: Viviane Scherenberg, Johanne Pundt
: Gesundheit in Bewegung Herausforderungen und Möglichkeiten körperlicher Aktivierung
: Apollon University Press
: 9783943001716
: 1
: CHF 35.50
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: Allgemeines
: German
: 424
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Bewegungsmangel ist laut WHO die Epidemie des 21. Jahrhunderts. Unzureichende körperliche Aktivität begünstigt nicht nur die Entstehung von Übergewicht, Adipositas und Diabetes, sondern schadet dem gesamten Herz-Kreislauf-System. Bewegung und Sport wirken als Gesundheitsressource protektiv, denn sie fördern die psychische, physische und soziale Gesundheit. Je nach Zielgruppe und gesundheitlichem Setting sind die Möglichkeiten der Bewegungsförderung vielfältig und mit unterschiedlichen Herausforderungen verbunden. Der Themenband ist daher bewusst ganzheitlich ausgerichtet und geht sowohl auf motivationsspezifische Aspekte, zielgruppenbezogene und -übergreifende aktuelle Ansätze (z. B. Apps, Nudging) als auch auf integrative Konzepte der Bewegungsförderung ein. Dabei richtet er zugleich einen kritischen Blick auf Themen wie Selbstoptimierung, Sportsucht und Qualitätssicherung von Bewegungsangeboten. Durch zahlreiche praktische Beispiele sowie Empfehlungen aus Forschung und Wissenschaft kann dieses interdisziplinäre Werk gewinnbringend in Studium, Lehre und Praxis eingesetzt werden.

1Gesundheitsbezogene Bewegungsempfehlungen und Epidemiologie der Bewegung in Deutschland


ESZTER FÜZÉKI; WINFRIED BANZER

Evidenzbasierte gesundheitsorientierte Bewegungsempfehlungen sind ein wichtiges Instrument in der Public Health und bieten eine Orientierung sowohl für die Allgemeinheit als auch für die Gesundheitspolitik und die Praxis. Die aktuell geltenden Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation liefern zielgruppenspezifische Angaben für Kinder und Jugendliche, Erwachsene, Ältere, Frauen vor und nach der Geburt sowie Personen mit Behinderungen. Dieses Mindestmaß an Bewegung, das neben Sport auch diverse Formen der körperlichen Aktivität (z. B. Alltagsbewegungen, Spiel, Tanz, Haus- und Gartenarbeit) beinhaltet, geht mit bedeutsamen Nutzen für die Gesundheit einher. Gleichzeitig gilt auch, dass selbst ungenügend aktive Personen niedrigere Gesundheitsrisiken aufweisen als vollkommen inaktive Menschen, d. h., jede Bewegung zählt.

Repräsentative Daten aus Deutschland zeigen, dass ein Großteil der Allgemeinbevölkerung, in jeder Altersgruppe und bei beiden Geschlechtern, die Mindestempfehlungen nicht erreicht. Dies trifft in besonderem Maße bei Personen mit chronischen Erkrankungen, Älteren und Menschen mit einem niedrigeren Bildungsniveau und Einkommen zu. Die zielgruppengerechte Förderung