: Sabine Strick
: Gefährliche Idylle
: dp Verlag
: 9783968179971
: Dominique Demesy ermittelt-Reihe
: 2
: CHF 7.00
:
: Spannung
: German

Die spannenden ersten Fälle für den französischen Privatdetektiv Dominique Demesy
Ein abenteuerlicher Cosy Krimi vor der abwechslungsreichen Kulisse Asiens

Di s ist eineüberarbeitete Neuausgabe des bereits erschienenen Titels Mörderisches Paradies.

Erste Leser:innenstimmen
„Ein toller Krimi mit indischem Flair und jeder Menge witziger Dialoge zwischen Vater und Tochter– ein Detektiv-Dreamteam.'
„Aus dem Leben gegriffen ... Deswegen konnte ich mich so gut mit den Protagonisten identifizieren.“
„spannende Fälle, die einen an die geheimnisvollsten Plätze der Welt führen“
„Tolle Charaktere und totales Reise-Feeling, was will man mehr?“



Sabine Strick wurde in Berlin geboren und wuchs dort auf. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und sie begann im Alter von siebzehn Jahren, an ersten Romanen zu arbeiten. Doch erst 2017 entschloss sie sich, endlich die notwendigen Schritte für Veröffentlichungen in die Wege zu leiten. Und dann ging auf einmal alles recht schnell: Sie wird nun von der Agentur Ashera vertreten und veröffentlicht seit 2018 mehrere Romane in verschiedenen Genres bei verschiedenen Verlagen.

PROLOG


Istanbul, 1993

Auf der Intensivstation des Internationalen Krankenhauses in Istanbul herrschte geschäftiges Treiben. Pflegepersonal eilte hin und her, Ärzte überwachten unaufhörlich den Zustand der Schwerkranken, die an hektisch piependen Maschinen angeschlossen waren.

Die Lider des Mannes, der in einem der Betten lag, flatterten. Unruhig warf er den Kopf hin und her. Er nahm undeutlich eine blonde Frau in einem blassblauen Kittel wahr, die sich ihm näherte.

„Guten Morgen, Mr Demesy“, begrüßte sie ihn in akzentfreiem Englisch. „Na, sind wir wieder wach? Wie fühlen Sie sich denn heute?“

Dominique Demesy stöhnte. Bei jedem Atemzug schienen Tausende von Nadeln in seine Brust zu stechen. Auch sein Hals und seine Nase schmerzten, und in seinem Kopf dröhnte es, als ob ein Hammer auf einen Amboss schlüge. Er wollte es der Ärztin sagen, doch er brachte kein Wort hervor. Matt sank sein Kopf zur Seite, und er fiel wieder in den Dämmerschlaf, in dem er die letzten Tage dank ruhigstellender Medikamente verbracht hatte.

 

Dr. Laura Sayoglu blickte nachdenklich auf ihren Patienten, der vor drei Tagen mit einer gefährlichen Schussverletzung im Lungenbereich und einer schweren Gehirnerschütterung eingeliefert worden war und dessen Leben noch am seidenen Faden hing. Er ist ein attraktiver Mann, dachte die englische Ärztin. Der gebräunte Körper, der jetzt so apathisch und an unzählige Schläuche angeschlossen auf dem weißen Bett ruhte, war gut gebaut und sportgestählt. Das Gesicht, wenn auch vom Kampf mit dem Tod gezeichnet, besaß eine reizvolle Mischung aus Schönheit und Härte. Das volle dunkelbraune Haar begann an den Schläfen leicht zu ergrauen.

Dr. Sayoglu seufzte. Würde ihr Patient durchkommen? Es schien, als stünde damit der Ruf des Krankenhauses auf dem Spiel, denn die Affäre hatte Schlagzeilen in der türkischen Tagespresse gemacht. Ein französischer Privatdetektiv, der in Indien lebte, und eine von Interpol gesuchte italienische Meisterdiebin, die behauptete, ihre Ur-Großmutter sei eine Favoritin des letzten Sultans gewesen ...

Das brachte einen Hauch von Abenteuer in den Krankenhausgeruch aus Desinfektionsmittel und Äther. Die Chancen standen fifty-fifty, dass ihr Patient überleben würde. Es hatte ihn schwer erwischt, doch der Franzose schien eine gute Konstitution zu haben. Allerdings würde er kaum seine einstige Form wiedererlangen.

Kopfschüttelnd studierte die Ärztin die Werte auf dem Monitor am Kopfende des Bettes und winkte eine Krankenschwester heran. „Wir müssen ihn wieder an die Atemmaschine anschließen, er schafft es noch nicht allein. Und verabreichen Sie die übliche Dosis Morphium, er wird zu unruhig.“

 

***

 

Wieder wurde Dominique Demesy aus den Tiefen seines künstlichen Schlafs an die Oberfläche gespült und erlangte das Bewusstsein, was sich durch ein zentnerschweres Gewicht auf dem Brustkorb und bohrende Schmerzen ankündigte. Mühsam rang er nach Luft. Es kam ihm so vor, als hätte er nicht länger als eine Viertelstunde seit dem letzten Erwachen gedöst, doch tatsächlich waren zwei Tage vergangen. Nun merkte er auch, was ihn geweckt hatte: eine Frau saß an seinem Bett, streichelte seinen Arm und redete leise auf ihn ein. Sie hatte eine junge Stimme, die ihm vertraut war.

„So ist es richtig, Miss“, lobte die Stimme der Ärztin aus einer Ecke des Raumes. „Sprechen Sie so viel wie möglich mit ihm, auch wenn es scheint, als höre er es nicht. Im Unterbewusstsein bekommt er es doch mit, vor allem, wenn Sie in seiner Muttersprache mit ihm reden.“

Dominique nahm alle Kraft zusammen, um die Augen zu öffnen, aber seine bleischweren Lider wollten ihm nicht gehorchen. Er hatte Angst, dass die Frau verschwunden wäre, bevor er es schaffte, sie richtig anzusehen. Vielleicht könnte sie ihm sagen, was geschehen war, warum er mit diesen irrsinnigen Schmerzen in diesem Bett lag, mit unbekannten blau gekleideten Gestalten um ihn herum. Er konnte sich an nichts erinnern.

Beim vierten Versuch blieben seine Augen endlich offen. Mit noch mehr Anstrengung gelang es ihm, sie auf die junge Frau zu richten. Auf den ersten Blick war er enttäuscht: Auch sie trug einen verwaschenen blassblauen Baumwollkittel und hatte das Haar unter eine