: Tatjana Stöckler, Erin Lenaris, Ralph Sander, Detlef Klewer, Sebastian Schaefer, Sven Haupt, Nele Si
: Alien Contagium Erstkontakt-Geschichten
: Eridanus Verlag
: 9783946348344
: 1
: CHF 4.40
:
: Science Fiction
: German
: 100
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Sind wir in diesem gigantischen Sternenmeer allein? Welches Leben mag sich wohl in den Weiten des Universums entwickelt haben? Existiert irgendwo ein kompletter Zwilling unserer Spezies? Sind sie, wie wir einst waren oder möglicherweise sein könnten? Oder sind sie vollkommen anders als das, was wir als vermeintlich intelligente Lebensform erfassen können? Wie könnte eine erste Begegnung stattfinden - und was würde sie für uns, aber auch für die gesamte Menschheit verändern? Sind Außerirdische vielleicht sogar schon lange unter uns? 23 Autorinnen und Autoren haben ihrer Inspiration freien Lauf gelassen und erzählen von erstaunlichen, bewegenden, humorvollen, aber auch beängstigenden Begegnungen der Dritten Art. Mit Geschichten von Maximilian Wust | Frank Lauenroth | Erin Lenaris | Sven Haupt | Carolin Lüders | Ralph Sander | Anastasiya Maria | Manuel O. Bendrin | Anna Mai | Maximilian R. Herzig | Sylvia Kaml | Helen Obermeier | Detlef Klewer | Anna Eichenbach | Nob Shepherd | Michael Erle | Tatjana Stöckler | Michael G. Spitzer | Sebastian Schaefer | Galax Acheronian | Nele Sickel | Renée Engel | Christoph Grimm

Nachdem Tatjana Stöckler im Alter von acht Jahren die Kinderabteilung der Stadtbibliothek ausgelesen hatte, schlich sie zu den Büchern für Erwachsene und biss sich in der Ecke für Sciencefiction fest. Dieser Leidenschaft schuldet sie auch ihre wissenschaftliche Ausbildung und dass sie sich einen Informatiker zum Mann suchte, sogar den Wohnort in der Nähe der europäischen Weltraumzentrale in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dennoch liegt der Schwerpunkt ihrer Romane nicht auf der Technik der Zukunft, sondern sie fühlt sich in die Charaktere von Menschen und Aliens ein, verknüpft Vergangenheit und Zukunft zu einem Erlebnis für den Leser. Vielseitigkeit zeigt sie in ihren erfolgreichen Veröffentlichungen, die sie zu einer festen Größe im Genre der Historischen Romane gemacht haben, wobei sie sich auch andere Literaturgattungen vom Liebesroman bis zum Horror aneignet.

Objekt eins(Maximilian Wust)

 

~ ~ ~

 

Bevor wir zum ersten Mal Außerirdischen begegneten, hatten wir nur zwei Vorstellungen, wie das wohl geschehen würde: Entweder im Guten, also dass sie als Weise zu uns herabsteigenin Frieden kommen, wie man im Film immer sagt , mit unseren Anführern sprechen wollen und uns Wissen, Technologie und sprechende Fertigpizzen bringen. Oder natürlich im Schlechten, als Invasoren: Dann würden sie Denkmäler in die Luft sprengen und jeden Menschen verdampfen, den sie vors Visier bekommen meistens, um an Ressourcen zu kommen, die auch in jedem zweiten Asteroiden zu finden sind.

Das waren unsere Gedanken, wenn wir von Aliens sprachen. Die Medien hatten uns dermaßen benebelt, dass wir schon gar nicht mehr wussten, wie langweilig die Realität im Regelfall ist.

Jedenfalls war da auf einmal Ordnung im Chaos. Klingt etwas melodramatisch, aber genau das hat das Objekt zuerst verraten.

Um das zu erklären, muss ich ein bisschen ausholen: Der Weltraum ist alles andere als still, auch wenn das keiner glaubt. Sonnen geben ein regelrechtes Gebrüll an Signalen von sich deswegen können wir sie auch sehen und Planeten spiegeln und verzerren diesen stellaren Rundfunk noch tausendfach. In akustische Signale umgewandelt und das haben ein paar besonders gelangweilte Astronomen schon getan , ist es ein Brei aus Tönen und Lärm. Chaos eben.

Das Objekt dagegen strahlte geordnete, regelmäßige Funkwellen aus. So haben es die Menschen damals entdeckt, von der professionellen Sternwarte bis zu den SETI-Spinnern auf dem Dachboden ihrer Eltern. Und gleich dazu noch verstanden, dass es von Außerirdischen stammen muss. Ordnung ist unnatürlich. Jemand muss sie gemacht haben.

Natürlich richteten die NASA, die ESA und die Nachrichten sofort alles, was ein Objektiv hatte, auf das Objekt und staunten zusammen mit dem Rest der Welt. Da driftete nämlich tatsächlich etwas sehr Raumschiffartiges durch unser Sonnensystem. Dieses Ding war ein unförmiges Etwas, wie eine riesengroße Kidneybohne, neunzig Kilometer lang, schwarz und somit im Vakuum kaum sichtbar. Und definitiv das Werk einer nicht-irdischen Zivilisation.

Wie die Leute damals ausgerastet sind, weißt du ja inzwischen selbst. Sie sind auf die Straße gegangen, haben gefeiert, sich gefürchtet und sind beinahe durchgedreht. Allein, wie viele Tausend Esoteriker auf einmal meinten, mit dem Objekt in Verbindung zu stehen, war gruselig und mit den Verschwörungstheoretikern will ich gar nicht erst anfangen. Zu viele empfahlen, das Raumschiff präventiv mit Atombomben zu begrüßen und zu viele hörten ihnen zu glücklicherweise aber nicht die Menschen mit besagten Bomben.

Und natürlich durften auch die Verrückten nicht fehlen, die ganz offen darüber diskutierten, wie wohl diese Außerirdischen schmecken, und Influencer mussten einfach weil man für Klicks und Likes alles tut einen Wettstreit daraus machen, wer seine Geschlechtsorgane zuerst in einen der Besucher schiebt oder die ihren empfängt.

Ich könnte mich jetzt noch ewig darüber aufregen, was in den ersten Tagen der Ankunft geschah oder gesagt wurde, aber das hatten wir schon. Im Nachhinein glaube ich, dass viele das Objekt einfach als eine Art Erlösung sahen, gerade hier in den USA. Ein Haufen Leute waren hochverschuldet, in Leben verfangen, die sie hassten, und hatten keine Hoffnung, weder für sich noch für das Land. Irgendwie dachten sie wohl, dass die Insassen dieses Raumschiffs sie aus allem retten würden entweder indem sie unsere verzahnte Zivilisation entwirren oder ausradieren, unkompliziert machen eben. Ein wenig kann ich sie verstehen.

Wir jedenfalls die Leute vom Institut, das es damals natürlich noch nicht gab hatten vor allem eines: Fragen. Was ist das Objekt? Was macht es hier? Wer hat es gebaut? Was bedeuten die Signale, die es aussendet? Sind das interne Nachrichten, so von einem Alien zum anderen und wir empfangen sie nur durch Zufall oder sollen sie schon von uns gehört und verstanden werden? Warum reagieren die Piloten nicht auf unsere Kommunikationsversuche? Und warum halten sie auf die Sonne zu?

Denn genau das war der Fall.

Als wir d