EIN TAG IN CHERNOBYL
Juni 2021. Corona bestimmt nach wie vor unseren Alltag. Doch momentan ist die Lage relativ entspannt. Ich kann endlich wieder durch Europa reisen und einmal öfter wird mich der Weg nun in die Ukraine führen.
So besteige ich Ende Juni den Flieger und hebe ab in Richtung Kyiv, wo ich am Abend lande. Über eine App gelange ich an ein günstiges Taxi und der Fahrer hat richtig Lust, rauscht mit mir über die Autobahn, bis wir plötzlich in einem Stau stehen. Kurzerhand lenkt mein Fahrer sein Auto auf den Seitenstreifen, legt den Rückwärtsgang ein und braust etwa drei Kilometer rückwärts am Stau vorbei zur letzten Ausfahrt. Willkommen in der Ukraine. Anschließend rasen wir durch Wald- und Wohngebiete, über typisch schlechte Straßen, während man sich in den Autos hier eh nicht anschnallen kann und ich mich ganz ordentlich am Sitz festkrallen muss, um nicht kreuz und quer durchs Auto zu fliegen. Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Hauptbahnhof, wo ich meine Taxirechnung in Höhe von umgerechnet etwa acht Euro begleiche. Anschließend gehe ich etwas einkaufen, um gleich nicht mit leeren Händen bei meinem Freund und Gastgeber Yaro aufzuschlagen. Mit der Metro und dem Bus geht es weiter in den Osten der Stadt, bevor ich am späten Abend die Wohnung erreiche. Per abenteuerlichen Aufzug und durch die gewohnt dunklen Gänge eines ukrainischen Plattenbaus, in denen überall Stromkabel herumhängen, erreiche ich das Appartement im 8. Stock.
Natürlich herrscht erst einmal große Wiedersehensfreude. Yaro hat in den letzten Tagen eine anstrengende, aber auch ereignisreiche und fantastische Tour durch die ukrainischen Karpaten unternommen. Er weiß viel zu erzählen, viele Bilder und Videos zu zeig