: Stuart MacBride
: Die dunkle Spur des Blutes Thriller
: Goldmann
: 9783641294076
: Detective Sergeant Logan McRae
: 1
: CHF 8.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 544
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Stuar MacBride ist ein Lektüre-Muss für mich ... immer schnell, hart, authentisch - und anders.' Lee Child
Eine dunkle Nacht in einer abgelegenen Gegend Schottlands. Professor Nicholas Wilson, ein so prominenter wie lautstarker Verfechter streitbarer politischer Thesen, verlässt wie jeden Abend mit seinem Hund das Haus. Doch dieses Mal kommt er nicht zurück. Und die zahlreichen Blutspuren auf seinem Küchentisch lassen das Schlimmste befürchten. Inspector Logan McRae würde diesen brisanten Fall gerne anderen überlassen, doch dann verschwindet ein zweiter Mann unter ähnlichen Umständen. Und als bei der BBC Scotland ein Paket eingeht mit zwei grausam abgetrennten, wie zum Gebet gefalteten Händen, gerät die Situation außer Kontrolle. Irgendjemand da draußen will eine Botschaft loswerden. Eine Botschaft aus Blut ...

'Was für ein großartiger Autor. Sein Ermittler Logan McRae ist für jeden Spannungsfan eine wahre Freude.' The Times

Bereits 'Die dunklen Wasser von Aberdeen', Stuart MacBrides erster Roman um den Ermittler Logan McRae, wurde als bestes Krimidebüt des Jahres ausgezeichnet. Seither sind die brillanten Spannungsromane des Schotten aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Stuart MacBride lebt mit seiner Frau im Nordosten Schottlands.

2


»Boah, guck dir das an – so idyllisch, dass einemschlecht wird.«

Una bog mit ihrem Fiat in die gekieste Einfahrt ein und verzog das Gesicht, als sie durch die Frontscheibe spähte.

Ein heruntergekommenes Bauernhaus mit einem Wäldchen dahinter, umgeben von Hecken und Sträuchern und Blumen und Bäumen und Zeugs. Ringsherum meilenweit nichts als Hügel und Felder und Schafe und Bäume und was auch immer das für Viecher waren, die da am blauen Himmel herumschwirrten. Wie Fledermäuse, nur eben bei Tag. Tagfledermäuse.

Etwas abseits befanden sich eine Handvoll Nebengebäude, Scheunen und dergleichen in unterschiedlichen Stadien der Renovierung – eines davon war in einem Spinnennetz von Gerüsten gefangen, die Dachschindeln abgetragen und durch blaue Planen ersetzt.

Puh …

Joes Stimme tönte aus den Autolautsprechern. »Und, ist er da?«

Sie stellte den Motor ab, pflückte ihr Handy aus der Halterung und stieg aus in die … Du liebe Zeit, das war, als ob man in einenOfen stieg. Einen Ofen, erfüllt vom zufriedenen Gesumme der dämlichen Hummeln, die durch die brütend heiße Luft taumelten, um sich irgendwo ein Plätzchen zum Aussterben zu suchen. Kaum dreißig Sekunden aus dem Auto, und schon klebte ihr die schicke, luftige Paisley-Bluse am Rücken.

»Hallo, Una? Hal-lo?«

»Sekunde.« Sie tauchte noch einmal ins Auto ab, um ihren Frappuccino und ihre Sonnenbrille herauszufischen, dann klemmte sie sich das Handy zwischen Ohr und Schulter, um das Auto mit der Fernbedienung abschließen zu können. Sie setzte die Brille auf.

»Also, ist der alte Sack jetzt da oder nicht?«

»Ja, woher soll ich das denn wissen?« Der Kies knirschte unter ihren Sohlen, als sie auf die Haustür zumarschierte. »Wenn wir Glück haben, liegt er tot in einem Schrank mit einem Schal um den Hals, einer Orange im Mund und seinem Schwanz in der Hand.«

»Oh, vielen herzlichenDank für dieses Bild! Ich esse gerade eine Banane!«

Una drückte den Daumen auf den Klingelknopf, und tief drinnen im Haus läutete etwas wie ein ferner Big Ben. »Ach, komm schon – der Mann ist doch der geborene Würgwichser.«

Keine Antwort.

»Jetzt werde ich auch noch Albträume haben.«

Noch ein Versuch.

Una sah auf die Uhr – schon kurz vor zehn. »Herrgott noch mal.« Denn es war ja nicht so, als ob sie heute noch ein Dutzend Fakultätssitzungen zu absolvieren hätte, oder?

Sie drückte die Klinke – abgeschlossen.

Dann drehte sie sich um und blickte über die Einfahrt hinweg auf einen versifften alten Volvo-Kombi von der Farbe gebrauchter Windeln. »Professor Würgwichsers Auto steht vor dem Haus.«

Weit konnte er also nicht sein.

Sie schlug mit der flachen Hand an die Haustür, dass es nur so schepperte. »NICH