Rote Rosen
Sophia Rudolph
»Rote Rosen sind altmodisch und vollkommen einfallslos. Du denkst also besser gar nicht erst daran, mir welchezumValentinstag zu schenken«, warnte Julia ihren Freund übers Telefon und konnte bereits an seinem darauffolgenden Schweigen erkennen, dass er genau das vorgehabt hatte.
»Chris, ich meine es ernst. Ich willkeine Rosen. Überleg dir irgendetwas … Neues.«
»Warum kannst du nicht einfach lügen und sagen, dass dir die Rosen gefallen, so wie es Millionen andere Frauen auch tun?«
Julia unterdrückte ein Grinsen und wandte der in ihrer Nähe stehenden Gruppe den Rücken zu, während sie ihr Handy ein wenig fester ans Ohr drückte.
»Weil ich einzigartig bin und du mich genau deswegen liebst.«
Chris murmelte etwas Unverständliches und über die Freisprecheinrichtung konnte Julia hören, wie er seinen Wagen beschleunigte.
»Fahr nicht zu schnell. Ich sehe dich dann heute Abend, muss jetzt zurück ins Meeting. Hab dich lieb.« Sie wartete noch seine Antwort ab, ehe sie das Telefonat beendete und mit ihren Kollegen zurück in den Konferenzraum ging.
»Chris, bistdu da?«
Sein Wagen hatte in der Auffahrt gestanden, aber im Haus war alles dunkel. Julia ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen und streckte die linke Hand nach dem Lichtschalter aus.
»Das ist jetzt nicht wahr.« Kopfschüttelnd sah sie auf den Boden vor sich, während sie aus ihren Pumps schlüpfte und sie neben die Tür stellte. Rote Rosenblüten bildeten eine Spur durch den Flur in Richtung Schlafzimmer.
»Sagte ich nicht, Rosen sind altmodisch und einfallslos?«, rief Julia durch die Wohnung, erhielt jedoch keine Antwort. »Und sagte ich nicht auch, du sollst dir etwas anderes ausdenken, als mir einen Strauß davon zu schenken? Ich sag dir was, den Flur damit auszulegen, zählt nicht als neu.« Da sie noch immer keine Antwort erhielt, folgte sie der Blütenspur ins Schlafzimmer, wo sie auf dem Bett ein Meer aus Rosenblüten vorfand. In einem Film sicher ganz süß, aber Julia schnaubte nur genervt.
»Lass mich raten, als Nächstes bekomme ich noch eine Schachtel Pralinen und eine Halskette.«
Chris lachte leise und schlang die Arme von hinten um Julias Mitte. Er zog sie an sich und küsste ihr Ohrläppchen.
»Ich wollte keine Rosen«, erinnerte Julia ihn und wollte sich aus seiner Umarmung lösen, doch Chris hielt sie fester an sich gedrückt. »Mhm, und ich finde, du solltest viel offener gegenüber solchen schönen, traditionellen Geschenken sein. Und am Ende des Abends wirst du mir dafür danken.«
Julia wandte den Kopf zur Seite und sah Chris ungläubig an. Dieser grinste und zog vielsagend die Augenbrauen hoch, als er Julia in seinen Armen umdrehte, bis sie sich gegenüberstanden.
»Können wir das Ganze dann schnell hinter uns bringen? Wenn ich schon ke