Zauberkraft-Gedanken
Dieser Tag war einfach nur schön. Ich wünschte, es würde immer so weitergehen. Ich kann mir keine bessere Gesellschaft vorstellen als die dieses kleinen Glückselefanten. Ich fühle mich so unendlich wohl in seiner Präsenz – so aufgehoben irgendwie. Ich glaube sogar, mit ihm verstehe ich mich besser, als ich es mit vielen Menschen getan habe.
Wir schlenderten nach einer Zeit vom Eiscafé weiter zu meinem kleinen Lieblingswäldchen. Ich liebe dieses Wäldchen und wollte es meinem neuen Freund unbedingt zeigen. Der hatte zwar schon die ganze Welt gesehen, aber ich war mir sicher, dass ihm mein Lieblingswäldchen auch sehr gut gefallen würde. Es gibt dort einen kleinen Bach. Uns war heiß und wir wollten unsere Füße im Wasser erfrischen. Die Sommerluft hatte fünfunddreißig Grad, da kann man jede Erfrischung gebrauchen.
Auf dem Weg dorthin kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Der kleine Glückselefant schien regelrecht in die Menschen hineinschauen zu können – mitten hinein. Und zwar in jede Person, die an uns vorbeiging. Und wir begegneten vielen Personen. Absolut beeindruckend, was er mir über die Menschen erzählte.
Er konnte auch sehen, welche Energie jemand aussandte. Das kann man sich so ähnlich vorstellen wie das Aurasehen, es war aber in Wahrheit noch viel mehr. Der Glückselefant konnte genau sehen, wie ein Mensch mit seiner Energie die gleiche Art von Energie wieder anzog.
»Schau mal«, sagte er zum Beispiel zu mir, »schau dir mal die Energie von der Frau mit dem Strohhut an. Siehst du die Gedanken, die sie aussendet?«
Also, ehrlich gesagt, sah ich überhaupt nichts. Ich sah die Frau und den Hut – aber wie um Himmels willen sollte ich denn sehen, welche Gedanken sie aussendet?
»Vielleicht sind die Gedanken auch aus Stroh, passend zum Hut«, sagte ich. Okay, war nicht so lustig – aber ich wollte etwas von meinem Nichtsehenkönnen ablenken.
»Mach dir keine Sorgen. Die meisten können das nicht sehen. Obwohl man auch das lernen und trainieren kann«, beruhigte er mich.
»Woher kannst du es denn? Wo hast du es gelernt?«, fragte ich beeindruckt.
Der kleine Glückselefant erzählte, dass er die Gabe, in die Menschen hineinzusehen, schon früh bemerkt hatte: »In meinem Land gibt es viele Touristen und die wollen immer auch uns Elefanten sehen. So bin ich schon in jungen Jahren vielen Menschen begegnet. Und ich konnte es einfach: Ich konnte genau sehen, welche Gedanken sie hatten. Ich dachte natürlich, alle aus meiner Herde würden das sehen. Aber irgendwann wurde mir klar, dass dem nicht so war.«
Der kleine Glückselefant jedenfalls sah, wie die Gedanken den Menschen verließen und dann loszogen. Und er sah die Anziehungskraft dieser Gedanken. Er sah, wie etwas mit genau der gleichen Energie wieder zu ihnen zurückkehrte.
Das musst du dir mal vorstellen!
»Die Menschen denken immer, dass ihre Gedanken nur in ihrem Kopf sind und auch da bleiben, solange sie sie nicht aussprechen. Tun sie aber nicht. Bei keinem einzigen Menschen auf dieser Welt. Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, bei dem die Gedanken im Kopf bleiben.« Jetzt redete er fast wie ein Do