: Josef Marksteiner
: Nie gelebt und doch gestorben
: myMorawa von Dataform Media GmbH
: 9783991297383
: 1
: CHF 13.60
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
Nach dem Brand auf einem Bauernhof im niederösterreichischen Mostviertel werden bei den Aufräumungsarbeiten zwei völlig verbrannte Leichen gefunden. Die polizeilichen Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig, weil die Identitäten der Toten vorerst nicht festzustellen sind. Es entsteht der Eindruck, dass sie offiziell nicht gelebt haben, weil in sämtlichen polizeilichen Dateien keine Eintragungen auf passende abgängige Personen aufscheinen. Daher bleibt auch lange Zeit ungeklärt, wie die Toten auf den Futterspeicher des Hofes gelangt sind, und in welchem Zusammenhang sie mit dem Brandgeschehen stehen. Wurden sie selbst Opfer ihrer eigenen Straftat, gibt es andere Hintergründe, Fragen über Fragen, die die Polizei zu klären hat. Verschiedenste Gruppen von polizeilichen Ermittlern einschließlich von Gerichtsmedizinern arbeiten an der Aufklärung des Falles, der im Verlaufe der Erhebungen immer bizarrer wird. Der Autor versuchte die Ermittlungsschritte und die Zusammenarbeit zwischen Gerichten, Behörden und der Polizei möglichst authentisch zu schildern.

Kapitel 3

Zwei Tage vorher war auf Stift Salzstein, einem Ortsteil der Stadt Schrems im Waldviertel, Bruder Laurentius einer schweren Krankheit erlegen. Das Kloster Salzstein bestand aus zwei großen viereckigen Trakten, die versetzt aneinander gebaut waren. In jeweils einem Trakt lebten die Mönche des Hellezianerordens, die Nonnen des Ordens „Blut Maria“ bewohnten den zweiten Trakt im Sinne ihrer Rituale und Gelübde.

Viele logistische Bereiche, vordergründig die Landwirtschaft, wurden gemeinsam betrieben. Auf den Agrarbetrieb waren sie besonders stolz, denn er reichte fast zur Selbstversorgung und wurde rein biologisch geführt.

Bruder Laurentius war als Findelkind nach Salzstein gekommen. Dort wurde er von Ordensschwestern aufgezogen und lernte das Leben außerhalb des Klosters nie kennen. Nur wenige wussten, dass Laurentius von einem Geistlichen vor knapp 60 Jahren von einer Tagung mit nach Stift Salzstein gebracht worden war. Dieser Priester soll angeblich große Karriere gemacht haben. Damals war das Baby gerade einmal ein Monat alt. Es war die Rede, dass das Kind von einer unbekannten Mutter in einem Ordenskrankenhaus zur Welt gebracht worden war. Die Mutter sei kurz nach der Geburt verstorben, habe ihm vorher aber noch den Namen Laurentius gegeben.

Der junge Geistliche wollte dem Kind eine Perspektive bieten, weshalb er es der Obhut der Ordensschwestern in Salzstein anvertraute. Inwieweit in diesem Fall Behörden Kenntnis erlangt hatten, war nicht bekan