: Matteo Strukul
: Das Erbe der sieben Familien Historischer Roman. - Vom Autor der MEDICI-Reihe
: Goldmann Verlag
: 9783641297060
: Die sieben Familien
: 1
: CHF 6.20
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 704
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
1494 regiert auf der italienischen Halbinsel das Chaos. Während das Volk von Florenz in den Bann des Mönchs Savonarola gerät und Piero de’ Medici aus der Stadt jagt, betreibt in Rom der Borgia-Papst Alexander VI. eine korrupte Vetternwirtschaft und vergnügt sich schamlos mit seinen Mätressen. Unterdessen verbündet sich der Mailänder Ludovico Sforza mit dem französischen König und ermöglicht es ihm, die Alpen zu überqueren und in Italien einzumarschieren. Krankheit, Unterdrückung und Blutvergießen sind die Folge. Doch dann regt sich unter den Italienern mutiger Widerstand gegen die Knechtschaft der Anjou ...

Matteo Strukul wurde 1973 in Padua geboren. Er hat Jura studiert und in Europäischem Recht promoviert. Er gehört zu den neuen Stimmen der italienischen Literatur. Seine historischen Romane erobern regelmäßig die italienischen Bestsellerlisten. Strukul lebt mit seiner Frau Silvia abwechselnd in Padua, Berlin und Transsilvanien.

1488


Prolog

Kirchenstaat, Forlì, Rocca di Ravaldino

Sie haben ihn umgebracht, dachte sie. Und sie werden dafür bezahlen. Ludovico und Checco Orsi, seine Mörder. Und auch Ordelaffi und Lorenzo de’ Medici, die Komplizen dieses Mordes. Sie würde warten und Tag um Tag ihre Rachlust nähren.

Caterina sah Girolamos Leichnam noch vor sich, wie er von den gierigen Händen der Bürger von Forlì zerfleischt worden war. Nachdem er von den Brüdern Orsi aus dem Fenster des Palastes geworfen worden war, hatten die Männer und Frauen sich wie die Aasgeier auf ihn gestürzt und ihn in Stücke gerissen. Am Ende war das, was von ihm übrig war, auf die Pritsche eines Karrens verfrachtet und zur Via dei Battuti Neri gebracht worden, wo eine Handvoll Ordensbrüder sich um die Beerdigung von Hingerichteten kümmerte. Als sich dann der Karren mit seiner Totenfuhre auf den Weg machte, stürmte die Menge den Palast – wie ein Schwarm beutehungriger Schmeißfliegen. Sie verwüsteten und plünderten, was sie nur konnten.

Vor ihrer Festnahme war es Caterina gelungen, Boten zu ihrem Bruder Ludovico in Mailand und den Bentivoglio in Bologna zu schicken und schließlich durch einen Diener ihren getreuen Kastellan Tommaso Feo zu verständigen, er solle sich in der Rocca di Ravaldino verschanzen.

Sie selbst war mit ihren Söhnen Scipione, Ottaviano und Francesco in den Verliesen der Burg der Orsi eingesperrt worden. Und dort wartete sie immer noch und wurde fast verrückt vor Kälte und Schmerz.

Es waren ihre Söhne, die sie am Leben hielten und ihr die Kraft gaben durchzuhalten. Ihre Liebe hatte sie genährt, und so hatte sie weitermachen können; während sie sich Scipiones Vorschläge zur Rache und Ottavianos Versprechungen anhörte, wiegte sie den kleinen, in eine Decke gewickelten Francesco. Sie waren wie junge Hunde, aber willensstark und entschlossen, und so ließ sie ihnen gegenüber ihren eigenen Willen außen vor. Sie hatte einen Plan im Kopf, aber dafür müssten sie sehr mutig und zu allem bereit sein.

Nach ein paar Tagen erschien Giacomo Savelli, der päpstliche Gouverneur von Cesena, vor dem Gefängnisgitter und ordnete an, dass Caterina und ihre Söhne zur Rocca di San Pietro gebracht und dort unter Aufsicht von Bartolomeo Capoferri gestellt werden sollten.

Sie hatte eine stolze, unbeugsame Haltung bewahrt und keinen Laut der Klage von sich gegeben, das Gleiche galt für ihre Söhne. Sie hatte sie schon vor langer Zeit gelehrt, sich nötigenfalls die Lippen blutig zu beißen, um ja nicht den Anschein zu erwecken, klein beizugeben.

Auf der Festung angelangt, hatte Savelli Caterina angesehen und um Geduld gebeten. Er würde das Co