: Y. M. Aküzüm
: Der Kreator Künstlicher Frieden
: TWENTYSIX EPIC
: 9783740705060
: 2
: CHF 8.80
:
: Science Fiction
: German
: 632
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Welt der Zukunft ist nicht dieselbe - die Menschheit ist nicht dieselbe. Der Wissenschaftler Keylam Baine lebt in einer Gesellschaft, die Vernunft und Emotionen trennt. Es ist ein Leben, das ihn zwischen diesen Polen zu zerreißen droht. Als er von rätselhaften Visionen geplagt wird, stellt sich eine Frage: Ist es sein Verstand, der ihm Streiche spielt oder versucht etwas Kontakt aufzunehmen, das nicht von dieser Welt ist? Als wäre das nicht schon schwer genug zu meistern, verliebt er sich in eine Frau, die seine rationalen Gewissheiten ins Wanken bringt. Liebe und Erkenntnis zwingen ihn zu einer Gratwanderung, auf der Geheimnisse und Lügen mit kaum akzeptablen Wahrheiten kämpfen und ihn zwingen, Position zu beziehen. Falsch zu wählen kann er sich dabei nicht leisten. Der Kreator zeigt eine Welt, wie sie vielleicht bald schon existieren könnte. Mit Menschen, die anders sind und wieder werden wollen, was sie einst waren.

Y. M. Aküzüm, Jahrgang 1976, geboren und aufgewachsen in Winterthur, Schweiz, entdeckte das literarische Schreiben Ende 2018. Ihr Debütroman, der erste Teil einer utopischen Trilogie, obwohl in nicht allzu ferner Zukunft spielend, ist vollgepackt mit aktuellen Themen, die zum Nachdenken anregen. Problematiken und Sinnesfragen werden angesprochen, teilweise absichtlich nur sanft gestreift, und regen zum Diskutieren an. Mit ihrer Soft-Science-Fiction möchte die Autorin insbesondere auch die Leserschaft ansprechen, welche dem Genre Science-Fiction oft kritisch gegenübersteht.

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Keylam Baine wünschte sich einen Moment der Stille. Wollte nur für einen Augenblick die äußere Ruhe in sich spüren. War das zu viel verlangt? Unentwegt spann sein Hirn Gedankengarn, bis zum Saturn und weiter. Weiter in die Unendlichkeit.

Er blieb stehen. Versuchte zugleich, seinen inneren Antrieb kurz zu stoppen. Doch zu vieles bewegte ihn, drängte ihn vorwärts. Erschöpft neigte er den Kopf und sah Sandkörner über seine Schuhe rieseln. Winzigkleine Fragmente, die vor langer Zeit einmal eine Einheit gebildet hatten, Teil von etwas Großem gewesen waren. Sein Blick glitt in die Ferne zu den hohen Bergen. Irgendwann würden auch sie als Sand den Boden bedecken. Ob sich dann noch jemand ähnliche Gedanken machte? Er konnte es sich nicht vorstellen. Einige glaubten, sie würden ewig existieren, doch in der Geschichte der Erde waren sie nichts als ein kurzer Windhauch, der sie von irgendwoher hergeweht hatte und auch wieder mitnehmen würde. Menschen kamen sich so wichtig vor, doch das waren sie nicht. Nicht für die Erde. Die konnte sehr gut ohne sie leben. Im Gegensatz zu ihnen. Besser wahrscheinlich. In beängstigend kurzer Zeit hatten sie es geschafft, sich fast selbst zu vernichten.

Zerstörung. Endete nicht alles irgendwann in Zerfall? War dies nicht das Gesetz der Entropie? Doch nichts geht verloren – nicht in einem geschlossenen System. Das besagt der erste Satz der Thermodynamik. Doch konnte es ewig so weitergehen? Aufbau, Untergang, Aufbau. Wie lange noch bis zur endgültigen Vernichtung? Dem ultimativen Ende. Die große Krise, wie schleichend langsam sie auch kam, würde letztlich ihren Niedergang besiegeln.

Er verweilte nicht lange bei diesen zermürbenden Gedanken, sondern ließ sie wie Blätter im Wind weiterziehen. Der Feuerball am wolkenlosen Himmel brannte gnadenlos auf ihn herab. Er sehnte sich nach Schatten. Eine einzelne Wolke, genau vor der Sonne platziert, hätte gereicht. Und trotz der Unannehmlichkeiten, die er sich freiwillig aufgehalst hatte, war er zufrieden. Es war das Richtige und viele vor ihm hatten es getan und nie b