Im berüchtigten Streifendienst von Moskau versah ich meinen Dienst. Um das wirklich bescheidene Gehalt aufzubessern, wurden Autofahrer Tag für Tag regelrecht gejagt. Sehr „vielversprechend“ waren Moskauer mit großen europäischen Fahrzeugen jenseits der 100.000.--Dollar-Grenze. Sie wussten bei der Kontrolle gleich, worum es ging. Im Führerschein steckten immer größere Scheine. Offensichtlich vertrauten sie nicht dem Rubel, sondern frönten eher der amerikanischen Währung. Die Bürger hatten mehr Angst vor der Polizei als vor den Kriminellen. Mit 28 Jahren gehörte ich schon zu den „alten Hasen“ im Streifendienst. Bei einer Kontrolle hatte ich einmal ungeheures Glück. Ein auf dem Novinsky-Boulevard fahrender Rolls-Royce Phantom, ein beeindruckendes und teures Auto, hatte unsere Aufmerksamkeit geweckt. Das Auto war zu schnell unterwegs, weshalb wir mit unserem Lada Mosquitsch die Verfolgung aufnahmen. Ein schwieriges Unterfangen! Wir hatten gerade einmal 55 PS zur Verfügung. Durch den dichten Stadtverkehr diesem riesigen Schiff mit zehnfacher Motorleistung näherzukommen, schien fast unmöglich. Erschwerend kam hinzu, dass wir uns in einem Zivilfahrzeug befanden, das sich in keinster Weise von den anderen Fahrzeugen in dem dichten Verkehr unterschied. Doch bereits in der ersten Fahrstunde