: Margit S. Schiwarth-Lochau
: Schule ist cool und manchmal doof Sammelband
: Stockwärter Verlag
: 9783966920742
: 1
: CHF 8.80
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: Erstlesealter, Vorschulalter
: German
: 223
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vier Jahre lang werden die Schülerinnen und Schüler einer Klasse von ihrer Lehrerin Frau Liebig, einer Förderlehrerin und den Klassenmaskottchen Karlchen und Nina begleitet. In dieser Schulklasse lernen ganz verschiedene Kinder gemeinsam: Ich erzähle euch von Tom, der Startschwierigkeiten hatte, von der ängstlichen Susi und der aufmüpfigen Sofie, vom Förderkind Paul und dem pfiffigen Quatschkopp Pierre, von Maria der Klassenbesten sowie ihren Mitschülern. Einige Eltern der Kinder stammen aus fernen Ländern. Die Vielfältigkeit in einer Klasse ist ganz normal, doch jedes Kind ist etwas Besonderes. Ob Schülerinnen und Schüler die Grundschule als cool oder doof erleben, hängt von vielen Bedingungen ab. Wer Freundschaften schließen kann, anerkannt ist, wissbegierig und erfolgreich lernt, verständnisvolle Lehrerinnen und Lehrer hat, geht gewiss gern zur Schule. Jedoch gibt es in fast allen Klassen Kinder, die beim Lernen zurückbleiben, die unruhig und manchmal frech sind. Wer von sich selbst glaubt:"Das schaffe ich nicht, das kann ich nicht!" oder meint:"Niemand kann mich leiden, immer bin ich schuld!", der wird wenig Lust auf Schule verspüren. Auch die Unterstützung und Geborgenheit im Elternhaus ist wichtig.

Margit S. Schiwarth-Lochau wurde 1953 in Halle (Saale) geboren. Sie studierte von 1971 bis 1975 an der Pädagogischen Hochschule Halle und war 41 Jahre lang im Schuldienst tätig, davon 30 Jahre als Förderschul- und Beratungslehrerin. Ab 2010 beschäftigte sie sich intensiv mit der Herausforderung Inklusion, förderte Kinder im Gemeinsamen Unterricht an einer Grundschule, schrieb Gutachten zum sonderpädagogischen Förderbedarf und veröffentlichte 2014 ihr erstes Buch (Sachbuch)"Schule ist doof - Inklusion in der Praxis". Ihre langjährigen Erfahrungen aus der Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen sowie das Interesse an Fachliteratur sowie Fortbildungen über psychodynamische und psychosoziale Zusammenhänge lieferten die Grundlagen für ihre weitere literarische Arbeit. In der Kinderbuchreihe"Schule ist cool" sind bereits"Toms Wandlung" (2014),"Susi Tigerherz" (2016),"Sofie die Schreckliche" (2017),"Paul der Tollpatsch" (2020),"Pierre der Quatschkopp" (2020) und"Maria die Klassenbeste" (2021) erschienen. Nicht zuletzt kam ihr erster Roman"Bella Isabella" (2021) heraus. Außerdem ist Margit S. Schiwarth-Lochau Mitautorin im Buch ihrer Schwester, Dr. med. Ingrid Ursula Stockmann,"Wenn Verwandte über das Leben und die Liebe s(p)innen" (2011) und"Das kleine Schimpfwörterbuch für Autofahrer" (2012). Margit Schiwarth-Lochau ist Mutter von drei erwachsenen Kindern und Großmutter. Gemeinsam mit ihrem Mann nahm sie Mitte der 90er Jahre einen 13jährigen Jungen als Pflegekind in die Familie auf und begleitete ihn auf dem Weg ins Erwachsenenleben.

Susi Tigerherz


Vorwort zu „Susi Tigerherz“


Liebe Kinder,

wisst ihr noch, wie sehr ihr euch auf die Einschulung gefreut habt? Voller Tatendrang wolltet ihr so schnell wie möglich Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Mit Stolz und Freude verfolgen nun die Eltern eure Lernfortschritte. Manchmal braucht ihr auch ihre Unterstützung, wenn Probleme entstehen. Ihr habt neue Freunde gefunden und geht gern zur Schule. Wahrscheinlich seid ihr auch Mitschülern begegnet, die im Schulalltag nicht so gut zurechtkommen. Manche bleiben beim Lernen zurück, andere haben komische Verhaltensweisen, stören sogar den Unterricht. Es gibt aber auch Kinder, die sehr schüchtern und ängstlich sind, so wie Susi in meiner Geschichte. Susanne ist neu in der Klasse. Sie fühlt sich als Außenseiterin und braucht dennoch die Zugehörigkeit zur Klassengemeinschaft. Schule ist erst dann cool, wenn man Lernerfolge erzielt, Anerkennung und Verständnis erhält, verlässliche Freunde findet. Wie es Susi gelingt, Schritt für Schritt mutiger zu werden, möchte ich euch erzählen.

Wer die Geschichte „Toms Wandlung“ schon kennt, begegnet in diesem Buch wieder den Lehrerinnen Frau Liebig und Frau Nette, sowie den Handpuppen Nina und Karlchen. Sie begleiten die Schüler der Klasse 2a durch ihr zweites oder drittes Grundschuljahr. Viel Vergnügen beim Lesen oder lasst euch die Geschichte vorlesen!

Margit S. Schiwarth-Lochau

Willkommen in der 2a


Das neue Schuljahr beginnt. Die Jungen und Mädchen der Klasse 2a und ihre Klassenlehrerin, Frau Liebig, sitzen im Stuhlkreis zusammen. Sie erzählen über Ferienerlebnisse und sehen sich Urlaubsmitbringsel an. Elias zum Beispiel war an der Ostsee. Seine Beute beim Schnorcheln präsentiert er gerade: schöne Steine mit Löchern, Muscheln und einen getrockneten Krebs. Plötzlich klopft es an die Klassentür. Frau Liebig steht auf und öffnet. Alle Kinder folgen ihr mit den Blicken. Auf dem Flur stehen ein etwas pummeliges Mädchen, seine Mutti und die Schulsekretärin. „Guten Morgen“, sagt Frau Kluge, „ich bringe Ihnen die neue Schülerin.“ Und schon wird das Kind in den Klassenraum geschoben. Frau Liebig vereinbart mit der Mutter noch schnell einen Gesprächstermin. Völlig verlegen, mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern, steht die Neue an der Tür. Maria stellt umsichtig einen weiteren Stuhl in den Erzählkreis und winkt das Mädchen heran: „Komm, setz dich zu uns!“ „Wie heißt du denn?“, möchte ein Junge wissen. Fast flüsternd antwortet es: „Susanne Wunderlich.“ Einige kichern.

Wunderlich - das ist ein komischer Name. Frau Liebig ergreift das Wort: „Willkommen bei uns in der 2a.“ Die Lehrerin bemerkt, wie unsicher und schüchtern das Mädchen ist und erklärt gleich selbst: „Susanne ist erst am letzten Wochenende mit ihrer Familie in unsere Stadt gezogen, deshalb fühlt sie sich noch fremd. Ihr helft sicher mit, dass sie sich schnell zurechtfindet und sich bei uns wohlfühlt. Da wir zwei weitere neue Mitschüler haben, schlage ich euch ein Kennenlern-Spiel vor.“ Die Lehrerin erklärt das Spiel und beginnt: „Ich bin Frau Liebig, ich lese gern.“ Der nächste sagt: „Das ist Frau Liebig, sie liest gern. Ich bin Elias, ich schwimme und tauche gern.“ Susanne ist an der Reihe. Leise sagt sie: „Frau Liebig liest gern, Elias schwimmt und taucht gern und ich bin Susi, ich mag Märchenfilme.“ Für die letzten in der Reihe wird es immer schwerer. Sie müssen sich alle Namen sowie die Freizeitbeschäftigungen merken. Alle sind begeistert, weil das Spiel viel Spaß macht. Die Zwillinge Pierre und Michelle haben jeweils eine Handpuppe auf ihrem Schoß. Der Junge hat plötzlich eine Idee. Er ruft vergnügt: „Und das ist unser Bär Karlchen, er kuschelt gern!“ Seine Schwester stellt nun vor: „Das ist Nina, sie lacht gern.“ Dabei zeigt sie auf den Mund der Puppe. Frau Liebig fordert die Zwillinge auf, die Handpuppen wieder an ihren Platz auf das Fensterbrett zu setzen. Sie erklärt den neuen Mitschülern, dass die Kinder abwechselnd Karlchen oder Nina über ein Wochenende mit nach Hause nehmen dürfen. Und schon ist die erste Unterrichtsstunde vorüber. Jeder bringt einen Stuhl an seinen Platz. Susanne steht unschlüssig neben dem Lehrertisch und fragt kaum hörbar: „Wo soll ich sitzen?“ In der Klasse sind der Platz neben Tom und der letzte Tisch in der Wandreihe noch frei. Susanne möchte ganz hinten allein sitzen.

Am Anfang der nächsten Stunde erklärt Frau Liebig die Stationsarbeit. Verschiedene Arbeitsblätter für Deutsch, Sachkunde und Mathematik sowie Lernspiele und Lernhilfen liegen auf den Tischen bereit. Es gibt leichte und schwere Aufgaben. Frau Nette, die Förderschullehrerin an der Mustermann-Grundschule, ist im Unterricht dabei. Sie kümmert sich besonders um die Schüler mit Lernschwierigkeiten, wie zum Beispiel Paul, und unterstützt Susanne an ihrem ersten Tag in der neuen Klasse.

Nach dem Unterricht warten die beiden Lehrerinnen mit Susanne auf Frau Wunderlich. Das Kind wirkt irgendwie bedrückt. Liegt das nur am Fremdheitsgefühl oder steckt noch was anderes dahinter? Auf Fragen antwortet es nur mit ja, nein, weiß nicht, erzählt nichts über sich. Endlich erscheint die Mama. Su