: Rainer Sachse
: Komplexität in der Psychotherapie Psychotherapie klientengerecht und nachhaltig gestalten
: Hogrefe Verlag GmbH& Co. KG
: 9783840931277
: 1
: CHF 26.20
:
: Psychologie
: German
: 297
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Psychotherapie ist ein komplexer Prozess. Klientinnen und Klienten kommen mit unterschiedlichsten Symptomen und Störungen in die Therapie, ihre Anliegen und Ziele sind ebenso heterogen wie ihre Persönlichkeiten. Aber auch auf Therapeutenseite fließen viele Variablen mit ein, wie z.B. die gewählte Therapieform und die Persönlichkeit der Therapierenden. Wie kann angesichts dieser Komplexität eine Psychotherapie den Klientinnen und Klienten gerecht werden und nachhaltige Veränderungen erzielen? Der erfahrene Psychotherapeut Rainer Sachse diskutiert in diesem Buch Ansätze aus Wissenschafts-, Chaos- und Systemtheorie und integriert wichtige psychologische und psychotherapeutische Forschungsergebnisse, um daraus konstruktive Vorschläge abzuleiten, wie Psychotherapie weiterentwickelt werden kann: zu einer komplexen Psychotherapie, in der nicht nur störungsspezifische Aspekte betrachtet werden, sondern auch die Funktionsspezifität bei der Konzeptualisierung des Therapieprozesses eine entscheidende Rolle spielt.

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Inhaltsverzeichnis9
1Einleitung15
1.1Worum es geht15
1.2Was heißt genau, eine Psychotherapie soll Klienten gerecht werden?17
1.3Sinn des Buches22
1.4Das Konzept dieses Buches24
2Erkenntnis- und wissenschafts­theoretische Überlegungen31
2.1These 1: Menschen müssenin ihren Kontexten handeln31
2.2These 2: Handlungen sollen effektiv sein32
2.3These 3: Realitätsmodelle sind erforderlich33
2.4These 4: Ein Realitätsmodell sollte valide sein33
2.5These 5: Eine „Realität“ existiert34
2.6These 6: Modelle könnenunterschiedlich valide sein35
2.7These 7: Modelle bilden Wissen36
2.8These 8: Modelle oderTheorien sind immer vorläufig36
2.9These 9: Wissenschaftliches Wissenist immer hypothetisch37
2.10These 10: Wissenschaftliche Forschung führt zu maximal validen Modellen40
2.11These 11: Wissenschaftliche Forschung istper definitionem reduktionistisch41
2.12These 12: Der notwendige Reduktionismus schränkt den Geltungsbereich wissenschaftlicher Aussagen ein42
2.13These 13: Experimente schaffen sehr valide, aber von ihrem Geltungsbereich her stark eingeschränkte Aussagen44
2.14These 14: Praxis ist deutlichkomplexer als Forschung45
2.15These 15: Praktisches Handeln kann nur teilweise auf wissenschaftlichen Modellen basieren46
2.16These 16: Wissenschaftliche Modellesind Heuristiken für die Praxis47
2.17These 17: Die eigene Expertisespielt eine wesentliche Rolle48
2.18These 18: Therapeuten arbeiten immer nur mit Hypothesen49
2.19These 19: Wissenschaftlich validierte Modelle können Expertise verbessern, aber nicht ersetzen50
3Schlussfolgerungen aus denThesen für die Psychotherapie51
3.1Ziele der Wissenschaft Psychotherapie51
3.2Einschränkungen wissenschaftlicherAussagen im Bereich Psychotherapie52
3.3Das Problem der Generalisierbarkeit56
4Ergebnisse der Psychotherapieforschung und Folgerungen für eine Konzeption von Psychotherapie57
4.1Heterogenität und Komplexität57
4.2Klienten-Variablen58
4.2.1Diagnosen58
4.2.2Eingangsvariablen des Klienten59
4.2.3Die Bedeutung der Störung61
4.2.4Weitere Variablen63
4.3Therapeuten-Variablen65
4.3.1Beziehungsgestaltung66
4.3.2Interaktionsvariablen68
4.4Prozess-Variablen70
4.5Therapieeffekte73
4.5.1Messung von Therapieerfolg73
4.5.2Wirken alle Psychotherapien gleich?74
4.6Schlussfolgerungen aus den Forschungsergebnissen77
4.7Komplexe und einfache Störungen: Eine entscheidende Variable für die Psychotherapie86
4.7.1Angststörungen86
4.7.2Besondere Bedingungen bei der Therapie von Phobien87
4.7.3Persönlichkeitsstörungen89
4.7.4Angststörung und Persönlichkeitsstörung:Ein psychologischer Vergleich93
5Therapeutische Informations­verarbeitung, Verstehen und Modellbildung101
5.1Komplexität der Verarbeitung102
5.2Therapeutisches Verstehen102
5.3Verarbeitungsmodi106
5.4Bildung eines Klientenmodells108
5.5Das Situationsmodell110
5.6Prozesse der Modellbildung111
5.7Schlussfolgerungen113
6Die Bedeutung von Expertise des Therapeuten114
6.1Anforderungen an Therapeuten im Prozess der Psychotherapie114
6.1.1Anforderungen an die Informationsverarbeitung115
6.1.2Anforderungen an die Handlung118
6.2Therapeuten benötigen Expertise, um die Anforderungen der Therapie zu bewältigen119
6.3Definition von Expertise121
6.3.1Expertise erfordert spezifisches Training123
6.3.2Die Relevanz von Expertise hängtvon der Anforderung ab123
6.3.3Expertise zeigt sich in Kompetenzendeutlicher als in Ergebnissen125
6.4Was zeichnet Experten aus?125
6.5Auch Experten können irren130
6.6Expertise und Heuristik130
6.7Das Scientist-Practitioner-Modell133
6.7.1Das Konzept133
6.7.2Kritik133
6.7.3Anforderungsprofile134
6.7.4Kommunikation135
6.8Empirische Evidenzen zur Expertisein der Psychotherapie136
7Der Prozess der Therapie141
7.1Warum eine Betrachtung des Therapieprozesses wesentlich ist141
7.2Viele relevante Aspekte entfalten sich erst mit der Zeit141
7.3Probleme und Themen ändern sich im Prozessverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit145
7.4Auch Ziele verändern sich im Therapieprozess145
8Ein hoch relevanter Aspekt des Therapieprozesses: Chaos und Struktur147
8.1Chaos im Prozess147
8.2Konsequenzen für die Therapie148
8.3Selbstorganisation150
8.4Therapieprozess:Wechsel von Chaos und Struktur151
8.5Der Weg entsteht beim Gehen151
8.6Die Bedeutung von Expertisewird erneut deutlich152
8.7Stringenz und Flexibilität des Therapeuten152
8.8Schlussfolgerungen für die Therapie153
8.8.1Was sind Systeme?153
8.8.2Vorhersagbarkeit und Kontrollierbarkeit156
8.8.3Interventionen und Veränderungen des Systems158
8.8.4Veränderungsprozesse160
8.8.5Destabilisierung162