: Karsten Nitsch
: Mein Blockhaus am Fluss Vom Bauen und Leben in der Natur
: FinanzBuch Verlag
: 9783986091026
: 1
: CHF 17.10
:
: Natur und Gesellschaft: Allgemeines, Nachschlagewerke
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
An einem Abend im April beschließt Karsten Nitsch, seinen Traum wahr zu machen und ein Blockhaus zu bauen - in der wunderschönen Natur der Lausitz, an der Spree, im 'Hinterland der Zivilisation'. In diesem Buch berichtet er davon, wie dieses Projekt mit allen damit verbundenen Bereicherungen und Einschränkungen sein Leben verändert hat. Der Weg, den der Autor gewählt habe, ist kein rückwärtsgewandter Verzicht auf jeglichen Komfort, sondern vielmehr der Wunsch, ein nachhaltiges Leben zu führen, ohne auf jegliche Annehmlichkeiten zu verzichten. Das Buch enthält neben dem stimmungsvollen Erfahrungsbericht einen praktischen Teil, in dem auf die einzelnen Schritte zum Bau eines Blockhauses eingegangen wird. Hierbei werden alle wichtigen Phasen besprochen - angefangen vom Fundament über den kompletten Ausbau bis hin zu einer Dachbegrünung. Auch auf die Materialbeschaffung und das Thema Wiederverwertung wird eingegangen. Ein Buch für alle, die den Traum eines nachhaltigen Lebenskonzepts haben und vielleicht mit dem Gedanken spielen, eine Blockhütte zu bauen, sei es als Gartenhäuschen, Sauna oder sogar als Tiny-Haus oder Heim für den ständigen Wohnsitz.

Karsten Nitsch, Jg. 1962, verbrachte seine Kindheit in einem sorbischen Dorf und ist bis heute fest in der Lausitz verwurzelt. Er arbeitete als Binnenfischer, Waldarbeiter und in der Umweltbildung, bevor er sich entschied, Naturführer zu werden. Im Jahr 2006 errichtete er an der Spree ein Blockhaus, in der er noch heute mit seiner Familie lebt. In den folgenden Jahren veranstaltete er Blockhausbaukurse, die von Teilnehmern aus Deutschland und anderen europäischen Ländern besucht wurden. So entstand mit der Zeit das Spreecamp, ein Ort, in dem naturbegeisterte Besucher regelmäßig zu Gast sind. Er ist zudem Naturfotograf und regelmäßiger Gast in TV und Medien wie Walden, GEO, ARTE, MDR Riverboat, rbb zibb und wurde für Zeit online und taz porträtiert.

Gimme Shelter


Es ist kühler geworden, und während ich die Bäume, die den Fluss säumen, betrachte, erscheinen sie mir mehr und mehr wie Gestalten, die klagend ihre Gliedmaßen in den Himmel recken. Nebel hat sich wie ein Schleier über die Aue gelegt, der Herbstgesang des Rotkehlchens klingt gedämpft, als befinde sich seine Naturbühne hinter einem herabgelassenen Vorhang. Jetzt im Oktober bereiten sich alle Lebewesen langsam auf den Winter vor, täglich kann ich beobachten wie Eichhörnchen, Igel oder Eichelhäher ihre Vorbereitungen treffen, und auch ich fülle meinen Holzvorrat auf. Was für ein wunderbarer Ort, ein Privileg, hier leben zu dürfen. Aber die Vollkommenheit eines Wohnortes kann erst durch eine angemessene Behausung entstehen. »Gimme Shelter …«, sangen schon die Rolling Stones und ich hatte dabei immer eine Hütte vor Augen. Das mag kurios erscheinen, dennoch ist dieses Bild nicht völlig abwegig, denn diese Sehnsucht nach einer Zuflucht, die Geborgenheit vermittelt, ist ein Grundbedürfnis, für das es keine Standards gibt.

Wo Eichhörnchen sich geschützt fühlen

In diesem Buch soll es natürlich um eine Zuflucht gehen, die baulich errichtet werden muss, eine Behausung, die uns als Unterkunft dient. Dabei sind wir Menschen bekanntlich nicht die einzigen Lebewesen, die solche Bauten errichten, im Tierreich finden wir zahlreiche Beispiele dafür. Die meisten Tiere errichten sie, um ihre Nachkommen aufzuziehen, wobei Nester und angelegte Höhlen zu den bekanntesten Bauwerken gehören. Die meisten Nester aber werden nach der Brut und Aufzucht der Jungen verlassen, eine weitere Nutzung findet nicht statt. Sogar für eine unmittelbar danach einsetzende Zweitbrut wird ein neues Nest errichtet. Das mag in unseren Augen verschwenderisch erscheinen, dient aber zum einen der Hygiene und hat außerdem mit dem Sicherheitsbedürfnis zu tun, denn ständiges Ab- und Anfliegen bei der Fütterung der Jungtiere kann schon verräterisch sein. In einer der Erlen am Fluss hat ein Eichhörnchen hoch oben