Die fliegenden Füchse
Laura streckte zaghaft ihren Daumen aus und ein Gefühl der Angst stieg in ihr auf. Die Worte ihres Vaters hatten es geschafft, sie mit Furcht zu erfüllen, aber auch mit Wut. Ja, trampen war gefährlich, das wusste sie, einem Teil von ihr war es jedoch egal.
Sie wollte alle Vorsicht in den Wind schlagen.
Prompt hielt ein alter, baufälliger VW-Bus am Straßenrand und ein langhaariger Surfer steckte seinen Kopf aus dem Fenster. „Hey Dudette – soll ich dich mitnehmen?“
Sie schnappte sich apathisch ihren Rucksack und kletterte lautlos neben ihm hinein. „Du fährst also auch nach Byron Bay? Hast du da irgendwelche Freunde? Ich komme jeden Winter zum Surfen und für die coolen Partys hierher!“
Laura starrte nur stoisch aus dem Fenster und strich sich ab und zu das schlaffe blonde Haar aus den Augen.
„Du redest nicht viel, stimmt’s? Aber hey, das ist cool.“
Als sie schließlich am Strand ankamen, war klar, warum Byron Bay einen so magischen Ruf besaß. Die Sonne begann unterzugehen, und das Licht spiegelte sich in Rosa- und Violett-Tönen auf dem Pazifik wider. Dies war wirklich ein besonderer Ort.
„Das ist der östlichste Teil Australiens, weißt du! Von diesem Punkt an gibt es nur noch das große Nichts. Übrigens, mein Name ist Grant!“ Er wartete vergeblich auf eine Antwort. „Na ja, vielleicht sehen wir uns ja später!“
Sie schlenderte ziellos über den Strand. Der Sand knirschte seltsam unter ihren Füßen, als wolle er das tiefe Rauschen der Brandung ausgleichen. War dies wirklich das Ende ihrer Reise? Sie hatte sich immer gewünscht, hierherzukommen – ein Paradies für Freaks, Hippies und Aussteiger – vielleicht würde sie hier endlich Frieden f