: Jörg Becker
: Kommunikationsblase im Ungewissen Die Kunst, die Zeichen der Zeit zu lesen
: Books on Demand
: 9783755790402
: 1
: CHF 8.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 228
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Obwohl sie immer da ist, die Zeit, jeden Tag und jede Stunde, ist sie schon wieder verschwunden, vergangen. Wo bleibt sie nur die ganze Zeit? Damit man sich ihr mit ganzer Muße widmen kann? Trotz aller Erfindungen und Versprechungen: immer scheint sie knapp bemessen, die Zeit. Meinte man noch eben alle Zeit der Welt zu haben, ist sie schon wieder verschwunden. Wohin? Vieles im Leben ist effizienter und effizienter geworden, die Hilfsmittel werden immer raffinierter. Und doch wird alles immer noch komplexer. Wenn etwas knapp ist, ist es nach den Gesetzen der Wirtschaft meist auch teuer. Das schreit geradezu danach, knapp bemessene Zeit zu maximieren und jede verfügbare Minute möglichst optimal zu nutzen. Vielleicht wäre es aber gut, einmal überhaupt nichts zu tun und nur danach zu schauen, wo sie denn bleibt, die allzu flüchtige Zeit.

Jörg Becker Friedrichsdorf, Storytelling, Information on Demand. Manchmal braucht man eine Geschichte, um Zusammenhänge plastisch zu beschreiben. Das Erzählen selbst hat eine ganz praktische Konsequenz: wenn nämlich die Welt erzählbar ist, wenn komplizierte Sachverhalte so dargestellt werden können, dass man sie nachvollziehen kann, dann wird dadurch auch die Welt besser verstehbar. D.h. eine erzählbare Welt wird zu einer verstehbaren Welt. Und eine verstehbare Welt ist gleichzeitig auch eine gestaltbare und damit veränderbare Welt. Viele Sachverhalte werden erst durch das Erzählen präsent. Jörg Becker hat ein Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse von Businessoptionen auf Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen

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Abi-Feiern mit einem halben Jahrhundert Zeitunterschied: Auf der einen Seite hier Abi63-Abiturienten, auf der anderen Seite dort Abi13-Abiturienten. Beide Gruppen feierten ein gleiches Ereignis, ihr Abitur.

Die einen als Abi63, jedes Jahr wieder, die anderen als Abi13, quasi mit der Stunde Null jene 50 Jahre noch vor sich liegen habend. Zwischen beiden Gruppen liegt somit nicht nur der Wechsel eines Jahrhunderts, sondern noch dazu eines Jahrtausends. Die Abi63-er der Hanauer Hola nahmen sich für ihre 50-Jahr-Feier volle drei Tage Zeit. Stationen hierbei waren: Hanauer Marktstuben, Hohe Landesschule Hanau (neu), Schlossgarten, Goldschmiedehaus, Schlossterrasse Philippsruhe, Amphitheater, Hanauer Nachtleben, Wilhelmsbad mit Burgruine und Abschlussessen. Gut geplant, organisiert und kommuniziert verlief all dieses stressfrei und bei guter Laune und Stimmung.

Ungleich mehr Stress dürfte demgegenüber der noch frische Abi13-Jahrgang eines Kronberger Gymnasiums gehabt haben. Für einen Großeinsatz von Rettungskräften widmete die FAZ dieser Abi13-Feier nahezu eine volle Seite. Aber nur negative Ereignisse schaffen es in die Zeitung. Dagegen weniger die Originalität von Streich und Schabernack. Für die Mischung einer Feier aus Ballermann und Rambazamba habe es wohl bereits bei der für die Organisation zuständigen Vorbereitungsgruppe Kommunikationsprobleme hinsichtlich einer Kanone für Partyschaum gegeben. Eingesetzte chemische Mittel verursachten beim realen Einsatz auf der Abi-Feier dann Hautreizungen, Atemnot, Schwindel und Übelkeit. Die Folge: aus der gesamten Region Wetterau, Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mussten 50 Rettungswagen und Sanitätsbusse, weit über hundert Feuerwehrleute und Helfer samt dreier Rettungshubschrauber.

„Die negative PR einer wohl gründlich misslungenen Feier gab es zu den entstandenen Kosten gewissermaßen gratis hinzu. Nicht zuletzt auch für die Verantwortung tragende Schulleitung.“

„Abistreiche sind gewissermaßen eine deutsche Tradition.“

„Nicht wenige