: Barbara Büchner
: Der Leichenräuber von Wien
: Ashera Verlag
: 9783948592233
: Edition Barbara Büchner
: 1
: CHF 4.50
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 173
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Schauerliches geschieht im lieblichen Wienerwald: Ein verrückter Professor raubt die Leichen der schönsten Wienerinnen, um sie als seine Sex-Sklavinnen wiederauferstehen zu lassen. Eine groteske Geschichte mit typischem Wiener Flair. (Edition Barbara Büchner 2)

Barbara Büchner wurde 1950 in Wien geboren und wollte nie etwas Anderes werden als Schriftstellerin. Ihre Romane beziehen sich meist auf authentische Fälle, sei es Spuk oder Verbrechen. 1985 erschien, unbeachtet von der Öffentlichkeit, ihr erstes Buch, ein Schauerroman. Literarisch beeinflusst wurde sie von E.A. Poe, H.P. Lovecraft, Conan Doyle und vor allem Dino Buzzatti. Inzwischen hat sie sich auf diesem, ihrem eigentlichen Gebiet im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht.

Phase eins:


 

Ein unbestimmtes Unbehagen


 


Ach nein! Jetzt wäre also plötzlich ich schuld an der grauslichen Geschichte? Das ist doch die Höhe! Das vergessen Sie aber ganz g´schwind wieder! Nur weil ich Doktor Strunzl mein Hinterhaus vermietet habe! Was meinen Sie denn, wovon eine alleinstehende Frau heutzutage leben soll? Hätte ich das Hinterhaus etwa leer stehen lassen sollen? Ein leeres Haus ist ein Fass ohne Boden, das müssten Sie wissen! Allein die Reparaturen – da wackelt etwas, dort rostet es, da dringt das Grundwasser ein. Und woher hätte ich, bitte schön, wissen sollen, was dieser Teufel treibt? Das hat er mir doch nicht auf die Nase gebunden! Schon gut, ich beruhige mich ja schon. Wie gesagt: Das stand extra im Mietvertrag, dass er absolut ungestört bleiben will – angeblich, weil er an einer mehrbändigen Geschichte Wiens arbeite. Feine „Geschichte Wiens“. Aber damals fand ich nichts weiter Besonderes dran. Dass man Ruhe braucht, wenn man etwas voranbringen will, dass wusste ich von mir. Schließlich bin ich ja auch Schriftstellerin. Vielleicht keine besonders wichtige – den Pulitzerpreis werde ich wohl nie kriegen –, aber auch Heftchen haben ihre Leser, und ich kann mit Stolz sagen, dass meine „Schwarze Orchidee-Romane“ zum Feinsten gehören, was es in dieser Sparte gibt.

Kennen Sie nicht?

Na, viel lesen Sie ja wohl nicht.

Aber jetzt hören Sie mir einmal zu und unterbrechen mich nicht, dann erzähle ich Ihnen die Geschichte, wie sie sich wirklich abgespielt hat. Keine Rede von dem dummen Zeug, das die Zeitungen schreiben, von schwarzen Messen und Teufelsanbetern! Nein, Doktor Heribert Strunzl hatte etwas völlig Anderes und noch viel Schlimmeres vor.

Um also beim Anfang zu beginnen: Die Villa in Nussdorf habe ich von meinen Eltern geerbt. Nussdorf ist ein altes Winzerdorf am nordwestlichen Rand von Wien, dicht an der Donau und der Eisenbahnlinie, die an der Donau entlang zur tschechischen Grenze und darüber hinaus bis nach Berlin führt. Es war ursprünglich eines der vielen Dörfer, die sich außerhalb der mächtigen Ringmauern der Stadt an die Weinberge kuschelten, und obwohl es schon seit einer Ewigkeit als Teil des Stadtbezirkes Döbling eingemeindet ist, hat es etwas von seinem dörflichen Charakter bewahrt. Die Leute, die hier wohnen, fühlen sich in erster Linie als Nussdorfer und erst in zweiter Linie als Wiener. Dasselbe bemerkt man in Grinzing, in Sievering, in Stammersdorf und wie alle die einstigen Dörfer an der nordwestlichen Peripherie heißen: Eine gewisse Insubordination herrscht dort, eine heimliche Neigung, sich von der Stadt abzunabeln und zum autonomen Gebiet zu erklären. Speziell Grinzing ist geradezu ein Rebellennest. Einige der Nussdorfer Häuser sind so altertümlich, finster und krumm, blicken aus