: Michael Reh
: Das grausame Erbe des Konrad Corbis Ein Kriminalroman aus dem Alten Land
: Verlag edition krimi
: 9783948972929
: 1
: CHF 8.00
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: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 432
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als der alte Gutshofbesitzer Konrad Corbis unerwartet stirbt, hinterlässt er seiner Frau und den drei Kindern ein Millionenvermögen. Kurz darauf stirbt auch seine Frau. Kommissar Heiko Degen wird misstrauisch und lässt die Fälle untersuchen. Danach wird auch der älteste Sohn Johannes Opfer eines Mordanschlags. Somit steht fest, dass Degen es erneut mit einem Serienmörder zu tun hat. Degen begibt sich auf Spurensuche und die dunklen Geheimnisse von Konrad kommen ans Licht. Korruption, Betrug, Missbrauch. Es gibt viele Opfer, doch wer will die Familie Corbis auslöschen? Geht es nur um das Erbe oder ist Rache das Motiv des Täters? Nach dem Fall des Kreidemörders eine neue Herausforderung für Heiko Degen!

Nach seinem Studium der Medien- und Sprachwissenschaften in Hamburg und Paris zog Michael Reh nach New York. Dort begann er Ende der 1990er Jahre als Fotograf zu arbeiten, wobei er sich auf Werbe- und Modefotografie spezialisierte. Seine Fotos sind unter anderem in internationalen Magazinen, im alljährlich erscheinenden 'Men Edition'- und dem 2018 publizierten 'Lambertz'-Kalender zu sehen. Seine Ausstellung 'Traffic' zum Thema Drogenmissbrauch, von der deutschen Bundesregierung gefördert, wurde in verschiedenen Ländern gezeigt. Michael Reh veröffentlichte mehrere Fotobücher ('Sunkissed', 'Keine Zeit für Eitelkeit', 'Men in Motion'). Im März 2020 erschien sein erster autobiografischer Roman, der Bestseller 'Katharsis'.

1Wenn der Tag nach Regen schreit


Johannes Corbis stellte den Scheibenwischer auf die nächsthöhere Stufe. Aber das nützte auch nicht viel, denn sein alter Audi fiel langsam auseinander. Das Gummi hatte sich von den Scheibenwischern gelöst und somit verband sich der Staub mit den Regentropfen und hinterließ nichts als schlammige Streifen auf der Windschutzscheibe. Er schlug wütend mit der flachen Hand auf das Lenkrad. So ein Mist.

Das passte wunderbar zu diesem beschissenen Tag, diesem furchtbaren Abend, der genauso endete, wie er heute Morgen befürchtet hatte. Johannes schaute auf die nasse Straße, die nur mühsam von den altersschwachen Scheinwerfern aufgehellt wurde. Straßenbeleuchtung in dieser entlegenen Gegend? Fehlanzeige.

Flaches Land, Knüste, Niemandsland: hoch im Norden.

Der angekündigte Sturm war unübersehbar im Anzug, die mächtigen Wolken fegten mit großer Geschwindigkeit über den dunklen Abendhimmel. Er konnte die schweren Tropfen auf das Dach des Autos fallen hören. Sommergewitter. Hatte er nie gemocht, schon als Kind nicht. Regen, Donner und am nächsten Tag alles unter Wasser und verschlammt. Hier auf dem Gut hatten sie erst die Straßen geteert, nachdem er ausgezogen war. Ausgezogen? Quatsch. Geflüchtet!

Müde wischte er sich über die Augen, schaute kurz in den Rückspiegel und stöhnte frustriert auf, als er das zerrüttete Gesicht sah, das ihm entgegenblickte. Er konnte sich und der Welt nichts mehr vormachen. Seine besten Jahre waren eindeutig vorbei und das jahrelange Gesaufe und die zwei Schachteln Zigaretten, die er sich täglich durch die Lungen zog, hatten ihre Spuren hinterlassen.

Dicke Tränensäcke unter den Augen und heruterhängende Lefzen wie bei einem alten Jagdhund blickten ihm deprimiert aus seinem müden Gesicht entgegen. Tiefe Falten auf der Stirn und die dünner werdenden Haare, von grauen Strähnen durchzogen. Unumkehrbar, außer, er würde sich liften lassen. Am besten ein Ganzkörperlifting, damit der nicht zu übersehende Speckwanst auch gleich mit beseitigt werden konnte.

Alles Quatsch. Er wusste, dass das nicht die Lösung war. Solange er jeden Tag eine halbe Flasche Wodka trank und Kette rauchte, sah er nach einem Jahr genauso aus wie jetzt. Haribo und der täglich in sich reingestopfte Sahnekuchen taten ihr Übriges. Vor ein paar Jahren hatte er fünfzehn Kilo abgespeckt. Hatte sich besser gefühlt, aber die Dämonen in seiner Seele saßen tief, fest verankert. Der Ruf nach Wodka war stärker als seine Diszipli