: Glenn R. Schiraldi
: Belastende Kindheitserlebnisse hinter sich lassen Ein Arbeitsbuch
: Junfermann Verlag
: 9783749503216
: 1
: CHF 28.90
:
: Lebensführung, Persönliche Entwicklung
: German
: 272
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Für ein Leben in Freiheit und ohne 'Altlasten' Studien belegen, dass besonders belastende Erlebnisse in der Kindheit (Adverse Childhood Experiences, kurz: ACE) erhebliche Folgen für die Gesundheit und die Lebensumstände im Erwachsenenalter haben. Menschen, die negative Kindheitserfahrungen erleiden mussten, tragen die Kosten dafür mitunter ihr ganzes Leben. Aber das muss nicht sein! Mit dem ACE-Arbeitsbuch zur Überwindung belastender Kindheitserlebnisse gibt Glenn R. Schiraldi Betroffenen Werkzeuge an die Hand, um:• ein besseres Verständnis für die krankmachenden Faktoren zu bekommen, deren Wurzeln in der Vergangenheit liegen,• stressregulierende Techniken zu erlernen und sich somit selbst beruhigen zu können,• sich von negativen Gefühlen wie Scham und Angst zu befreien,• innere Sicherheit zu erleben,• Möglichkeiten zu ergreifen, durch positive Erfahrungen neues Selbstbewusstsein aufzubauen. Durch Fragebögen und Impulse zum direkten Transfer nimmt das Buch die Leser*innen an die Hand und führt sie Schritt für Schritt heraus aus den emotionalen Verstrickungen und alten Mustern.

Glenn R. Schiraldi, Ph. D., hat große staatliche Einrichtungen in den USA in Sachen Stress-Management beraten und für die International Critical Indicent Stress Foundation und für die University of Maryland gearbeitet, wo er den Outstanding Teaching Award im College of Health and Human Performance erhielt. Er ist Autor zahlreicher Artikel und Bücher über psychische und körperliche Gesundheit.

1. Toxischer Stress und belastende Kindheitserfahrungen


Jeder Mensch erlebt normalerweise drei Arten von Stress: positiven, erträglichen und toxischen (McEwen 2017). Jeder Stress kann bewirken, dass wir über uns hinauswachsen, aber toxischer Stress stellt uns vor besondere Herausforderungen, vor allem in der Kindheit. Die drei Arten von Stress lassen sich nicht klar voneinander abgrenzen, das heißt, die Unterschiede zwischen ihnen sind eher graduell, aber im Allgemeinen werden sie folgendermaßen definiert:

  • Positiver Stress fordert uns heraus, ohne uns zu überwältigen. Wir haben uns emotional unter Kontrolle und treffen gute Entscheidungen. Denken Sie an eine Studentin, die sich auf eine wichtige Prüfung vorbereitet hat, oder an einen trainierten Sportler, der in einem großen Wettkampf eine gute Leistung erbringt. Die Stressreaktion – Kampf oder Flucht – ist kurz und der Stresshormonspiegel nur vorübergehend erhöht.
  • Beierträglichem Stress kann die Kampf-oder-Flucht-Reaktion mit intensiven körperlichen Veränderungen und einem stärker erhöhten Stresshormonspiegel einhergehen. Doch der Körper kehrt schließlich in den Normalzustand zurück, besonders wenn erwachsene Vertrauenspersonen dem Kind helfen, den Stress abzupuffern. Er wird abgebaut, bevor ein dauerhafter körperlicher oder psychischer Schaden entsteht. Denken Sie zum Beispiel an den (natürlichen) Tod eines geliebten Menschen oder an eine Gemeinschaft, die nach einem Hurrikan zusammenkommt.
  • Toxischer Stress ist überwältigend. Er ist so stark und anhaltend, dass er die betroffene Person „aus dem Gleichgewicht bringt“ und dauerhaft belastet. Die nachteiligen Auswirkungen dieser Art von Stress auf das Gehirn und die Körperbiologie beeinträchtigen im Erwachsenenalter die Gesundheit, die Arbeitsleistung, Beziehungen, das Urteilsvermögen, die Impulskontrolle, die Spiritualität und das Selbstwertgefühl – besonders wenn keine erwachsene Vertrauensperson da ist, die diesen Stress abpuffert. Die schädlichen Auswirkungen von toxischem Stress können sogar von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, wenn nichts gegen sie unternommen wird.

Das bringt uns zu einer faszinierenden Forschungsarbeit über toxischen frühkindlichen Stress.

1.1 Die Studie über belastende Kindheitserfahrungen


Die 1998 veröffentlichte Studie über belastende Kindheitserfahrungen oder kurz ACE-Studie stammt von zwei Medizinern: Vincent Felitti, dem damaligen Leiter der Abteilung für Präventivmedizin der Kaiser-Permanente-Klinik in San Diego, Kalifornien, und Robert Anda, der für die Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (eine Behörde des amerikanischen Gesundheitsministeriums) forschte. Sie analysierten die medizinischen Daten von mehr als 1700