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METHANOL IST LÄNGST ALLTAGSTAUGLICH
Methanol als bedeutender Energieträger, als zukunftsträchtige Lösung für viele Bereiche – das ist nicht Science-Fiction. Denn das Methanolzeitalter hat längst begonnen. Im Kleinen zwar noch, aber zahlreiche Anwendungsbeispiele beweisen schon heute, dass es hier nicht um eine utopische Idee geht, bei der man nicht so recht weiss, ob sie dann in der Praxis wirklich funktioniert. Verschiedene Lösungen sind bereits auf dem Markt, andere stehen kurz vor der Einführung, und noch mehr neue Anwendungsmöglichkeiten werden derzeit entwickelt.
Der entscheidende Punkt dabei ist: Das synthetische Methanol muss nachhaltig sein. Das bedeutet: Es ist umweltfreundlich hergestellt aus Wasser, Kohlendioxid (CO2) und Strom. Der Strom stammt dabei aus erneuerbaren Quellen wie Sonne/Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft oder Geothermie. Das Kohlendioxid wird beispielsweise aus den Abgasen von Kehrichtverbrennungsanlagen, Zementfabriken oder anderen Industriebetrieben gewonnen. CO2 kann auch aus der Luft abgesaugt oder dem Meerwasser entzogen werden.
Die hier vorgestellten Beispiele von Anwendungen mit Methanol als Energieträger zeigen, wo und wie sich Methanol schon heute als alternative Energiequelle in der Praxis bewährt. Wohlwollendes Abwiegeln à la «Schön wär’s, aber …» gilt nicht mehr. Denn die hier kurz vorgestellten Lösungen mit Methanol stellen nicht irgendwelche Ideen dar, sondern sind Technologien, die tatsächlich schon heute funktionieren und sich praktisch bewährt haben. Und dies nachhaltig, sicher und sauber.
Mobilität
Der CO2-Ausstoss von Transportmitteln wie Autos, Schiffen und Flugzeugen gehört zu den wesentlichen Ursachen des Klimawandels. Rund 25 Prozent des weltweit emittierten CO2 stammt aus dem Transportsektor: rund 8,25 Milliarden Tonnen.7 In der Schweiz verursacht der Verkehr (ohne den internationalen Flugverkehr) laut dem Bundesamt für Statistik 40 Prozent der CO2-Emissionen: 14,7 Millionen Tonnen. Davon kommen 72 Prozent von Personenwagen, 12 Prozent von Lastwagen, 8 Prozent von Lieferwagen, 3 Prozent von Bussen und 1,6 Prozent von Motorrädern.8
Angesichts des hohen Anteils des Verkehrs an den schädlichen Treibhausgasen sind neue Lösungen im Bereich der Mobilität dringend. Die Autoindustrie, die sich lange nicht von den alten Technologien lösen wollte und das Problem weitgehend ignorierte, stürzt sich, vor allem angesichts des Erfolgs von Tesla, seit Kurzem voll auf die batteriebetriebene Elektromobilität. Diese wird mancherorts von den Behörden gefördert, sei es durch direkte Beiträge (wie beispielsweise Zuschüsse für den Kauf von Elektroautos in Deutschland9) oder durch indirekte Förderung (in der Schweiz etwa durch reduzierte Verkehrsabgaben10).
Batteriebetriebene Autos boomen. In der Schweiz war der Tesla Model 3 im Jahr 2021 das meistverkaufte Automodell; mehr als 13 Prozent der neu zugelassenen Neuwagen waren reine «Stromer».11 Das ist insofern positiv, als sie beim Betrieb kein CO2 ausstossen. Das ist einer der wenigen Vorzüge, welche diese Technologie bieten kann. Die Liste der Nachteile der heute gängigen Elektroautos ist länger. Neben geringen Reichweiten und langen Ladezeiten, die einfach unpraktisch sind, ist vor allem die Batterie als Energiespeicher ein Problem. Und zwar in verschiedener Hinsicht. Für die Herstellung der Batterien werden kostbare Rohstoffe wie Lithium und Kobalt gebraucht. Der Abbau solcher Stoffe ist in hohem Masse umweltbelastend, vor allem die Grundwasserversorgung i