: David Jackson
: Und zornig jagt die Angst Nathan Codys vierter Fall: Der Thriller-Bestseller aus England
: ATG books
: 9783965190498
: 1
: CHF 3.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 362
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
'Erinnert an Harlan Coben, obwohl meiner Meinung nach Jackson der bessere Autor ist.' - The Guardian Der vierte Band der aufregenden Thriller-Serie um den Liverpooler Ermittler DS Nathan Cody   »Sara! Erinnere dich! Victoria und Albert. Mehr kann ich nicht sagen. Sie sind hier. Sie sind...« Dies sind die letzten Worte, die Sara Prior jemals von ihrem Mann hören wird. Während DS Nathan Cody versucht, die rätselhafte Nachricht zu entschlüsseln und den brutalen Mord aufzuklären, wird bald klar, dass Sara keine gewöhnliche trauernde Ehefrau ist. Als sie versucht, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen, wird Sara in eine für sie völlig fremde und überaus gefährliche Welt hineingezogen. Und für Cody wird dieser düstere Fall überraschend persönlich ...

6


 

 

Cody beschleicht der Eindruck, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Es liegt daran, wie sich Sara Prior verhält.

Bei Gesprächen mit trauernden Angehörigen in Räumen wie diesem hat er schon praktisch alles erlebt. Die gesamte Bandbreite von Emotionen. Manche weinen. Manche verfallen in Schock oder Verleugnung. Andere werden ohnmächtig. Wieder andere toben oder werden gar gewalttätig.

Auf Sara trifft nichts davon zu. Sie wirkt unheimlich entspannt, während sie auf dem Stuhl sitzt, an ihrem Wasser nippt und seine Fragen beantwortet. Cody hat schon Leute erlebt, die bei Vorstellungsgesprächen nervöser waren. Sie behauptet, ihrem Ehemann treu ergeben gewesen zu sein. Warum also verursacht ihr sein Ableben nicht mehr Kummer? Was verheimlicht sie?

»Schildern Sie mir, was heute passiert ist. Wie haben Sie von der Sache mit Matthew erfahren?«

»Auf dem Anrufbeantworter war eine Nachricht. Ich ...«

»Da waren sie gerade vom Flughafen gekommen, ist das richtig?«

»Ja. Aus Manchester.«

»Wo sind Sie gewesen?«

»In Kopenhagen. Ich komme ursprünglich von dort. Ich habe meine Familie besucht. Mein Mädchenname ist Olsen.«

»Ah, Sie sind Dänin. Ich hab schon versucht, den Akzent einzuordnen. Ihr Englisch ist ausgezeichnet.«

»So gut wie jeder in Kopenhagen spricht ein wenig Englisch. Mein Vater hat darauf bestanden, dass wir es so viel wie möglich benutzen. Er hatte für mich große Visionen von einer Zukunft im globalen Finanzwesen.«

Cody fällt auf, dass sie sein Kompliment gar nicht zu registrieren scheint. Sie nimmt es nicht mal mit einem knappen Nicken zur Kenntnis.

»Okay«, fährt er fort. »Sie sind also nach Hause gekommen ...«

»Ja, und da hab ich gesehen, dass ich Nachrichten hatte. Zuerst habe sie ignoriert. Ich habe mir eine Tasse Tee gemacht und sie völlig vergessen. Aber dann bin ich zurück in den Flur gegangen, um meinen Koffer zu holen. An der Stelle habe ich mir die Nachrichten angehört.«

»Wie viele waren es?«

»Drei, aber nur eine von Matthew.«

»Was hat er gesagt?«

»Es war ... Es war sehr seltsam. Er war eindeutig wegen irgendetwas aufgeregt. Er hat so was gesagt wie: ›Sie sind hier.‹ Das hat er mehrmals wiederholt. Aber er hat auch gesagt ...«

»Nur zu.«

»Mittlerweile fällt es mir schwer zu glauben, aber er hat so was gesagt wie: ›Merk dir Victoria und Albert.‹«

Cody hält mit dem Stift mitten im Satz auf dem Notizblock inne. »Könnten Sie das bitte wiederholen?«

»Ja. Er hat gesagt: ›Merk dir Victoria und Albert.‹ Da bin ich mir sicher.«

Stirnrunzelnd notiert es sich Cody. »Was noch?«