Zeit zu leben
Warum meine Patienten wieder lachen lernen sollen. Welche Aufgaben ein Tumortherapieberater hat. Und warum sich die klassische Schulmedizin beim Kampf gegen Krebs in eine extrem teure Sackgasse verrannt hat.
In unseren Therapieräumen wird viel gelacht. Nein, das ist durchaus kein Galgenhumor, sondern vielmehr ein Zeichen echter Zuversicht. Denn unsere Patienten wissen, dass sie bessere Chancen haben als andere, die ausschließlich in den üblichen Krebszentren betreut werden.
Mir fällt da immer wieder ein Spruch des bekannten deutschen Philosophen Immanuel Kant ein:
„Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.“
Es sind unter anderem diese drei Dinge, die wir unseren Patienten neu vermitteln wollen. Denn uns ist eines klar: Menschen, die an einer Form von Krebs leiden, sollten die Jahre, die ihnen bleiben, mit größtmöglicher Lebensfreude genießen dürfen – auch wenn ihnen manche schlimmen Behandlungsprozeduren nicht erspart werden können.
Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
Im Sinne dieser berühmten Lebensweisheit habe ich unsere Therapieeinrichtungen geplant und aufgebaut. Und so bin ich zum Tumortherapieberater geworden, der jedem Patienten ein individuelles Behandlungskonzept für seinen Weg zu einem möglichst langen, beschwerdefreien und erfüllten Leben an die Hand gibt. Ich arbeite unabhängig, jedoch in enger Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der sogenannten Schulmedizin, also den Krebszentren und Krebsabteilungen der großen Krankenhäuser und Kliniken.
Die Frage, weshalb es eines Tumortherapieberaters bedarf, ist gar nicht schwer zu beantworten. Denn längst hat sich gezeigt, dass der Krieg der Medizin gegen den Krebs mit den derzeitigen Mitteln der Schulmedizin wohl nicht zu gewinnen ist. Und zwar auch dann nicht, wenn die Kosten ins Unermessliche steigen.
Das bestätigt unter anderem einer, der zweifellos von Haus aus auf der Seite der Schulmedizin steht: Der Gesundheitspolitiker und Mediziner Prof. Karl Lauterbach schreibt in seinem Buch „Die Krebs-Industrie“: „Wir haben über Krebs in den letzten zehn Jahren mehr gelernt als in der ganzen Menschheitsgeschichte zuvor. […] An Krebs forschen mehr Spitzenwissenschaftler aller Disziplinen als an jeder anderen Krankheit. […] Leider haben diese Erkenntnisse auch gezeigt, dass Krebs viel schwerer zu heilen ist, als man erwartet hat, zumindest in den fortgeschrittenen Stadien. […] Heute kennen wir die wichtigsten Mechanismen in der Krebsentwicklung sehr genau. Es hat sich tatsächlich bewahrheitet, dass Krebs nach zwar sehr komplexen, aber durchaus logischen Gesetzen funktioniert, und diese verstehen Mediziner immer besser. Aber genau deshalb weiß man auch, wie schwer die Heilung ist.“
Tatsache ist, dass einige Krebsarten zwar inzwischen sehr gut behandelt und sogar geheilt werden können. Aber es sind durchaus nicht die am häufigsten auftretenden Krankheiten. Es sind Lippenkrebs, Hautkrebs (malignes Melanom) und Hodenkrebs. Da betragen die Heilungschancen immerhin 75 bis 90 Prozent. Weniger als 10 Prozent Heilungschancen haben dagegen Lungenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Speiseröhrenkrebs. Und Lungenkrebs stellt nach wie vor die häufigste Todesursache durch Krebs dar. Bei den Männern ist der Lungenkrebs auf dem besten Weg, die Nummer eins der Todesursachen zu werden, die bisher noch von den Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingenommen wird. Bei den Frauen ist durch die ständige Zunahme der Zahl der Raucherinnen die Zahl der Krebserkrankungen dramatisch im Steigen begriffen. Wurden bei den Frauen 2015 noch 19.374 Neuerkrankungen durch Lungenkrebs gezählt, so wird bis zum Jahr 2030 die Zahl bereits bei über 30.000 liegen.
Insgesamt sieht es also nicht so besonders rosig aus. Nach der Statistik des Robert-Koch-Institutes (RKI) starbe