Früher hatte an diesem Ort ein schlecht besuchter Schuppen gestanden. Verranzt, schäbig, aber irgendwie vertraut mit all seinen zueinander unpassenden Sitzecken, bestehend aus durchgesessenen Sofas vergangener Wohnungsauflösungen. Auch die Tische und alles andere stammte vom Müll.
Genau wegen derlei - und dem kalten Bier - war Mailo gern hier gewesen. Am liebsten wollte er jeden Tag in diesem namenlosen Schuppen sein, in dem niemand nervte, bestimmte oder forderte. Es war sein kleines öffentliches Paradies, welches von einem Tag auf den anderen einfach verschwunden war.
Jetzt, heute stand hier ein piekfeines Restaurant. Die Snobs der Stadt hielten sich wenige Meter über ihm bei teurem Dreck für was Besseres und lebten ihre Überheblichkeit hinter hohen schalldichten Fenstern, wohl wissend, dass sie diesem Viertel ein Stück Kulturerbe genommen hatten. Wie so oft – und wieder einmal – stand Mailo alias Flark nur stumm daneben und schaute zu, nahm hin, was er insgeheim so sehr hasste.
Lange zog er an seiner Zigarette, inhalierte tief den rauchigen Geschmack und genoss die Entspannung zwischen seinen beanspruchten Synapsen. In der vergangenen Woche hatte er oft über einen möglichen Protest nachgedacht, irgendwas, das wirkte. So gern hätte er gegen die Eingangstür gepinkelt, leere Flaschen geworfen oder die Fenster beschmiert. Egal, nur irgendwas, was von diesen Snobs bemerkt wurde. Nur wagte Flark nichts davon, denn binnen Sekunden wäre das Bullenpack da und w