: Klaus Marschall, Frank Katzmarek
: Kreuzfahrt der Eitelkeiten Ein Zauberer und seine skurrilen Erlebnisse auf See
: Charles Verlag
: 9783948486679
: 1
: CHF 8.90
:
: Erzählende Literatur
: German
: 240
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Für Dirk »Kuppi« Kupjoweit ist das Leben vor allem eines: nicht langweilig. Neben seinem Beruf als Feuerwehrmann ist er nämlich leidenschaftlicher und professioneller Zauberer, der in seinen Shows die unterschiedlichsten Gemüter zu unterhalten weiß. Dieser Leidenschaft geht er auch auf Kreuzfahrten nach, doch diesmal ist er es, dem Überraschungen bevorstehen. Denn seine Freundin Julia taucht überraschend an Bord auf mit dem festen Ziel, die gemeinsame Zukunft zu planen ... just in dem Moment, als Dirk seinen Jugendschwarm Sylvie unerwartet unter den Gästen wiedersieht. Zu allem Überfluss intrigiert der Künstlerdirektor an Bord gegen ihn und auch sein Erzfeind aus Schultagen lauert auf seine Chance, ihm Böses zu tun. Nicht genug damit, birgt Sylvie ein dunkles Geheimnis, mit dem sie Kuppi vollends ins Desaster stürzt ...

Frank Katzmarek wurde 1966 in Herford geboren und ging nach der Lehre zum Fahrzeugbauer in den Beamtendienst bei der Berufsfeuerwehr Bielefeld. Dort wurde er u.a. elf Jahre auf dem Rettungshubschrauber Christoph 13 eingesetzt. Seine große Leidenschaft ist es aber auch, Leute zu unterhalten. Seit seinem 12. Lebensjahr ist er als Zauberer und seit dem 20. Lebensjahr als Moderator viel gebucht. Ob für TV oder rund um den Globus auf Kreuzfahrten, Betriebsfeiern, Familien- oder Vereinsfesten unterhält Frank Katzmarek mit Comedy-Zauberei sein Publikum mit großem Erfolg. Seine Programme führt Frank Katzmarek in Deutsch und Englisch vor. So hatte er auch dreimal die Chance, in New York auf dem Broadway bei der Monday Night Magic die USA zu verzaubern. Als Moderator der Internet-TV-Sendung"Wort äckerei" begrüßt er jeden 2. Monat vor mehr als 50.000 Zuschauern live Bestsellerautoren und angesagte Musiker als Showact. Für die Stiftung Augenblicke steht er zusammen mit Ingolf Lück bei der großen Guter-Zweck-Show"Comedy- chuppen" als Moderator auf der Bühne und ist als Organisator für die Buchung der TV-Comedy Stars zuständig.

Ostwestfalen – Bielefeld – Feuerwache: Langeweile

Willst Du leiden Höllenqualen, gibt es nur eines: Ostwestfalen.

Siehst Du Mieses in der Welt, bist Du wohl in Bielefeld.

Bielefeld, du schöne Stadt … streiche »schön«, nimm besser »fuck«.

Das sind die Sprüche, die mir als erstes einfallen, wenn ich überlege, wie Nichteinwohner die Ostwestfalenmetropole beschreiben. Ich weiß, den Begriff »Metropole« zu benutzen ist vermessen, sofern man solche Orte wie Berlin, München, Hamburg, Frankfurt oder Köln daneben stellt. Ganz zu schweigen von internationalen Megacitys wie New York, Sydney, Tokio oder Istanbul.

Bielefeld besitzt in der öffentlichen Meinung den Charme der gewissen Leere. Nicht von Ungefähr hat sich in Verbindung mit meiner Heimat die Verschwörungstheorie entwickelt, dass es sie gar nicht gibt. Unsäglich, aber irgendwo auch nachvollziehbar, spiegelt es doch die Unentschlossenheit und Zerrissenheit des Erscheinungsbildes wider. Bielefeld ist das Paradebeispiel dafür, sich nicht entscheiden zu können. Es ist zu groß für eine Kleinstadt, aber zu klein für eine Großstadt. Die ortsansässige Fußballelf Arminia pendelt stetig orientierungslos zwischen den verschiedenen Profiligen hin und her und ist allein siebenmal aus der 1. Fußballklasse abgestiegen. Die Existenz eines U-Bahnnetzes steht für den Versuch, nach Großem zu streben, wirkt jedoch aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen merkwürdig deplatziert. Steht man nun wiederum kurz davor, Bielefeld als pure Provinz mit Geltungssucht abzuqualifizieren, fällt einem ein, dass weltweit operierende Großkonzerne wie Dr. Oetker, Bertelsmann und Miele hier ansässig sind. Wie gesagt, die Stadt kann sich nicht entscheiden …

Genauso verhält es sich im Grunde genommen mit meinen besten Kumpeln Olaf »Öli« Hövelkröger, Thomas »Triene« Sunderkötter und Christian »Katschka« Otterpohl. Alle drei befinden sich in dem Wechselbad der Gefühle, sehnsüchtig gedanklich nach Dingen zu greifen, die von der rauen Gegenwart durchkreuzt werden.

Öli sieht sich in der Fantasie als Biker und muskulöser Harley-Hasardeur frei und ungebunden auf dem Highway 1 der Abendsonne Kaliforniens entgegenwubbern. Die wilde, langmähnige Haartracht wird vom Wind gekämmt und die Augen sind hinter einer coolen Sonnenbrille versteckt.

In Wirklichkeit reicht seine freie Entfaltung – nach täglich verrichtetem Job als Versicherungskaufmann mit Spezialgebiet Riester Rente und ähnlichen Gaunereien – maximal bis zum Gartenrand des noch lange nicht abbezahlten Eigenheimes. Spätestens dann erreicht ihn die brüchig-schnarrende Stimme seiner Frau Tanja, die ihn mit unzähligen Anweisungen überschüttet. Der Tonfall lässt einiges an Geringschätzung spüren. Geringschätzung dafür, dass Öli mittlerweile ganzjährig beachtlichen Winterspeck mit sich herumträgt. Geringschätzung dafür, dass seine ehemals adlerartige Sehstärke der eines Maulwurfs gewichen ist und nur noch mit Brillengläsern hoher Dioptrienzahl ausgeglichen werden kann. Geringschätzung dafür, dass sich in die einst sprießende, wuschelige Haarmatte tiefe Schneisen an Geheimratsecken hineinfressen. Geringschätzung dafür, dass die zupackende, handwerksbegabte Art von damals nur gespielt war und Olaf bei genauer Betrachtung noch nicht einmal eine Reißzwecke unfallfrei in eine Pinnwand drücken kann. Und nicht zuletzt Geringschätzung dafür, dass die Ehe immer noch kinderlos ist, wobei keineswegs geklärt ist, ob Tanja oder Öli Schuld daran trägt.

Triene, der zweite im Bunde, scheint im ersten Moment das genaue Gegenteil von Öli zu sein. Groß gewachsen, sportliche Figur, braun gebrannt, volles dunkles Haar und finanziell gut aufgestellt gibt er sich gerne in jeder Hinsicht potent und selbstsicher. Allerdings wohnt er im Alter von Ende 30 immer noch zu Hause und hängt unverändert am finanziellen Tropf seines Vaters, Inhaber des erfolgreichen mittelständischen Unternehmens »KlinSunBi«, welches Türverschlüsse unterschiedlichster Art herstellt und damit zu den weltweit führenden Vertretern der Branche zählt. Sämtliche Ausbildungsanläufe hat Triene abgebrochen und steht nun ohne jedweden Abschluss da, bis auf die Fac