: Edgar Wallace
: DER ZIRKEL DER GERECHTEN Der Krimi-Klassiker!
: Apex-Verlag
: 9783754185803
: 1
: CHF 5.30
:
: Historische Kriminalromane
: German
: 197
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In ihrem zweiten Abenteuer müssen die Vier Gerechten einen von ihnen opfern... Es gibt Verbrechen, für die es keine angemessene Strafe gibt, Vergehen, die das Gesetz nicht ungeschehen machen kann. Aus diesem Grund wird der Rat der Gerechtigkeit ins Leben gerufen - eine Versammlung großer und leidenschaftsloser Intellektueller. Diese Männer sind gleichgültig gegenüber der öffentlichen Meinung und Moral. Sie setzen ihren Verstand und ihre Gerissenheit unerbittlich gegen mächtige Unterwelt-Organisationen und gegen Meister des Verbrechens ein. Wer die ungeschriebenen Gesetze des Rats missachtet, wird ohne Gnade getötet... Der Roman DER ZIRKEL DER GERECHTEN von Edgar Wallace, der als einer der erfolgreichsten Kriminal-Schriftsteller aller Zeiten gilt, erschien erstmals im Jahr 1908 und ist die Fortsetzung von DIE VIER GERECHTEN. Der Apex-Verlag veröffentlicht diesen Klassiker der Kriminal-Literatur als deutsche Erstveröffentlichung in seiner Reihe APEX CRIME.

Richard Horatio Edgar Wallace (* 1. April 1875 in Greenwich bei London; ? 10. Februar 1932 in Hollywood, Kalifornien) war ein englischer Schriftsteller, Journalist, Dramatiker, Drehbuchautor und Filmregisseur. Er gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern und gilt als Erfinder des modernen Thrillers, als dessen Hauptvertreter er Anfang des 20. Jahrhunderts galt.

  II. Der vierte Mann


 

 

Der Große hielt seine Hand in der Tasche, als der Detektiv sprach. Beim Betreten der Halle hatte er sich mit einem schnellen Blick einen Überblick über jedes Detail verschafft. Er sah den perlenverzierten Streifen von unbemaltem Holz, das die elektrischen Kabel verdeckte, und er hatte die Gelegenheit benutzt, während der geschwätzige Bruder seine Rede zum Zwecke weiterer Aufklärung hielt. Links neben der Bühne war ein weißes Schaltbrett aus Porzellan angebracht, mit einem halben Dutzend Schaltern. Er schätzte die Entfernung ab und seine Hand mit der Pistole schnellte hoch. Peng! Peng! Glas zersplitterte, mit einem blauen Blitz schlug eine Flamme aus den zerschmetterten Sicherungen – und die Halle war in Dunkel getaucht. Das alles geschah, bevor der Detektiv von seiner Bank aus in die kreischende, schreiende Menge springen konnte – bevor der Polizeibeamte einen Blick von dem Mann erhaschen konnte, der die Schüsse abfeuerte. Im Nu war das totale Chaos entstanden.

»RUHE!«, brüllte Falmouth über das Getöse hinweg. »Ruhe! Seid endlich still, ihr elenden Feiglinge! Brown, Curtis, bringen Sie eine Lampe her – Inspektor, wo sind die Laternen Ihrer Leute?«

Ein Dutzend Blendlaternen schickten ihre Strahlen über das zappelnde Gedränge.

»Machen Sie Ihre Laternen auf!« Und zum schäumenden Pöbel gewandt rief er »RUHE!« Dann erinnerte sich ein aufgeweckter junger Beamter, dass er in dem Raum Gasleuchter gesehen hatte und kämpfte sich durch den heulenden Mob. Schließlich kam er an die Wand und fand die Installation mit seiner Laterne. Mithilfe eines brennenden Streichholzes zündete er das Gas an und die Panik legte sich so schnell wie sie begonnen hatte. Falmouth, kochend vor Wut, warf einen wilden Blick umher. »Bewacht die Tür«, sagte er kurz angebunden; »die Halle ist umstellt und eigentlich können die nicht entkommen.« Zusammen mit zweien seiner Männer durchschritt er rasch den Mittelgang und schwang sich auf die Bühne, von wo er das Publikum betrachtete.

Die Frau von Gratz, totenbleich, stand wie erstarrt, mit einer Hand an den kleinen Tisch gelehnt, die andere Hand an ihrer Kehle. Falmouth gebot Ruhe mit erhobener Hand und die Gesetzesbrecher gehorchten.

»Ich habe kein Problem mit der Roten Hundert«, sagte er. »Das Gesetz dieses Landes erlaubt es, gegenteilige Meinungen und Lehren zu äußern, so unerwünscht sie auch sein mögen – ich bin heute hier, um zwei Männer festzunehmen, die die Gesetze dieses Landes gebrochen haben. Zwei Personen, die zu der Organisation ‚Die Vier Gerechten‘ gehören.«

Während seiner gesamten Ansprache durchsuchte er ständig die Gesichter der Leute vor ihm. Er wusste, dass ihn die Hälfte nicht verstand, und daher diente das anschließende Gemurmel nach seiner Rede der Übersetzung und Erklärung. Die Gesichter, die er suchte, konnte er nicht ausmachen. Er kannte diese Männer nicht und hoffte darauf, dass sie sich durch seine Untersuchung zu einem Fehler hinreißen lassen würden. Es soll vorkommen, dass Kleinigkeiten und Einzelheiten gelegentlich zu enormen Erfolgen führen. Ein schleudernder Bus war am Piccadilly in einen Privat-PKW gedonnert. So wurden drei sich lautstark bemerkbar machende Ausländer entdeckt, die in dem umgestürzten Fahrzeug gefangen waren. Des Weiteren entdeckte man, dass der Fahrer sich in der allgemeinen Verwirrung aus dem Staub gemacht hatte. In der Dunkelheit tauschten die drei Gefangenen ihre Erfahrungen aus und kamen zu dem Schluss, dass nämlich ihre Entführung nichts als die Folge eines geheimnisvollen Briefes war, den jeder v