: Tao Wong
: Eines Dschinns Wunsch Eine LitRPG Urban Fantasie
: Starlit Publishing
: 9781990491023
: 1
: CHF 4.40
:
: Erzählende Literatur
: German
: 155
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Nicht alle Wünsche sollten wahr werden
Henry Tsien hat einen Wunsch ausgesprochen und wurde zum Magier. Doch jeder Traum hat seinen Preis, und dieser bringt eine verborgene übernatürliche Welt mit sich. Als sich die Nachricht von seinem mächtigen Ring der Wünsche verbreitet, werden Henrys Leben und das seiner Verbündeten in immer größere Gefahr gebracht. Selbst die stärksten Allianzen brechen, wenn zwielichtige Organisationen in Aktion treten.
Henry wird nicht anders können, als wegzulaufen, sich zu verstecken - und sein Level zu steigern.
Doch letzten Endes muss er sich entscheiden, was er mit dem Ring tun wird, nachdem sein letzter Wunsch aufgebraucht ist.
Wem kann man die Macht des Ringes anvertrauen, um die Realität neu zu gestalten? Welches Schicksal wird den Dschinn ereilen, der darin haust? Kann Henry es riskieren, ihr Vertrauen in ihn für seine eigene Sicherheit zu verspielen?
Eines Dschinns Wunsch ist das finale Buch der Trilogie Verborgene Wünsche, ein urbaner Fantasyroman im Genre GameLit / LitRPG, der Spielkonzepte mit populären Symbolen der Fantasy mischt. Er stellt eine übernatürliche Welt mit der Steigerung magischer Level, Tempelritter, starke Frauen sowie im Schatten liegende Geheimorganisationen vor.
Keine Liebesgeschichte, kein Harem, nur pure Magie und Abenteuer.

Kapitel 1


Magie war erstaunlich, verwunderlich und furchteinflößend. Sie vermochte Gebäude zu zerstören, verlorene Schlüssel zu finden und mit der gleichen Leichtigkeit ein versunkenes Schiff zu heben. Ihre einzigen Grenzen waren die Beschränkungen des Lebens, der Vorstellungskraft und der Fähigkeiten ihres Anwenders. Und selbst Ersteres stand zur Debatte.

»Warum muss ich das Geschirr immer noch von Hand abwaschen?«, murrte ich, als ich den Schaum vom letzten Teller spülte und ihn in das Abtropfgestell legte, wobei ein gläsernes Klirren erklang. In der winzigen Küche lagen die Reste unseres Frühstücks – im Laden gekaufte Tiefkühlwaffeln und echter Ahornsirup –, der köstliche Geruch hielt sich in der Luft. Cremefarbene Wände und zehn Jahre alte Haushaltsgeräte umgaben mich. Während ich abspülte, wünschte ich mir abermals, dass genug Geld vorhanden wäre – und Platz –, um einen Geschirrspüler aufzustellen.

»Vorsichtig! Schlag sie nicht aneinander!« Die schwarzhaarige Schönheit mit olivfarbener Haut, an die ich meine Frage gerichtet hatte, schaute nicht einmal von ihrem Videospiel auf. Irgendein eindrucksvolles Open-World-Rollenspiel. Laut Lily für weitere Recherchen, doch ich wusste, dass es eher eine Sucht war. Ihre Art, sich an die Welt anzupassen, die sich in den letzten fünfzig Jahren ihrer Gefangenschaft im Ring verändert hatte.

Oh, ja. Lily ist ein Dschinn. Und bis ich sie vier Jahre zuvor befreit hatte, steckte sie in ihrem Ring in einem herrenlosen Aktenkoffer. Wie eines der weltweit mächtigsten Artefakte seinen Weg in einen Aktenkoffer gefunden hatte – unberührt, ungeöffnet, und für Jahrzehnte verloren –, war ein Mysterium, das ich noch lösen musste. Falls es irgendwer wusste – und ich war mir sicher, dass das jemand tat –, weigerte derjenige sich, es mir zu erzählen.

»Ich würde die Gläser einfach reparieren. Ich habe den Zauber dafür perfektioniert.«

»Nur weil du es kannst, heißt das nicht, dass du es auch solltest.« Lilys Zunge lugte kurz heraus, als eine vereinzelte Locke über eines ihrer Augen fiel. Sie rümpfte die Nase, während sie sich auf einen Sprung zwischen einer schwankenden Brücke und einer Klippe konzentrierte. Als sie es geschafft hatte, atmete sie erleichtert aus. Der kurze Druck auf eine Taste pausierte das Spiel. Ein flüchtiger Blick zeigte mir, dass sie auf ihrem anderen Computer weiterhin Hyperraumtore durchquerte. »Du machst dich viel zu abhängig von Magie. Sie ist ein ungeheuer anpassbares Werkzeug, aber manchmal wäre es besser, wenn du deine Hände benutzt. Zu wissen, wann man aufhören sollte, sich auf die Magie zu verlassen, ist genauso wichtig.«

Ich schnaubte kopfschüttelnd. »Wozu gibt es Magie, wenn man sie nicht nutzt?«

»Um deine Zähne zu putzen?«

»Ich habe an meiner Feinmotorik gearbeitet!«

»Und als du dir mitten in der Nacht eine Tasse Wasser geholt hast?«

»Es war …« Ich verstummte zusammenzuckend. »… kalt. Und mein Bett war warm.«

»Und du hast vier verschiedene Zauber genutzt, um diese Tasse zu dir zu holen.«

»Nur drei!«, protestierte ich.Vorhersagen, um meinen Blickwinkel zu verändern, so dass ich die Tasse unter mir im Erdgeschoss sehen konnte.Schweben, um die Tasse zu bewegen. UndLicht, weil ich mich nicht extra bemüht hatte, das Licht anzuschalten.

»Du hast deineMachtfingervergessen.«

Um den Wasserhahn anzustelle