2 Das mit dem Stew war gestern auch so eine Sache gewesen, dachte Lisa. Sie erwartete keinen Dank. Oder doch, ein wenig. Ein bisschen Dankbarkeit, ein wenig Aufmerksamkeit.
Sie wünschte sich, dass Gwyneth nicht alles für selbstverständlich nahm. Sie war jetzt neunzehn. Sie musste nicht mehr von der Mutter versorgt werden.
Lisa seufzte und holte den Staubsauger aus dem Besenschrank im Flur. Sie hatte sich angewöhnt, auch den Dielenboden zu saugen und nicht zu kehren.
Die Menschen sind so gedankenlos, dachte sie. Als wäre der Nächste neben ihnen kein Mensch, sondern ein Ding, das man beliebig hin und her schieben konnte.
Mark war anders gewesen. Mark war aufmerksam und dachte an sie. Wenn er von der Arbeit nach Hause kam, fragte er immer: Wie geht’s meiner Liza? Wie war dein Tag?
Er nannte sie immer Liza. Elisabeth war ja auch ein englischer Vorname.
Manchmal brachte er Blumen mit, auch wenn nicht Hochzeitstag oder Geburtstag war. Bei allem, mit dem sie kam, wägte er seine Belange sorgfältig gegen ihre ab. Er versuchte immer zu verstehen, was in ihr vorging. Er wollte wissen, was sie bewegte.
Das war selten zwischen Menschen. Auch in einer Ehe, erfuhr sie von Nachbarn. Das verstand Lisa nicht.
Wenn man jemanden liebt, dann kreisen doch alle Gedanken um ihn. Dann ist er präsent, und es gibt nichts, was ihn so schnell aus der Aufmerksamkeit verdrängen könnte.
Und wenn der Andere präsent ist, dann will ich auch wissen, was in ihm vorgeht, dachte s