: Abby Brooks
: Beyond Words Lucas und Cat
: MORE by Aufbau Digital
: 9783967971408
: Die Hutton Family
: 2
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 289
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Ich habe mein Tagebuch verloren. Als ich es wiederfinde, hatte es schon jemand gelesen, kommentiert und mir seine Emailadresse hinterlassen. Als würde ich den Menschen kontaktieren wollen, der meine innersten Gedanken und Gefühle gelesen hat! Nach ein paar Gläsern Tequila mache ich jedoch genau das. Und seine Antwortmails sind humorvoll, freundlich und tiefgründig. Ich kenne noch nicht einmal seinen Namen und doch geht er mir nicht mehr aus dem Kopf.

Als wäre das nicht schon genug Chaos, ist da auch noch Lucas Hutton, der wortkarge Marinesoldat mit seinen Narben an Körper, Herz und Seele. Die Chemie zwischen uns ist irgendwie perfekt, auch wenn er mir nicht zeigt, was in ihm vorgeht. Was soll ich tun? Wie soll ich mich nur zwischen diesen beiden Männern entscheiden?



Abby Brooks ist amerikanische Romance Autorin und lebt mit der Liebe ihres Lebens und ihren drei Kindern in einer Kleinstadt in Ohio. Sie liebt es, in der Küche zu tanzen, zu lachen und bis spät in die Nacht zu lesen. 

Kapitel 2


Lucas

Das Licht der frühen Morgensonne glitzerte auf dem Meer, während meine Füße auf den Sand donnerten. Schweiß rann mir über Brust und Rücken, und ich kämpfte gegen das Hinken in meinem linken Bein an, solange ich konnte. Noch ein paar Schritte, dann hielt ich inne, lockerte meinen Oberschenkel und sog die Luft tief in meine Lunge. Die Ärzte nannten es ein Wunder, dass ich überhaupt laufen konnte, aber ich ärgerte mich, dass mein Körper mich wieder und wieder im Stich ließ. Ich hätte noch mehrere Kilometer weit laufen können, aber mein blödes Bein wollte nicht mehr.

Ich fuhr mir mit der Hand durch die Haare und starrte gedankenverloren aufs Wasser hinaus. Mein Leben hätte nicht so sein sollen. Ich hätte nicht hier sein sollen, so nutzlos und ohne Ziel. Ich hätte nicht nachts keuchend und schweißgebadet aufwachen sollen, zitternd vor Angst, bis mir wieder einfiel, wo ich mich befand. Ich hätte die Welt retten sollen, anstatt meine Zeit zu vertrödeln und Platz wegzunehmen und zum Aufgeben gezwungen zu sein, bevor ich überhaupt richtig angefangen hatte.

Alles, was ich war oder hätte sein können, war in Afghanistan gestorben. Meine Hoffnungen. Meine Träume. All meine Pläne für die Zukunft. Früher hatte mein Leben einen Sinn gehabt. Doch seit dem Vorfall existierte ich nur noch. Das Leben war nichts weiter als eine Abfolge von Tagen, die ich zu überstehen hatte. Nicht mehr. Nicht weniger. Mit einem letzten Blick auf die Wellen, die an den Strand schwappten, drehte ich mich um und machte mich auf den Weg zurück zum Auto. Ich akzeptierte meine Einschränkung, ging langsam, damit ich nicht hinkte.

Die Ärzte hatten mir versichert, dass ich meinem Körper keinen weiteren Schaden zufügte, solange ich nur auf die Alarmsignale achtete. Wenn ich jedoch den Schmerz ignorierte und weiterlief – das hatte ich im letzten Jahr gelernt –, wären die nächsten Tage eine einzige Qual.

Also stellte ich mich wieder und wieder dem Schmerz entgegen, starrte ihm ins Gesicht, bevor ich mich umdrehte und mich selbst nach Hause schickte. An manchen Tagen lief es besser, an manchen schlechter. Aber im Großen und Ganzen hielt ich zunehmend länger durch, und das betrachtete ich als Fortschritt.

Als ich mich meinem Auto näherte, vibrierte das Handy in meiner Tasche. Ich zog es hervor und nahm den Anruf meines jüngeren Bruders entgegen, während vor mir ein paar Möwen herumstolzierten, in sicherem Abstand, doch mit aufmerksamem Blick, für den Fall, dass ich ihnen Futter hinwerfen würde.

»Ich hoffe, du hast gute Neuigkeiten, Wy-guy.« Ich riss die Autotür auf und holte ein Handtuch hervor, mit de