: Eckhard Roediger, Eva Frank-Noyon, Wendy Terrie Behary
: Passt doch! Paarkonflikte verstehen und lösen mit der Schematherapie. Mit Online-Material
: Beltz
: 9783621289061
: 2
: CHF 25.30
:
: Angewandte Psychologie
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Gegensätze ziehen sich an? Gleich und gleich gesellt sich gern? Die unterschiedlichsten Paarkonstellationen können im Laufe der Beziehung zu Konflikten führen. Die Schematherapie hilft, diese zu verstehen und zu lösen. Paare finden aufgrund einer unbewusst wirkenden »Beziehungschemie« zueinander. Häufig fühlen sich die Partner_innen zu den Eigenschaften des/der anderen hingezogen, die sich von ihren eigenen unterscheiden. Diese Unterschiede führen im Laufe einer Beziehung aber häufig zu Konflikten und immer kleinere Reize münden in schwierigen Emotionen und Reaktionen. Die Schematherapie kann sehr gut als Paartherapie konzipiert werden und hilft den Partner_innen, ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen (Schemata und Modi) zu erkennen und zu akzeptieren. In der Therapie und mithilfe des Ratgebers auch in Selbsthilfe lernen sie, Konflikte angemessen zu klären und die ursprüngliche Attraktivität der Eigenschaften des Partners oder der Partnerin wieder zu erkennen. Paare erfahren darüber hinaus, wie sie künftig Konflikte vermeiden, ihren Alltag harmonischer gestalten und ihre Beziehung damit stabilisieren - und so ihre ursprüngliche »Passung« wieder entdecken. Aus dem Inhalt: 1 Biologische Grundlagen• 2 Das theoretische Modell• 3 Mythen und Wahrheiten über Partnerschaften• 4 Das praktische Vorgehen• 5 Herausfordernde Beziehungsthemen unter der schematherapeutischen Lupe• 6 Verstehen, Verzeihen, Verändern: schematherapeutische Übungen für eine bessere Partnerschaft• 7 Die dunkle Seite der Liebe: toxische Beziehungen• 8 Was bringen Paargespräche oder eine Paartherapie?• 9 Was geht, wenn nichts mehr geht? Eine Trennung einleiten

Dr. med. Eckhard Roediger, Psychotherapeut in eigener Praxis und Leiter des Instituts für Schematherapie in Frankfurt. Mitglied des Gründungs-Vorstandes der Internationalen Schematherapiegesellschaft (ISST).

1 Biologische Grundlagen


1.1 Niemand ist eine Insel. Die biologischen Grundlagen unserer Beziehungen


Es ist offensichtlich, dass Beziehungen für uns Menschen wichtig sind. Das ist übrigens weniger eine Frage unserer persönlichen Einstellung als vielmehr unserer Veranlagung. Hinter unseren romantischen Gefühlen stecken ganz unromantische Körperprozesse. Wir sind biologisch auf Bindung hin angelegt. Bindung ist ein zugegebenermaßen etwas schlichtes Wort für viele Phänomene, die man allgemein »Liebe« nennt. Es hat (und hatte schon immer) handfeste Vorteile im Überlebenskampf, wenn man sich in Gruppen zusammenschließt. Das gilt besonders für die Gattung Mensch. Wenn wir auf die Welt kommen, können wir lange Zeit nicht aus eigener Kraft überleben. Das ist bei den meisten Tieren anders. Menschen sind in diesem Sinne »Frühgeburten« und auf eine »soziale Gebärmutter« angewiesen. Das ist die Gruppe, besonders natürlich die engsten Angehörigen. Die Natur hat also dafür gesorgt, dass es zwischen den Neugeborenen und den Eltern eine biologisch angelegte Tendenz zur Verbindung gibt. Die dafür verantwortlichen Hirnstrukturen nennt man das Bindungssystem. Wir suchen Bindung – ob wir wollen oder nicht! Trennt man junge Hunde von ihren Müttern, jaulen sie, als ob sie körperliche Schmerzen hätten. Werden Menschen aus einem gemeinsamen Spiel ausge