: Dante Alighieri
: Über die Notwendigkeit der Monarchie (De monarchia)
: Books on Demand
: 9783755725268
: 1
: CHF 6.60
:
: Staatslehre und politische Verwaltung
: German
: 104
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die staatstheoretische Schrift"De monarchia", des berühmten Verfassers der"Göttlichen Komödie", Dante Alighieri, entstand wahrscheinlich zwischen 1310 und 1313, in drei Büchern, in der Zeit also, als Kaiser Heinrich VII. nach Italien kam und daselbst seinen Tod fand. Sie bezieht sich auf das Verhältnis zwischen geistlicher und weltlicher Macht, oder zwischen Papst und Kaiser. Im ersten Buch wird argumentiert, daß die Monarchie, d. h. das römische Kaisertum, zum Heil der Welt, zur Erlangung der höchsten Güter, Freiheit und Friede, notwendig sei; im zweiten, daß das Kaisertum nur den Römern zukomme; im dritten, daß der Kaiser nicht unter dem Papst stehe, sondern daß beide gleichen Rang haben. Das Werk mißfiel der Geistlichkeit so sehr, daß es beinahe vernichtet worden wäre.

Erstes Buch.


Über die Notwendigkeit der Monarchie.


ALLE Menschen, denen eine höhere Natur die Liebe zur Wahrheit einprägte, lassen es sich wohl hauptsächlich angelegen sein, sowie sie durch die Bemühung der Altvorderen bereichert worden, so auch ihrerseits für die Nachkommen sich zu bemühen, dergestalt, daß die Nachwelt etwas durch sie erhalte, wo-durch sie bereichert werde. Denn seiner Pflicht fernab zu sein möge der nicht zweifeln, den trotz öffentlicher Anmahnungen es nicht kümmert, zum Gemeinwohl etwas beizutragen; denn er ist kein Holz, das längs dem Lauf der Gewässer zu seiner Zeit Frucht bringt, sondern vielmehr ein verderblicher Strudel, immer einschlürfend und nie das Eingeschlürfte zurückströmend. Dies nun oft und aufs neue bedenkend verlangt es mich, daß man mich nicht zeihe, mein Pfund vergraben zu haben, für das allgemeine Wohl nicht nur anzuschwellen, sondern vielmehr Frucht zu tragen, und von anderen unberührte Wahrheiten ans Licht zu bringen. Denn welchen Nutzen stiftete doch, wer einen Satz des Euklides aufs neue bewiese, wer die von Aristoteles dargestellte Glückseligkeit wiederum darzustellen unternähme, wer das von Cicero verteidigte Alter noch einmal zu verteidigen sich zur Aufgabe machte? Gewiß keinen, vielmehr würde ein so langweiliges über