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Brian hat ein Geheimnis
Brian Armstrong stieg aus seinem Auto aus, spürte den sanften Sonnenschein Kaliforniens auf seinem kahlen Kopf und roch Eukalyptus. Er betrachtete die Fassade von Y Combinator: Das einstöckige Gebäude, nur fünf Meilen entfernt vom Google-Campus in Mountain View, sah eher nach verschlafenem Vorstadt-Büropark als nach einer berühmten Schule für Start-ups aus, in der die Gründer von Stripe, Dropbox und weiteren Milliardenunternehmen gelernt hatten. Armstrong interessierte sich nicht für das unspektakuläre Äußere dieses Ortes – er wusste, wer vor ihm schon alles dort gewesen war. Die Gründer von Airbnb, wo er bis vor Kurzem gearbeitet hatte, entstammten Y Combinator, ebenso wie die CEOs anderer Silicon-Valley-Stars wie Doordash, Twitch und Reddit. Armstrong, blass und auf den ersten Blick schüchtern aussehend, strahlte mit seiner trainierten Figur eine ruhige Zuversicht aus. Er störte sich nicht daran, dass er erst wenige Tage zuvor mit seinem vorgesehenen Mitgründer gebrochen hatte, sodass er das Programm als einer von nur wenigen Entrepreneuren allein durchlaufen würde. Es war der Sommer 2012, und Armstrong strotzte vor Gewissheit, dass er das nächste berühmte Start-up aus Y Combinator schaffen würde.
So war er nicht immer gewesen. In den 1990ern hatte Armstrong seine frühen Teenager-Jahre nur zwölf Meilen südlich in San José verbracht, ruhelos und vage unglücklich. San José ist die zehntgrößte Stadt der Vereinigten Staaten und das Zentrum des Silicon Valley. Aber es konnte – und kann immer noch – wirken wie ein lebloser Parkplatz, auf dem viele Menschen nichts zu tun haben. So fühlte sich Armstrong häufig. Bis das Internet kam.
Wie so vielen and