Kapitel 2
Kindheit und Jugend
Es war der wunderschöne Frühjahrsmorgen des 27. April 1883, an welchem der kleine Hugo im Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich das Licht dieser Welt erblickte.
Das Haus seiner Geburt stand am Ortsrand des kleinen Ortes Strengen in Tirol, war rot gestrichen, hatte grüne Fensterläden und einen kleinen, bunt bewachsenen Vorgarten, was besonders zu dieser Jahreszeit zur Wirkung kam. Hier lebte die kleine Familie Stoltzenberg seit einigen Monaten.
Hugos Vater, Karl Theodor Stoltzenberg, war von Beruf Bauingenieur mit dem Spezialgebiet Tunnel- und Brückenbau sowie Flussregulierung und hatte eine lukrative Stelle im Bereich der Infrastruktur und der Konstruktion des Arlbergtunnels erhalten. Er leitete den Bau der Trisannabrücke, der zu seiner Zeit mit über 230 Metern längsten Eisenbahnbrücke der Welt, einem mächtigen Bauwerk.
Gebürtig war Karl Theodor aus Pasewalk in Pommern, ging aber sofort nach seinem Abitur an die Universität Berlin und schloss dort sein Studium mit Auszeichnung ab. Obwohl erst 28 Jahre alt, hatte er sich selbstständig gemacht und war bereits in einigen Ländern tätig gewesen, wobei er sich einen guten Namen erarbeitet hatte.
Der Hauptteil der vorbereitenden Planungsarbeiten zur Projektierung der Trisannabrücke war in Wien erfolgt, wo er mit seiner Frau Clara hingezogen war. Hier wurde auch Hugos ein Jahr ältere Schwester Felicitas, von allen nur Fee genannt, geboren.
Im Sommer 1882 zog die kleine Familie dann vorübergehend in das etwas kitschig wirkende, kleine Häuschen nach Strengen in Tirol.
Und hier sind wir wieder bei Hugo … denn hier wurde er nun geboren.
Die ersten Jahre seines Lebens verliefen, nach Abschluss der Arbeiten seines Vaters in Tirol, in reiselustigen Bahnen. Die Familie lebte vorübergehend in Monastyryska in Galizien, in Budapest und dann wieder in Wien, wo Hugo auch erstmals eingeschult wurde.
Aber auch von dort ging es zügig weiter. Erst nach Prüm in die Westeifel, wo Hugos Vater an der Eisenbahnbrücke von St. Vith