: Katherine Collins
: Ein Lord zwischen Spiel und Liebe
: dp Verlag
: 9783968179551
: 2
: CHF 4.40
:
: Erzählende Literatur
: German

Ein leidenschaftlicher Lord und eine Witwe, die ein skandalöses Geheimnis hütet …< r />Dunkel und fesselnd, die etwas andere historische Romanze von Katherine Collins

London, 1826: Lady Molly Batton hat ein Geheimnis: Seit ihr Gatte vor vier Jahren verstorben ist, führt sie ein Freudenhaus, das er ihr hinterlassen hat. Geplagt von Geldsorgen und konfrontiert mit der alleinigen Verantwortung für ihre kleine Tochter Aubrey, bleibt Molly keine andere Wahl. Um ihren Ruf in der angesehenen Gesellschaft nicht zu gefährden, führt sie den Club Noir als maskierte und in schwarze Gewänder gehüllte Madame Noir. Doch eines Tages taucht der charmante Lord Everham im Club Noir auf und ihr Geheimnis scheint bald nicht mehr sicher zu sein…

Lord Everham ist ein Spieler und liebt Herausforderungen. Als er von seinem Cousin, dem Duke of Wakefield, in ein außergewöhnliches Etablissement eingeladen wird, verliebt er sich sofort in die geheimnisvolle und unnahbare Madame Noir. Getrieben von seinem leidenschaftlichen Interesse, versucht Lord Everham ihre wahre Identität zu entschlüsseln und ihr Herz zu gewinnen. Werden die beiden zueinander finden, oder steht ihnen die Vergangenheit dabei im Weg?

Dies ist eineüberarbeitete Neuauflage des Romans Lord Everhams Spiel um die Liebe.

Erste Leser:innenstimmen
„Spannend, mitreißend und verführerisch… Ich konnte den Liebesroman gar nicht aus der Hand legen.“
„Historische Romantik vom Feinsten!“
„Packender Schreibstil, liebenswerte Charaktere und genau die richtige Portion Tiefgang.“
„Das war mein erster Roman von Katherine Collins, aber definitiv nicht der letzte!“



Katherine Collins lebt mit ihren zwei kleinen Töchtern in einem kleinen Dörfchen inmitten des Vest. Seit 2014 veröffentlicht sie historische Liebesromane sowohl in Verlagen, als auch als Selfpublisher. Unter dem Pseudoym Kathrin Fuhrmann schreibt die Autorin Liebesgeschichten, die mal mit Crime und mal mit Fantasy unterlegt sind.

Prolog


Ein letzter Tritt


London, Shoreditch, Winter 1822

Lady Molly Batton, verwitwete Gattin eines stets klammen Baronets, sah sich um.

Alles, was Gene Batton ihr und ihrer gemeinsamen Tochter Aubrey neben einem schäbigen Stadthaus in einer gerade noch respektablen Gegend hinterlassen hatte, war dieses Gebäude. Ein weiteres Haus, aber sicherlich kein respektables.

Die Gassen zu beiden Seiten waren voller Unrat. Es stank bestialisch und obwohl das Haus an sich zu schlafen schien, war es drum herum einfach nur laut. Kutschen ratterten über den Backstein der Straße, Kutscher schrien einander wüste Beschimpfungen und den Tieren harsche Befehle zu. Peitschen klatschten, Pferde wieherten schrill und übertönten die freizügigen Frauen, die sich nur ein paar Schritte weiter lautstark anboten.

„Mein Gott“, wisperte Molly und zweifelte einmal mehr an ihrem Verstand. Dieses Haus war sicherlich nicht der Weg aus ihrem finanziellen Desaster.

„Oh Molly“, flüsterte Enola, deren hübsche braune Augen mit ähnlicher Niedergeschlagenheit auf dem schäbigen Grundstück lagen wie Mollys eigene. Enolas Nägel bohrten sich in Mollys fadenscheinigen Umhang. „Was glaubst du, was das für ein Haus ist?“

Molly hatte eine schlimme Befürchtung, wollte diese aber ihrer jungen Schwägerin nicht mitteilen. Enola beugte sich vor, die Augen sensationslustig geweitet und gleichsam gebannt wie abgestoßen.

Das arme Kind, befand Molly, so unbedarft und rein, dass ihr nicht einmal der Hauch eines unfeinen Gedankens kam. Sie selbst ahnte, dass hier keinesfalls der richtige Ort war, um aus der Mietskutsche zu steigen. Obwohl ihr ein kalter Schauer über den Rücken jagte und sie eindringlich warnte, richtete sie sich den Hut und klappte die dicke Spitze hinunter, die ihr Gesicht verbergen sollte. Zumindest dazu taugte die teure neue Trauerausstattung, sie bliebe gewissermaßen inkognito.

„Ich werde hineingehen, Enola, du bleibst bitte in der Droschke.“ Molly unterdrückte ein abgrundtiefes Seufzen. Sie mochte sich nicht mit diesem Problem beschäftigen, das sie weder voll erfassen konnte noch wollte. Leider bliebe ihr keine Wahl. Es gab nicht viele Erklärungen dafür, dass jemand ein zweites Haus besaß und jene, die ihr sogleich in den Sinn kam, war wenig schmeichelhaft. Allerdings sollte es sie auch nicht wundern, dass Gene eine Geliebte unterhielt. Der Vertrauensbruch berührte Molly nicht einmal. Es war ihr nur zu recht, dass sich ihr Gatte anders orientierte und sie hätte sich gewünscht, er hätte sie ganz aus seinem Bett entlassen. Ein anderer Faktor an dieser Geschichte machte sie jedoch wütend: Das wenige Geld, das ihnen sein kleines Gut in den Hampshires einbrachte, für Vergnügungen hinauszuwerfen, war schlicht selbstbezogen und unverantwortlich gewesen. Leider entsprach dies Genes Charakter nur zu genau.

Molly stieg aus und hüllte sich enger in ihren Umhang, den Kopf hielt sie zusätzlich gesenkt, auch wenn sie nicht zu erwarten brauchte, an einem derart unrespektablen Ort bekannten Gesichtern zu begegnen. Das Haus besaß keine Stufen und so stand sie nach wenigen Schritten bereits direkt vor der heruntergekommenen Tür.

Der Klopfer landete nach einer zögerlichen Berührung laut klirrend vor ihren Füßen. Mit einem kleinen Aufschrei sprang sie zurück und legte sich die Hand auf das laut pochende Herz. So ein Unglück!

Sie erwartete, sogleich einem wütenden Knecht oder zumindest der Dame des Hauses gegenüberzustehen, so fraglich deren gesellschaftliche Position auch war. Aber nichts rührte sich. Molly bückte sich zögerlich nach dem Klopfer und schlug ihn gegen die Tür. Eine Reaktion blieb auch weiterhin aus. Sich umsehend, haderte sie mit der Situation. Sie konnte doch nicht einfach eintreten, schließlich gehörte es sich, auf Einlass zu warten!

Nach qualvoll langen Augenblicken der Unentschlossenheit klopfte sie erneut. Der eiserne Ball, der in die Fassung des Gargoyle-Gesichtes gehörte, fühlte sich in Mollys Hand ebenso schwer an wie die Last, die bereits auf ihren Schultern ruhte. Noch ein letzter Anlauf, denn so wenig sie sich mit dieser Sache – der Geliebten und der Tatsache, dass hier ihr weniges Geld verschwand – abfinden konnte, so dringlich war es, die Situation baldig zu klären. Denn das eine, was sie nicht hatte, war Geld, was sie verschenken konnte.

Bestärkt durch die pressende Notwendigkeit schlug sie kräftig gegen die Pforte. Endl