: Galax Acheronian
: Science Fiction Stories III
: TWENTYSIX
: 9783740798260
: 1
: CHF 2.60
:
: Science Fiction
: German
: 396
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
»Eine Geschichte ist so lang wie sie ist.« Dieser Satz könnte auch in einem Glückskeks stecken und es wäre der perfekte Keks für Galax Acheronian. Denn während Kurzgeschichten klaren Regeln, Strukturen und festen Normen folgen, kann der Autor damit nur wenig anfangen. Daher sind seine Kurzgeschichten eher lang. Es sei denn, sie sind kurz. Am Ende sind es nur Geschichten, Visionen, Gedanken und Spekulationen über unsere Zukunft und wie diese eines Tages aussehen könnte. In seinem dritten Sammelband stellte Galax Acheronian einen Kurzroman und sieben Science-Fiction-Geschichten zusammen, die jeweils zwischen 2019 und 2021 in diversen Anthologien erschienen sind. Im Einzelnen: »Versuch es nochmal«, »Apocalyptica«, »Infiziert«, »Konserviert«, »Juno und Avan«, »Verloren auf Firr'dars«, »Destination Venus« und »Der stille Besucher«

Galax Acheronian ist ein Autor und Illustrator, der bereits in jungen Jahren Geschichten schrieb. Anstatt über sich selbst zu sprechen konzentriert er sich darauf, gute Geschichten zu erzählen. Seit 2009 veröffentlicht er regelmäßig Kurzgeschichten, Novellen und Romane aus dem Bereich Science-fiction und Fantasy. Gelegentlich versucht er sich auch als Herausgeber. Mehr Informationen gibt es auf www.acheronian.de

Früher hatte an diesem Ort ein schlecht besuchter Schuppen gestanden. Verranzt, schäbig, aber irgendwie vertraut mit all seinen zueinander unpassenden Sitzecken, bestehend aus durchgesessenen Sofas vergangener Wohnungsauflösungen. Auch die Tische und alles andere stammte vom Müll.

Genau wegen derlei - und dem kalten Bier - war Mailo gern hier gewesen. Am liebsten wollte er jeden Tag in diesem namenlosen Schuppen sein, in dem niemand nervte, bestimmte oder forderte. Es war sein kleines öffentliches Paradies, welches von einem Tag auf den anderen einfach verschwunden war.

Jetzt, heute stand hier ein piekfeines Restaurant. Die Snobs der Stadt hielten sich wenige Meter über ihm bei teurem Dreck für was Besseres und lebten ihre Überheblichkeit hinter hohen schalldichten Fenstern, wohl wissend, dass sie diesem Viertel ein Stück Kulturerbe genommen hatten. Wie so oft – und wieder einmal – stand Mailo alias Flark nur stumm daneben und schaute zu, nahm hin, was er insgeheim so sehr hasste.

Lange zog er an seiner Zigarette, inhalierte tief den rauchigen Geschmack und genoss die Entspannung zwischen seinen beanspruchten Synapsen. In der vergangenen Woche hatte er oft über einen möglichen Protest nachgedacht, irgendwas, das wirkte. So gern hätte er gegen die Eingangstür gepinkelt, leere Flaschen geworfen oder die Fenster beschmiert. Egal, nur irgendwas, was von diesen Snobs bemerkt wurde. Nur wagte Flark nichts davon, denn binnen Sekunden wäre das Bullenpack da und w