: Jürgen Jüly
: KAYAS greifen an
: Verlag Margarete Tischler
: 9783950481556
: 1
: CHF 10.60
:
: Science Fiction
: German
: 387
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Autor Jürgen Jüly packt die Themen des Lebens, Liebe, Hass, Krieg und Frieden, in ein spirituelles Science-Fiction-Abenteuer. Sein Debütroman verwebt vier Erzählstränge zur Geschichte seiner Menschheit. Und trotzdem ist mir langweilig. Fade am Abend. Fade, wenn die Alltagsarbeit erledigt ist und fade, wenn die Glotze kein Programm bietet. Also was tun? Protagonist Charlie hat in seinem Leben viel erreicht. Seine wilden Zeiten sind vorbei. Gut situiert lebt er getrennt von seiner Freundin Chloe, einer erfolgreichen Journalistin, in der ruhigen Kleinstadt Benela. Sein Alltag wird unterbrochen, als die Stadt von Aliens angegriffen wird. Die Grenze zwischen Realität und Wahn verschwimmt für ihn. Eine apokalyptische Invasion nimmt ihren Lauf. Charlie, Gloria, Chloe, Glenn, Cleo, Cipessa und Mickey sind die Protagonisten der parallelverlaufenden Geschehnisse. Sie begegnen einander auf unterschiedliche Weise, werden sie überleben?!

Der Autor Jürgen Jüly, ein geborener Golser, Integrationslehrer an der Polytechnischen Schule Bruck an der Leitha, ist viel in der Welt herumgereist. Backpacking durch Südamerika und Südostasien, ein Erasmus-Auslandssemester in Las Palmas de Gran Canaria, Schauspielerausbildungen in Palma de Mallorca und München. Zusätzlich zu Deutsch spricht er noch Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch. Andere Mentalitäten und gesammelte Erfahrungen verarbeitete er in seinem Science-Fiction-Roman KAJAS greifen an. Der Kontakt mit dem Publikum ist Jürgen Jüly wichtig, er freut sich schon auf eine Lesereise durch viele Buchhandlungen und auf Ihre Kontaktaufnahme. Anfragen richten Sie an den Verlag.

Kapitel 9 | Gesetze


Am nächsten Morgen stehe ich auf und strecke mich.

Die Glut des Feuers strahlt noch einen Rest von Wärme aus. Der wolkenlose Himmel und die aufsteigende Sonne am Horizont verheißen einen sommerlich warmen Tag.

Piet und Tim sind nicht mehr hier. Morris, der dritte in der Runde, ist auch nicht zu sehen. Die drei dürften in der Morgendämmerung die Gunst des frühen Aufbruchs genutzt haben und weitergezogen sein.

Der Ort ist verlassen.

Zwar gibt es diese Hütten und kleine dazugehörige Stallungen, aber kein Mensch oder Tier ist zugegen.

Ich bin wieder allein.

Das Leben ist ein Wunder!

Das ist das erste Gesetz!

Das muss man als Erstes schätzen und zu ehren wissen, haben mir Piet und Tim in der Nacht erklärt.

Durch die Berührung mit Tim habe ich all sein Wissen im Bruchteil einer Sekunde übertragen bekommen. Jedenfalls ist es mir so vorgekommen. Ich habe die Geschichte der Erde begriffen. Die Geschichte des Universums. Die Bedeutung von Gott und die Bestimmung des Menschseins.

Alles ist gut. Alles.

Das haben sie auch behauptet. Ich erinnere mich an die Worte und lache. Es ist schwer, das Neue im Kopf zu ordnen.

Was mache ich jetzt mit dem Wissen? Was haben all die Leute auf der Erde gemacht, die davon wussten?

Sind alle hierhergezogen?

Warum haben diese Aliens meine Heimat zerstört?

Das weiß ich noch immer nicht.

Die jüngsten Vorkommnisse konnten mir Piet und Tim nicht erklären. Das ist Politik, meinten sie. Tagespolitik, die niemanden in der Bevölkerung von Inakaeo interessiert.

Inakaeo heißt das Land hier.

Auch sie sind Inakaeos, sagten Piet und Tim.

Da, wo wir uns gerade aufhalten, ist Inakaeo, es ist überall. Es ist ein ursprünglicher, ursphärischer Teil der Erde, erklärten sie mir. Alles andere Land, meine mir bekannte Welt, befindet sich in einem anderen Frequenzbereich, haben sie weiter berichtet. Die Menschen bewegen sich in einer anderen Realität, in einer anderen Sphäre. Die Spiritualität, das Feinstoffliche, existiert nur mehr peripher. Das Leben auf der Erde spiegelt größtenteils materielle Substanz und materielles Gedankengut wider. Diese materielle Weltsicht hat im Laufe von Jahrtausenden Kenntnisse des Einsseins zurückgedrängt und dabei gleichzeitig viele praktische und logische Anwendungen verdeckt. Sie sind einfach in Vergessenheit geraten. Mit derlei einführenden Worten haben sie mir die Geschichte ihres Teils der Erde erläutert.

Vor etwa zweihundert Millionen Erdjahren hat sich Inakaeo abgespalten, die Landmasse hat sich geteilt. Aus dem ganzen Stück Pangäa ist der in Relation winzig kleine Teil Inakaeo als Urgarten des Urkontinents verblieben. Beim Zerfall von Pangäa ist dieses zentrale Stück paradiesischer Herkunft auf einen einsamen Flecken der Weltkugel gedriftet, hat sich positioniert und festgesetzt.

Es hängt in einer Art Radarloch, einem Bereich ohne Sendefrequenzen oder Funkwellen, einer anderen Sphäre eben.

Eigentlich nicht vorhanden, zwar energetisch messbar, aber mit keinem existenten Gerät ortbar.

Zum Glück für die Inakaeos wird energetischen Messverfahren dieser Art auf der Erde nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, geschweige denn wissenschaftlich ernsthaft darüber geforscht, haben sie gesagt. Soweit sind die Erdenbürger nicht, meinten die beiden. Die Wissenschaft folgt seit langem nur der Materie. Das ist zwar rückständig, aber, gottlob, gut für Inakaeo.

Das Stück Land hier ist heute eine Zwischensphäre, hat Tim weiter erläutert. Nicht mehr in der Ursphäre und auch nicht Teil der Erde, materiell nicht vorhanden, aber doch existent. Dieser Flecken kann von niemandem gefunden werden. Er ist nur durch die Pforte betretbar. Und dieser Eintrittsort bleibt geheim, denn die Einwohnerschaft von Inakaeo hat kein Interesse, ihr friedliches Idyll preiszugeben.

Nur Ersterleu