Prolog
Faye trat durch die Hintertür in die Küche desBlack Fox. Vor den glänzenden Edelstahlarbeitsflächen stapelten sich die Kisten der Lieferanten. Sie atmete den Geruch nach Reinigungsmitteln und Sauberkeit ein, der um diese Uhrzeit herrschte. In ein oder zwei Stunden würde der Duft von Kräutern und Gewürzen in der Luft liegen, gemischt mit den Dämpfen aus dem Topf des angesetzten Soßenfonds. Noch ein wenig später würde all das mit den Aromen gegrillten Fleisches, gebratenen Fisches und dem exzellenter Beilagen zu einem Potpourri gehobener Küche verschmelzen.
Sie ging in den Umkleideraum und zog ihre Kochkluft aus dem Spind. Die Tür hinter ihr öffnete sich, und Adam Foster, der Oberkellner desBlack Fox und ihr künftiger Geschäftspartner, warf einen Blick in den Raum.
»Hey.« Sie grinste über die Schulter und schloss die Knöpfe ihrer Kochjacke.
»Hi. Marshall will dich im Büro sprechen.«
»Alles klar.« Sie stopfte ihre Handtasche in den Spind und folgte Adam in das Büro desBlack Fox. Im Gegensatz zum luftigen Gastraum des Restaurants und der großen, glänzend sauberen Küche, war dieser Raum klein und vollgestopft. Das wäre eines der ersten Dinge, die sie ändern würde, wenn ihnen das Restaurant gehörte. Einmal kräftig ausmisten und alle Kochzeitschriften und Artikel, die älter als zwanzig Jahre waren, aussortieren. Selbst dann bliebe noch genug übrig. Vielleicht sollte sie rebellisch sein und alles entsorgen, was in den vergangenen zehn Jahren niemand mehr in die Hand genommen hatte.
Marshall Gross saß hinter dem winzigen Schreibtisch. Auf der Kante hockte seine aktuelle Freundin und Kellnerin imBlack Fox, Sheyna Penn. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und verzog die Miene zu einer bitterbösen Grimasse.
»Sheyna.« Faye ignorierte den mörderischen Blick und nickte der Frau zu. »Hey, Marsh. Was gibts?« Bis auf Sheyna waren sie genau das Gespann, das dasBlack Fox in ein paar Tagen übernehmen würde. Wenn es hinsichtlich ihrer Partnerschaft etwas zu besprechen gab, was wollte Marshalls Freundin dann hier? Faye mochte sie nicht, aber für ihren Freund konnte sie ihre Existenz akzeptieren. Sie lächelte in die Runde.
Einen Moment lang sprach niemand. Marshall kratzte sich am Kopf.
Fayes Lächeln verschwand. »Was ist los?«, fragte sie vorsichtig.
»Wir sind verlobt«, platzte Sheyna heraus.
»Wow.« Warum zog sie dann so ein Gesicht? »Das ist toll. Ich freue mich für euch. Herzlichen Glückwunsch.« Faye würde die Frau nicht umarmen. Es schien, als hätte sie vor, ihr die Augen auszukratzen, sollte sie das auch nur in Erwägung ziehen. Faye war sich sicher, Sheyna nie einen Grund für ihre Feindseligkeit geboten zu haben, aber wenn ihnen das Restaurant gehörte und Marshall sie heiratete, würden sie eng zusammenarbeiten müssen. Es war also angebracht