Die Fahrt ins Ungewisse
Vor dem Fenster zogen die unterschiedlichsten Landschaften vorbei: wogende Felder voll reifen Korns, umsäumt von Kornblumen und rotem Mohn, eingebettet in grüne Hecken, hin und wieder ein Hof, Kühe auf den Wiesen, manchmal ein Pferd, ein weiter, grauer Himmel über der flachen Landschaft. Moorlandschaften hatte sie gesehen mit viereckigen Wunden, Brook, aus denen Torf gestochen worden war. Birken und Kiefern einträchtig nebeneinander, Flächen voller Heidekraut und lichten Wäldern, in denen wohl Pilze wachsen mochten. Grüne Moospolster, die zum Verweilen einluden. Die bare Idylle, Schönheit schlechthin.
Eingelullt vom rhythmischen Padang-padang-padang der Zugräder auf den Geleisen, sass Klara in der Mitte eines Sechser-Abteils, ein Bündel mit Essbarem und etwas Geld auf dem Schoss, eine grosse umschnürte Pappschachtel mit Kleidung und Wäsche auf der Gepäckablage. In den letzten Tagen war es plötzlich vorbei gewesen mit dem beschaulichen Alltag: Ihre Familie hatte beschlossen, sie in die Schweiz zu schicken, um sie vor dem Krieg in Sicherheit zu bringen. Feli