: Susi Müller
: Beate sucht eine Lösung!
: Books on Demand
: 9783755764717
: 1
: CHF 6.10
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 232
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Beate sitzt mit ihrer Freundin im Gartenlokal, indem sie ein netter, flotter Kellner bedient. Leicht gehen da Strömungen umher? Kann da mehr daraus werden? Beate wohnt in der Nähe, könnte öfter nach ihm schauen? Mutter hat sie für einen Wochenendbesuch eingeladen, sie hat Neuigkeiten. Ohne es mit ihr zu besprechen, möchte die Mutter den heimatlichen Bauernhof verkaufen. Auf einmal steht Beate vor der Gefahr alles zu verlieren. Von hoch oben nach unten. Wie kann sie damit fertig werden. Viel Spaß und Freude.

Susi Müller schreibt mit großer Freude Kinder- und Jugendbücher sowie Unterhaltungsromane.

Beate sucht eine Lösung!


Wie herrlich! Ruhig, die Sonnenstrahlen brechend, schlängelt sich der breite Fluss durch Graz. Fröhlich, locker Bein vor Bein setzend, schlendert Beate im luftigen Blümchenkleid freudig über die Brücke der Mur.

Auch die ihr entgegenkommenden Herrschaften schienen den Sonnentag zu genießen. Manche sprachen lachend miteinander, aber auch die Alleingehenden hoben freudig das Gesicht mehr der Sonne entgegen als sonst.

Am Ende der Brücke führte eine breite Treppe zum Mur Steg hinunter. Während sie abwärts geht, gleitet ihr Blick über den Fluss, selbst dieser schien sich heute an der Sonne zu freuen. Ruhig, zufrieden, langsam, gemächlich, fast als ob es sich gar nicht bewegen würde, floss das Wasser vor sich hin.

Rechts wie links säumten die Flussufer Erholungsbedürftige und Sonnensuchende. Manche lagen auf dem Boden, andere saßen, so gut es ging auf dem Wiesenrand. Die Bänke selbstverständlich belegt, Drumherum war´s voll.

Weiter unten am Flussufer saß ihr Freund Jörg mit Kollegen beim Malen. Sie liebten es, hier zusammen zu wirken. Konnten Sie einen geeigneteren Tag als heute finden? Wohl kaum. Na, ja dann musste sie vielleicht den Abend alleine verbringen, lieber wäre ihr natürlich zu zweit. Aber obwohl sie erst ein paar Monate zusammen waren, hatte sie gelernt: Wenn es beim Malen gut lief, er sich durch nichts stören oder gar abbringen ließ.

Er sagte immer: „Die Zeit muss ich einfach ausnützen. In solchen Momenten kreiere ich mehr als manchmal in vielen Stunden.“

Sie hatte sich darauf eingerichtet und hatte keine Probleme damit. Lieber sollte er zufrieden und glücklich arbeiten als mit schlechter Laune neben ihr sein. Gleich sah sie die gesuchte Gruppe. Durch die Malstaffeleien und ausgebreiteten Utensilien waren sie leicht ausgespäht.

Sie legte den Arm über seine Schulter, schnell ein Küsschen auf die Wange: „Hallo mein Schatz! Ich wollte Dich zum Abendessen abholen! Wie schaut’s denn bei Dir aus?“

Jörg lächelnd zu ihr: „Was für eine Überraschung dich hier zu sehen mein Liebes. Ja ist das Essen denn schon fertig? Oder muss es noch gekocht werden?“ Deutlich merkte man seine Freude, sie zu sehen.

Verliebt streichelt sie ihm über das Gesicht: „So gut wie. Fünf Minuten Arbeit wären noch, so lange bis Du deine Hände gewaschen hast.“

„Ja, so nett wie Du mich einlädst, kann ich nicht Nein sagen. Warte ich packe mal schnell zusammen.“

Er wandte sich an seine Kollegen: „Freunde ich gehe nach Hause.“

Der englische Akzent von John war nicht überhörbar: „Ja, wenn mich eine so schöne Frau auch noch so liebevoll einladen würde, wäre ich schon weg.“ Man verstand sich gut. Alle drei lachten.

Jörg an seine Kollegen: „Hört mal, wir haben heute super gearbeitet. Ich gehe mit meinem Schatz nach Hause. Für heute muss der Sonnenuntergang ohne mich stattfinden. Also malt mal schön fleißig weiter.“ Packt nebenbei seine Ausstattung im Seesack zusammen.

Dreht sich wieder Beate zu: „Komm, mein Schatz. Der heutige Abend gehört uns. Lächelnd schaut er sie an. Hoffe mein Schatz, Du hast etwas Gutes gekocht."

Zufrieden strahlt ihn an: “Ja, mein Schatz das habe ich, extra für Dich komm nur mit." Gemütlich gehen sie los. Er mit Seesack über den Rücken, in der rechten Hand sein Bild.

Gerd, der zweite Malerkollege ruft lächelnd ihnen zu: „Vorsicht, Vorsicht ist geboten mein Freund, schon die stärksten Männer sind bei einem guten Essen schwach geworden und haben ja gesagt. Sei auf der Hut mein Freund."

Jörg winkt mit der linken Hand ab: „Ah, da brauchst keine Angst haben, solche Gedanken haben wir nicht."

Gerd schaut ihn schief, pfiffig an: „Komm geh schon, verliebter Maler. Selbst an deinen Bildern sieht man deinen Zustand von Verliebtheit. Haut endlich ab."

Jörg lacht genüsslich: „Ja, ja, wir gehen schon. Stimmt, ich gebe zu, ich bin verliebt, deswegen gehen wir jetzt tatsächlich. Viel Spaß noch. Ich komme morgen wieder hier her, solange das Wetter so schön ist. Vielleicht seid ihr wieder da. Servus.“

Sie winkten den Beiden zu, gingen Richtung Treppe. Oben über die Brücke, eng umarmt lächelten sie sich an.

Beate: „Ich bin überrascht, dass Du mitgekommen bist. Ganz ehrlich dachte ich, den Abend alleine verbringen zu müssen."

Jörg hebt den Kopf nebst Arm: „Tja, ich war heute wirklich sehr fleißig. Es lief einfach schnell, unproblematisch dahin. Mein Soll ist für einen Tag mehr als erfüllt. Tja und da dachte ich schon vorher, heute mal früher Schluss zu machen. Es werden jetzt wohl mehr Sommertage kommen da habe ich noch mehr Möglichkeiten, die abendsenkende Sonne einzufangen. Heute Abend kümmere ich mich um ein Glas Rotwein. Mit meiner, geliebten Beate, im Arm auf dem Balkon? Was sagt’s Du?“ Verliebt schaut er sie an. Drückt ihr schnell ein Küsschen auf die Wange.

Sie blickt verliebt lächelnd zurück: “Jawohl, mein Schatz. Für heute Abend war das die richtige Entscheidung. Komm.“ Sie drücken sich noch mal im Gehen fest aneinander. Lächeln sich verliebt an, weiter geht`s.

Jörg schaut hinüber zur Gaststätte, gemütlich sitzen die Gäste zusammen. Reden, essen, trinken: „Nach dem Essen können wir ja heute noch auf ein Glas Wein zum Erich rüber gehen. Schau mal bei dem ist das Haus voll."

„Ja, können wir. Hoffentlich ruft er nicht gleich an, dass Du zum Arbeiten kommen sollst."

Jörg arbeitete ab und zu ein wenig bei Erich: „Nein ganz bestimmt nicht. Heute bleibe ich einfach bei dir. Schluss aus Pasta.“ Mit einem erneuten Kuss besiegelt.

Noch wenige Schritte auf der mit Auto und Straßenbahn belebten Straße, rechts und links sehr breite Gehwegen, wunderschöne alte mit Stuck verzierte Häuser trennten Sie von ihrem Zuhause.

Sie standen vor dem Haus. Der Eingang war mit einer breiten stuckartigen Steinverzierung umrahmt. Beate schloss auf.

Beeindruckend die alte geschnitzte Holzhaustüre: “Also, die muss ich nochmal nachmessen, die hat bestimmt vier Meter Höhe? Oder sogar noch mehr? Eigentlich sollte ich die wunderschöne Türe, das herrliche alte Haus mit den hohen Fenstern malen. Wer hat schon an den Fensterseiten Steinverzierungen."

Sie lacht: “Ja, mein Schatz ganz bestimmt nicht heute.“ Ihre Wohnung befand sich im Erdgeschoss, ein paar Schritte nach der Haustüre. Sie schloss die Wohnungstüre auf: „Hereinspaziert mein Schatz. Bitte Hände waschen, mein Weg führt mich sofort in die Küche."

Schnell küssend legt er den Arm um Sie: „Aber natürlich, ich kann es gar nicht erwarten wieder bei Dir zu sein.“ Dreht sich um Richtung Bad.

In der Küche rührt sie die Salatsoße an. Den Salat rein umdrehen. Fertig. Der Rest war noch von vorher heiß. Den Tisch hatte sie bereits gedeckt, bevor sie wegging, ihn abzuholen. Jörg betrat den Raum, ein freudig Erstauntes: „Oh, da ist ja alles schon fertig. Es riecht köstlich. Hast Du alles vorher schon gemacht? Was für ein Glück für mich, dass ich gleich mitgekommen bin. Oder mein Schatz?" Liebevoll streicht seine Hand über sie.

Beate strahlt ihn an: “Komm setz Dich hin und probiere erst mal. Dann gib ein Urteil ab.“ Sie servierte auf seinem Teller, dann auf ihren.

Beide nahmen Platz undbeginnen genüsslich zu Essen. Es war nicht nötig, zu sprechen, alles passte. Wetter, Stimmung, Essen. Jeder saß vor seinem Teller und hing seinen Gedanken nach.

Beate legte ihr Besteck auf den Teller.

Jörg: “Du bist natürlich schon wieder fertig. Bitte achte doch nicht so auf die Figur, das Essen schmeckt so wunderbar, es ist zu schade verschmäht zu werden.“ Verschmitzt schaut er sie an: „Schließlich hast Du es selbst gekocht."

Beate: „Ja, aber ich habe heute Mittag ein großes Stück Kuchen gegessen."

Jetzt aber legte auch er sein Besteck ab. Beate räumte alles schnell vom Tisch auf die Küchentheke hinüber.

Jörg: „Bitte komm, setzt Dich doch neben mich.“ Was sie auch gleich tat.

„Wir haben uns doch den ganzen Tag über nicht gesehen, komm her mein Schatz, ich muss dich riechen und fühlen.“ Innige Küsse. Zart, streichelten sie sich gegenseitig übers Gesicht.

Küssend, lachend, sich haltend miteinander albernd hauchte Jörg:"Komm wir gehen in ein anderes Zimmer.“ Sich umarmend standen sie zusammen auf.

Gerne ließ sie sich voller Erwartung, freudig hochheben auf das Bett werfen. Die Welt versank, existierte nicht mehr. Zwei Körper verbunden mit ihren Seelen hatten sich im Feuer gefunden.

Nach dem Löschen der Erregung, sie lagen noch im Bett, meinte er: „Das wird wohl heute nichts mehr, dass wir zu Erich ins Wirtshaus gehen. Oder möchtest Du, dass wir noch rüber...