Im fremden Bienenstock
Im weitläufigen Foyer des Auditorium maximum, des großen Vorlesungsgebäudes der Joseph von Fraunhofer-Universität zu Berlin, ging es zu wie in einem Bienenstock. Die unterschiedlichen Fachbereiche hatten hier ihre Infostände aufgebaut und Hunderte von Studenten liefen, scheinbar planlos und lautstark miteinander diskutierend, durcheinander. Große Menschenansammlungen und dichtes Gedränge waren für den Asiaten nichts Ungewöhnliches. Geschickt schlängelte er sich durch die verschiedenen Studentengruppen und ließ den Blick der dunkelbraunen Augen über die Flut von Schildern und Plakaten gleiten. Seine für einen Asiaten überdurchschnittliche Größe von fast 1,80 half ihm dabei, nicht gänzlich im Gewühl verloren zu gehen. Doch was er suchte, fand er dennoch nicht.
Kim Dang, so hieß der 20 Jahre alte Austauschstudent aus der südkoreanischen Hauptstadt Seoul, hatte noch bis vor einer viertel Stunde dem Einführungsvortrag der Vizepräsidentin der Universität gelauscht. Den Ausführungen zu folgen war ihm leicht gefallen. In den letzten zehn Jahren hatte er in seiner Heima