: Erich Cibulka
: Deckname Dogwood. Erinnerungen an Alfred Schwarz
: myMorawa von Dataform Media GmbH
: 9783991391401
: 1
: CHF 17.60
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: Biographien, Autobiographien
: German
Alfred Schwarz (1904 - 1988) erwarb sich schon in jungen Jahren Wohlstand, indem er Kemal Atatürk bei der Industrialisierung der Türkei unterstützte. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er in Istanbul für den britischen und den amerikanischen Geheimdienst. Als Jude wollte er am Kampf gegen den Nationalsozialismus teilnehmen und leitete unter dem Decknamen 'Dogwood' das größte Agentennetzwerk des Office of Strategic Services (OSS) - dem Vorgänger des CIA. In der Zusammenarbeit mit deutschen, österreichischen und ungarischen Widerstandsgruppen sowie den Geheimdiensten der Zionisten stand er im Brennpunkt des geopolitischen Ringens um die Zukunft Europas. Das Buch beschreibt seine Erfolge und sein Scheitern - und wirft neue Fragen auf. Erich Cibulka arbeitet an der Schnittstelle von Wirtschaft, Militär und Politik. Als Brigadier des Österreichischen Bundesheers ist er ein fachkundiger Erzähler für ein militär- und spionageaffines Publikum. Er kannte Alfred Schwarz persönlich, als dieser nach dem Krieg in Wien lebte. Diese Erinnerungen an die 1970er-Jahre sind einzigartig und beschreiben eine bisher völlig unbekannte Lebensperiode von Alfred Schwarz. Mit dieser Biografie leuchtet Cibulka dessen schillernde Persönlichkeit aus und setzt ihm ein ehrendes Andenken. 'Erich Cibulkas Zugang zu einem nicht nur für die österreichische, sondern gleichfalls auch im großen Kontext der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs bedeutenden Aspekt nachrichtendienstlicher Tätigkeit gestaltet sich erfrischend pragmatisch. Ausgehend von Jugenderinnerungen nähert sich Cibulka 'seinem Onkel Fredi' aus einer ungewöhnlichen Perspektive an.' (Dr. Christian Ortner, Direktor Heeresgeschichtliches Museum Wien)

Erich Cibulka (geb. 1963) lebt in Wien und arbeitet seit 2007 als Unternehmensberater, Speaker und Autor an der Schnittstelle von Wirtschaft, Militär und Politik. Er ist Wirtschaftspsychologe, Lehrbeauftragter an mehreren Akademien und (Fach-)Hochschulen und Offizier im Range eines Brigadier. Davor war er viele Jahre Personaldirektor großer Unternehmen und Mitglied verschiedener Aufsichts- und Beiräte. Er war hoher Funktionär der Wirtschaftskammer Österreich, langjähriger Verhandlungsführer bei Kollektivvertragsverhandlunge und ist fachkundiger Laienrichter am Arbeits- und Sozialgericht Wien.

Teil 1: Onkel Fredi – die 1970er-Jahre

Der „Geldscheißer“

In meinem Geburtsjahr 1963 begannen auch die Planungen für den Bau der ‚Transalpinen Ölleitung‘ (TAL) von Triest durch Tirol nach Bayern. Ein Konsortium der größten Erdölfirmen der Welt – ENI, BP, ESSO und SHELL – griff die Idee des venezianischen Finanzmanagers Marco Barnabò für diese Pipeline auf. Die Bechtel Corporation konnte binnen vier Monaten eine Machbarkeitsstudie durchführen. Bereits 1964 begannen die Bauarbeiten, die im Juni 1967 abgeschlossen wurden.

Die Pipeline führt über insgesamt 465 Kilometer von Triest nach Lenting bei Ingolstadt und in weiterer Folge über 287 Kilometer nach Karlsruhe. Sie überquert und untertunnelt auf diesem Wege die Alpen und kommt an der italienisch-österreichischen Grenze bei Kötschach-Mauthen nach Österreich. An der österreichisch-bayerischen Grenze bei Kufstein gelangt die Pipeline nach Deutschland. 1970 wurde die TAL bei Würmlach um die Abzweigung der Adria-Wien-Pipeline zur Raffinerie in Schwechat erweitert.

Die Baukosten betrugen 192 Millionen US-Dollar. Damit galt das Bauprojekt als eine der größten Investitionen durch private Geldgeber in der damaligen Zeit, für die ein Konsortium aus 83 Banken eingerichtet wurde. Und so kamen Fredi Schwarz und mein Vater, Karl Cibulka, in Kontakt. Karl begann nach der Matura im Jahr 1958 ein Studium an der Hochschule für Welthandel. 1961 brach er dieses jedoch ab und begann bei der Creditanstalt-Bankverein (CA-BV) in der Kassa-Abteilung in der Schottengasse und später in der Filiale am Parkring am Schalter zu arbeiten.

Die Creditanstalt war nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht und wurde 1956 durch die Ausgabe von so genannten Volksaktien – zu 40 Prozent – teilprivatisiert. Sie war vor allem im Geschäft mit Großkunden aktiv. Außerdem widmete sie sich der Finanzierung des eigenen Industriekonzerns, der Beteiligungen an wichtigen österreichischen Unternehm