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Abi-Feiern mit einem halben Jahrhundert Zeitunterschied: Auf der einen Seite hier Abi63-Abiturienten, auf der anderen Seite dort Abi13-Abiturienten. Beide Gruppen feierten ein gleiches Ereignis, ihr Abitur.
Die einen als Abi63, jedes Jahr wieder, die anderen als Abi13, quasi mit der Stunde Null jene 50 Jahre noch vor sich liegen habend. Zwischen beiden Gruppen liegt somit nicht nur der Wechsel eines Jahrhunderts, sondern noch dazu eines Jahrtausends. Die Abi63-er der Hanauer Hola nahmen sich für ihre 50-Jahr-Feier volle drei Tage Zeit. Stationen hierbei waren: Hanauer Marktstuben, Hohe Landesschule Hanau (neu), Schlossgarten, Goldschmiedehaus, Schlossterrasse Philippsruhe, Amphitheater, Hanauer Nachtleben, Wilhelmsbad mit Burgruine und Abschlussessen. Gut geplant, organisiert und kommuniziert verlief all dieses stressfrei und bei guter Laune und Stimmung.
Ungleich mehr Stress dürfte demgegenüber der noch frische Abi13-Jahrgang eines Kronberger Gymnasiums gehabt haben. Für einen Großeinsatz von Rettungskräften widmete die FAZ dieser Abi13-Feier nahezu eine volle Seite. Aber nur negative Ereignisse schaffen es in die Zeitung. Dagegen weniger die Originalität von Streich und Schabernack. Für die Mischung einer Feier aus Ballermann und Rambazamba habe es wohl bereits bei der für die Organisation zuständigen Vorbereitungsgruppe Kommunikationsprobleme hinsichtlich einer Kanone für Partyschaum gegeben. Eingesetzte chemische Mittel verursachten beim realen Einsatz auf der Abi-Feier dann Hautreizungen, Atemnot, Schwindel und Übelkeit. Die Folge: aus der gesamten Region Wetterau, Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden mussten 50 Rettungswagen und Sanitätsbusse, weit über hundert Feuerwehrleute und Helfer samt dreier Rettungshubschrauber.
„Die negative PR einer wohl gründlich misslungenen Feier gab es zu den entstandenen Kosten gewissermaßen gratis hinzu. Nicht zuletzt auch für die Verantwortung tragende Schulleitung.“
„Abistreiche sind gewissermaßen eine deutsche Tradition.“
„Nicht wenige