BUCHAUSZEIT: LEBENSLANGES LERNEN
Ich glaube immer noch,
die beste Methode, um etwas zu lernen,
ist, sich hinzusetzen und ein Buch zu lesen.
Eric Schmidt, (*1955), US-amerikanischer Informatiker und Manager
Für das Leben lernen
Du liest immer noch dieses Buch. Dann möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bei dir bedanken, dass du mein Buch gekauft hast. Ich wünsche mir, dass du hier einige nützliche Tipps für dich findest. Ich möchte dir gratulieren, denn mit dem Lesen dieses Buches hast du erkannt, dass du dich mit dir selbst beschäftigen solltest. Im Alltagsstress hast du sicherlich selten die Möglichkeit dazu, denn um dich mit deinem Inneren zu beschäftigen, brauchst du Ruhe vom Außen.
Du machst jetzt einen wichtigen Schritt und nimmst dir eine hoffentlich entspannte Buchauszeit. Bevor du anfängst weiterzulesen habe ich noch eine kleine Bitte. Hol dir einen Stift und markiere alles, was dir wichtig erscheint. Schreibe deine Gedanken einfach als Randnotiz direkt in dieses Buch. Falls dir dies merkwürdig erscheint, werde ich dir das „Warum“ etwas später erläutern. Mach einfach mit, es lohnt sich!
Es ist wichtig, dass jeder seinen eigenen Weg findet, aber es gibt immer wieder Menschen, von denen du etwas beim Gespräch, Coaching, Seminar oder aus ihren Büchern lernen kannst. Auch ich lerne auf diese Art und Weise täglich dazu, denn niemand weiß alles oder ist perfekt.
Anfangs war das Gelesene oder Gehörte für mich manchmal unlogisch, widersprüchlich oder unverständlich. Später habe ich dann festgestellt, dass ich einfach noch nicht reif oder in Stimmung für die neuen Erkenntnisse war. Genau aus diesem Grunde lese ich viele meiner Bücher mehrmals, besuche regelmäßig Seminare und forme aus den unterschiedlichsten Quellen meine eigene Wissensbibliothek, meine persönlichen Learnings.
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Finden deiner für dich wertvollsten Bucherkenntnisse.
Früher war alles besser
Dies war der Lieblingsspruch meines Opas und so langsam komme ich auch in ein Alter, das wir als Kinder als „Gruftis“7 bezeichneten: die Generation 55+. Nun kenne ich selbst Zeiten, in denen vieles anders war, so kann ich meinen Opa besser verstehen.
Als Kind kannte ich nur drei Fernsehsender und ein Testbild mit einem merkwürdigen Dauerton, das uns am Wochenende ins Bett geschickt hat. Wir hatten viel freie Zeit, und die meisten unserer Freizeitaktivitäten spielten sich tatsächlich im Freien ab. Fußball spielten wir nicht mit Ronaldo und Fifa, sondern mit unseren realen Freunden und mit einem echten Ball. Mein erstes Videospiel spielte ich an einem münzbetriebenen Automaten in einem Kaufhaus, es war mir schon nach kurzer Zeit zu langweilig.
Es war schön, real mit meinen Freunden zu kommunizieren und zugleich herrlich, nicht ständig erreichbar zu sein. Wenn ich etwas kaufen wollte, führte ich keine stundenlangen Onlinerecherchen durch, brauchte keine Vergleichsportale und wartete nicht auf das ultimative „Black Friday“-Angebot. Ich benötigte trotzdem weniger Geld, da ich gezwungen war, mit echten Scheinen zu zahlen und nicht mit Onlinebanking, Kreditkarte oder „PayPal“ schnell und unüberlegt überweisen konnte.
Es ist doch erstaunlich, wie ich ohne Internet, Smartphone und die vielen digitalen Helfer überleben konnte. Aber dafür war die Lebensgeschwindigkeit langsamer, die Informationsdichte geringer, der Schlaf und die Pausen länger und vor allem gab es weniger Möglichkeiten und Leistungsdruck. Was für eine herrliche Zeit!
Doch ich bin nicht mein Opa und weiß, dass früher nicht alles besser war, es war einfach nur anders. Viel Schlechtes haben wir verdrängt, wir schätzen heute die positiven neuen Errungenschaften manchmal zu wenig, weil sie selbstverständlich geworden sind. Um unser Sozial-, Gesundheits- und Bildungssystem würden uns unsere Großväter beneiden. Die vielschichtigen technischen Entwicklungen erleichtern uns nicht nur im Haushalt und am Arbeitsplatz unser Leben.
Wir werden durch diese Entwicklungen auch immer älter. Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sie sich seit dem Jahr 1870 mehr als verdoppelt. Wenn ich jetzt nichts Besseres zu schreiben wüsste, könnte ich dir hier noch viel mehr aufzählen, aber das meiste wäre dir bestimmt selbst bekannt. Mal ehrlich, wir jammern alle auf ziemlich hohem Niveau. Irgendwie scheinen uns doch noch zwei Eigenschaften zu fehlen: Dankbarkeit und positives Denken.
In meinen Augen ist es ein Problem, dass wir von den rasanten Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zum Teil unvorbereitet überrollt wurden. Wir haben den richtig dosierten Umgang einfach nie erle