: Jeff John Roberts
: Kings of Crypto Wie ein Start-up mit Bitcoin und Co die Wall Street erschüttert(e)
: Börsenbuchverlag
: 9783864708206
: 1
: CHF 19.90
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: Geld, Bank, Börse
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im Krypto-Universum spielen sich Dramen darüber ab, welche ­Kryptowährung sich gegenüber anderen durchsetzt. 'Kings of Crypto' taucht tief in diese Dramen ein: Star-Kryptojournalist Jeff John Roberts verfolgt den Aufstieg, den Fall und die Wiedergeburt von Kryptowährungen anhand der Erfahrungen der wichtigsten Akteure weltweit. Im Mittelpunkt seines Buchs stehen die Story des Silicon-Valley-Unternehmers Brian Armstrong und der turbulente ­Höhenflug seines Start-ups Coinbase, das heute die führende US-Kryptowährungsbörse ist. Scharfsinnig beobachtet und brillant recherchiert enthüllt Roberts diese Erfolgsgeschichte - von der einfachen Bude zum Milliardengeschäft. Dabei vermittelt er die ganze Faszination, aber auch die Abgründe der Kryptowelt.

Jeff John Roberts ist seit 2021 geschäftsführender Redakteur von Decrypt, einer beliebten Krypto-Website. Der renommierte Jurist und preisgekrönte Journalist war zuvor jahrelang Redakteur des Magazins Fortune, wo er über Themen wie Fintech, Blockchain und den Obersten Gerichtshof berichtete. Seine Artikel sind unter anderem in Businessweek, Fortune und der New York Times erschienen.

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Brian hat ein Geheimnis


Brian Armstrong stieg aus seinem Auto aus, spürte den sanften Sonnenschein Kaliforniens auf seinem kahlen Kopf und roch Eukalyptus. Er betrachtete die Fassade von Y Combinator: Das einstöckige Gebäude, nur fünf Meilen entfernt vom Google-Campus in Mountain View, sah eher nach verschlafenem Vorstadt-Büropark als nach einer berühmten Schule für Start-ups aus, in der die Gründer von Stripe, Dropbox und weiteren Milliardenunternehmen gelernt hatten. Armstrong interessierte sich nicht für das unspektakuläre Äußere dieses Ortes – er wusste, wer vor ihm schon alles dort gewesen war. Die Gründer von Airbnb, wo er bis vor Kurzem gearbeitet hatte, entstammten Y Combinator, ebenso wie die CEOs anderer Silicon-Valley-Stars wie Doordash, Twitch und Reddit. Armstrong, blass und auf den ersten Blick schüchtern aussehend, strahlte mit seiner trainierten Figur eine ruhige Zuversicht aus. Er störte sich nicht daran, dass er erst wenige Tage zuvor mit seinem vorgesehenen Mitgründer gebrochen hatte, sodass er das Programm als einer von nur wenigen Entrepreneuren allein durchlaufen würde. Es war der Sommer 2012, und Armstrong strotzte vor Gewissheit, dass er das nächste berühmte Start-up aus Y Combinator schaffen würde.

So war er nicht immer gewesen. In den 1990ern hatte Armstrong seine frühen Teenager-Jahre nur zwölf Meilen südlich in San José verbracht, ruhelos und vage unglücklich. San José ist die zehntgrößte Stadt der Vereinigten Staaten und das Zentrum des Silicon Valley. Aber es konnte – und kann immer noch – wirken wie ein lebloser Parkplatz, auf dem viele Menschen nichts zu tun haben. So fühlte sich Armstrong häufig. Bis das Internet kam.

Wie so vielen and