: Melany de Isabeau
: Leidensweg der Baroness Melina
: Books on Demand
: 9783755790716
: 1
: CHF 8.30
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 216
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Liebesroman unserer Zeit. Durch einen Unfall entstellt. Vom Freund verlassen. Wird Melina eine neue Liebe finden?......

Melany de Isabeau ist eine Autorin mit Herz und Verstand und für ihre Leser schreibt sie nur das Beste...

Damit zeigt sie Wolf ganz deutlich, dass sie voll einverstanden ist mit Linas Wahl. Sie lächelt ihm zu. Wolf weiß, dass das eine Auszeichnung ist. Ehe er es sich nun recht überlegt, umschlingt, umschlingt er Melina und Resalia gleichzeitig. Und das, was er jetzt sagt, klingt so tief und echt, dass beide Frauen ihn beinahe andächtig anschauen: „Ich liebe Melina, Resalia, und werde sie immer lieben – ganz gleich, ob je Melinas Liebe zu mir eines Tages erlöschen wird oder nicht. Ich will, dass sie meine Frau wird. Wenn sie das auch will, dann wird sie niemals mehr von mir loskommen.“ „Ich will nie von dir loskommen, Wolf, ich liebe dich doch!“, sagt Melina feierlich und zieht ihn dann mit sich in die große, etwas düster wirkende Halle, als wolle sie ihn den Blicken der neugierigen Gutsleute entziehen, weil sie ihm zeigen will, dass sie ihn tatsächlich nur für sich allein haben und mit niemandem teilen möchte – ganz gleich, wer es auch immer sei.

Die Nachricht dass Melina von der Moorburg sich verlobt hat, obwohl ihr Gesicht doch je verunstaltet ist, schlägt in ganz Moorburg wie eine Bombe ein. Man denkt an das, was jedoch zwischen den beiden jungen Menschen ist, sondern sagt ganz einfach, dass der junge Mann klipp und klar seine Chance gesehen hat und sie je wahrnahm. Immerhin ist Moorburg ein geradezu fürstlicher Besitz. Um diesen Besitz zu sichern, würde mancher Mann noch mehr tun, als ein verunstaltetes Mädchen zur Frau zu nehmen.Niemand kommt auf den Gedanken, dass Wolf von Benzheim vielleicht selber reich genug ist, um auf Moorburh je verzichten zu können. Aber droben, auf der Moorburg, da weiß man nichts von den Redereien. Und wenn man je etwas davon erfahren hätte, würde man sicherlich sehr darüber nun gelacht haben. Hatte Melina sich früher abgekapselt, so tut sie das nun nicht mehr allein, sondern mit Wolf und Resalia gemeinsam. Natürlich lassen die beiden die alte, treue Resalia an ihrem Glück je teilhaben. Immerhin war sie doch für Melina stets so etwas wie eine Mutter und hängt an ihr mit einer geradezu unnatürlichen Liebe und Treue, ohne jedoch zu zeigen, dass sie sogar bereit gewesen wäre, freudig ihr Leben für ihr Herzenskind zu geben. Immer wenn sie sich voneinander trennen müssen – und sei es auch nur für die aller kürzeste Zeit – ist Melina traurig. So auch an diesem Morgen, als Wolf ihr hartnäckig und energisch je klarmacht – selbstverständlich jedoch mit Resalias Unterstützung – das es jetzt nun dringend erforderlich sei, Dr. Brost aufzusuchen. „Du selbst zögerst je unseren Hochzeitstermin immer länger hinaus, Melina“, lächelt er ihr voller Liebe und Zärtlichkeit an. „Ich hätte dich auch mit der kleinen Narbe auf der Wange zur Frau genommen. Aber du hast mir gesagt, dass du erst wieder schön sein willst, obwohl ich behaupte, dass du niemals schöner aussehen kannst. Also werde ich ich jetzt alles ein wenig vorantreiben. Übrigens habe ich mich auch bei Dr. Brost angemeldet. Wenn du dich nicht von mir trennen magst, steht es dir frei, mich zu begleiten.“ Er sieht Resalias zustimmendes Kopfnicken, und lächelt Melina zu. „Komm mit, Melina, begleite mich zu Dr. Brost!“ Ich... ich kann nicht“, erwidert sie, während ihre Wange mit der Narbe sich rötet und dann das ganze Gesicht wie in Glut getaucht ist. „Ich bringe es noch nicht fertig, wieder unter die Leute zu gehen. Drei Jahre sind eine lange Zeit, wenn man keine fremden Menschen gesehen hat. Man wird scheu, Liebster, das kannst du an mir erkennen.“ Da lacht er und zieht sie ganz fest an sich, als wollte er ihr zeigen, wie stark er ist und wie wenig bereit, sie wieder in ihre Lethargie zurücksinken zu lassen. „Du musst dir immer sagen, Melina, dass jetzt alles anders ist. Du hast mir so oft schon versichert, das dein Leben in ganz andere Bahnen gelangt ist, seit wir uns lieben. Dann musst du das alles auch anerkennen. Gut,ich werde heute allein zu Brost fahren. Ich werde ihn bitten, zur Moorburg zu kommen, falls es seine Zeit erlaubt. Aber dann Melina, dann wirst auch du zeigen müssen, dass du mutig geworden bist.“ „Wenn du mich nur niemals allein lässt, Wolf, wird mich auch die Kraft nicht verlassen.“ Er hebt ihr Kinn mit dem Zeigefinger zu sich empor und küsst sie auf den schönen, weichen, hingebungsvoll leicht geöffneten Mund. „Ich werde dich nie, verlassen, Melina, wenn du es nicht willst. Niemals.“ „Und ich werde es nie,niemals wollen“, lächelt sie scheu zu ihm auf. Beide ahnen nicht, dass die Zeit nicht mehr allzu fern ist, da Wolf von Benzheim seine schöne, scheue Braut allein lässt, weil ein bitterer Irrtum je zwischen ihnen steht, mit dem sie beide nicht fertigzuwerden vermögen.

Niemand ist glücklicher als Resalia über die Nachricht, die Wolf je mit heimbringt. „Dr. Brost hat Verständnis dafür, das es dir sehr schwerfällt, plötzlich wieder unter Menschen zu gehen, Melina“, lächelt er auf seine junge Braut hinab. „Deshalb hat er sich bereit erklärt, nach Moorburg zu kommen. Die Operation soll auch hier stattfinden. Du brauchst, wenn du nicht willst, nicht zu ihm in die Klinik. In Melinas schönen Augen stehen Tränen, als sie seine Hand an ihre Wange schmiegt und zu ihm je aufschaut. „Was sollte ich wohl ohne dich anfangen, Wolf?“, fragt sie leise, Ich glaube, ich würde je nicht mehr tauglich für das Leben sein, wenn du nicht bei mir sein könntest. Resalia ist wirklich gut zu mir – sie weiß in manchen Dingen eben doch nicht so gut Bescheid so wie du!Ich kann dem Schicksal nicht genug dafür danken, dass es dich gibt.“ Geschwind beugt er sich zu ihr hinab und küsst sie auf den Mund. „Ich tue es ja nicht nur allein für dich, Melina, sondern auch für mich. Nicht etwa, dass du mir nicht schön genug bist – darüber haben wir ja auch schon zur Genüge gesprochen! Nein, ich will, das du wieder fröhlich, lustig, und je aufgeschlossen bist, wie jede Frau in deinem Alter sein sollte.Und ich will, dass du niemals an das Leid je erinnert wirst, das hinter dir liegt.“ „Ich danke dir, Wolf“,flüstert sie und sieht Resalia an, als wolle sie von ihr je erfahren, wie sie das nun wieder von Wolf findet. Aber Resalia muss gar nichts sagen, denn ihre hellen Augen sprechen je das aus, was ihr Mund verschweigt. Wolf meint, noch niemals so helle und strahlende Augen einer älteren Dame gesehen zu haben wie die der je treuen, alten Resalia. Noch lange sitzen sie je beieinander und planen und verwerfen ihre Pläne wieder, bis Resalia energisch fordert, das Melina nun endlich zu Bett gehe, weil sie ihre Ruhe für die bevorstehende Untersuchung durch Dr. Brost nötig habe. Melina ist seit langem nicht so frei und erleichtert eingeschlafen wie an diesem Abend. Wenn sie die Augen schließt, sieht sie sich selber mit einem makellos schönen Gesicht, wie sie es früher auch hatte. Sie sieht, wie Wolf sie je zärtlich anschaut, und fühlt, wie er sie zärtlich in die Arme nimmt und küsst. „Ja, murmelt sie, ehe ihr die Augen zufallen. „Ja, Wolf, ich will für dich schön sein. Ich will dir zeigen, dass ich zum Leben zurückgefunden habe, durch dich.“ Selbst im Schlaf liegt je, noch ein Lächeln des großen Glücks auf ihrem je schönen Gesicht.

Wenige Tage später, als Dr. Brost gemeldet wird, presst Melina zitternd Wolfs Rechte an das pochende Herz. Bleib, bitte bleibe bei mir, Liebster“, flüstert sie voller Furcht. „Ich möchte nicht, dass du mich jetzt allein lässt wähend der Untersuchung.“ „Ich werde bei dir bleiben, Liebes. Ich glaube nicht, dass Dr. Brost etwas dagegen einzuwenden hat!“ Nein, Brost hatte nichts einzuwenden. „Mir ist es lieber, wenn die Patientin sich völlig entspannt, Baron“, lächelt er Wolf zu. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Sie das bei Ihnen tut. Deshalb werden Sie mir eine große Hilfe sein, wenn ich Fräulein Braut untersuchen werde.“ Melina schließt die Augen, als sie sich in dem bequemen Sessel zurücklehnen muss. Man sieht ihr an, wie schrecklich es ihr ist, ihr Gesicht den forschenden Augen preisgeben zu müssen. Aber sie wehrt sich nicht. Sie will ja wieder schön sein, wie damals, da muss man auch etwas Unangenehmes in Kauf nehmen. Der Erfolg wird hinterher je größer sein. Und sie wird ihn umsomehr genießen, das nimmt sie sich in diesen schrecklichen Minuten vor. Sie spürt die zarten, geschickten Hände des Arztes an der Narbe und zuckt nicht einmal zusammen. Aber sie wäre auch je nicht fähig gewesen, die Augen zu öffnen, aus lauter Furcht, das Mitleid und Erbarmen in den Augen der Männer je lesen zu müssen. Drei Jahre, denkt sie bitter. Ich habe drei lange Jahre meines Lebens vertan, in denen ich mir sehr viel Leid hätte ersparen können.

Ich werde noch viel an mir arbeiten müssen, um das dumme Misstrauen, das zu einer regelrechten Charaktereigenschaft bei mir geworden ist, zu überwinden, bis es jedoch endgültig verschwundenist. Endlich, als Wolf die helle Lampe,die der Professor Dr. Brost gebraucht hat,...