... Ich wiederhole es: *** Ich bin die ehrlichste Haut von einer Hoheit, die sich seit der Regierungszeit Seiner vorsintflutlichen Majestät auf diesem Erdenrund voll Finsternis und Narrheit nur finden läßt6.

Er war zweimal verheiratet und Vater eines Mädchens. Beide Ehen waren, soweit sich das für uns heute noch ersehen lässt, glücklich7. LOUISE VON MECKLENBURG-SCHWERIN, Mutter seines einzigen Kindes, starb infolge der Geburt mit erst 21 Jahren8. Auch Augusts zweite, sicherlich nicht einfache, Ehe mit KAROLINE AMALIE VON HESSEN-KASSEL, bestimmten offenbar bis ans Ende Zuneigung und Respekt – in den Ehen des Adels nicht eben die Regel. Jacobs bezeugt: sie wich bis zuletzt nicht von des Herzogs Seite. Der Fourier verzeichnet, dass sie am Sterbetag Augusts nicht zu Abend aß. Karoline starb 18489. Sie ließ sich auf der Gothaer Parkteichinsel an Augusts Seite beisetzen.

Als das Herzogspaar einmal die Gräber auf der Parkteichinsel besuchte, wo Emil Augusts Vater liegt, wünschte seine Gattin ebenfalls an diesem Ort bestattet zu werden. »Wo du liegst, will ich auch liegen, liebes Karolinchen«, antwortete der Herzog und ließ zwei Grüfte ausmauern, die immer mit frischen Blumen ausgelegt waren.10

Herzogliche Gräber mit der Prinzensäule auf der Gothaer Parkteichinsel (Ernst und Ludwig, Ernst I., August, Friedrich IV. und Karoline)

1799 hatte August über seinen Onkel PRINZ August den mit diesem befreundeten Dichter JEAN PAUL kennen gelernt, Autor desTITAN. Er ist begeistert.

JEAN PAULS Veröffentlichung einer Widmung an den Herzog von Gotha wurd