: Werner Simon
: Mein kosmologischer Bruch - Fröhliche Wissenschaft im Lichte Schwarzer Löcher
: Books on Demand
: 9783755705079
: 1
: CHF 6.10
:
: Physik, Astronomie
: German
: 208
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Das Bild, das die moderne Kosmologie weitgehend gefangen hält, ist dasjenige vom Weltall als eines Etwas, das einst mit einem Schlag schier aus dem Nichts entstand. Die Theorie dazu ist bekanntlich diejenige vom sogenannten Urknall. Ihr Begründer Georges Lemaître stellte jenem Nichts noch etwas verschwindend Anschauliches anheim mit dem zerplatzenden"Uratom&quo ; oder auch mit dem"kosmischen Ei", das im Augenblick der Entstehung des Universums angeblich explodierte. Heutige Kosmologen traditioneller Denkungsart gehen hingegen typisch abstrakt davon aus, dass es kein ursprüngliches Atom oder Ei war, das am Anfang der Welt zersprang und so den Lauf aller Dinge entfesselte, sondern dass dafür etwa ein Ereignis namens"Vakuumfluktuation quot; notwendig gewesen sei, oder etwa ein Geschehen, das"quantenmechanischer Tunnelprozess" genannt wird. Aber angenommen das Universum war schon immer da und wird ewiglich da sein. Dieser Fall ist im Fach freilich auch verschiedentlich durchdacht worden. Eine Entsprechung dazu ist die theoretische Auslegung des Weltalls als eines pulsierenden, d. h. eines sich periodisch entfaltenden und sodann wieder verdichtenden Alls. Werner Simon (Dr. phil.) unternimmt im vorliegenden Werk einen neuartigen Versuch, ein solches Universum einleuchtend zu beschreiben gemäß den betreffenden empirischen Gegebenheiten - und zwar konzentriert metaphorisch (bildlich), will heißen ohne Stützung auf mathematische Ableitungen. Indes eine Astrophysik ohne untermauernde Mathematik, kann so etwas glaubwürdig sein? Der Autor meint ja, eigens im Hinblick auf die zentralen Metaphern seiner Kosmologie, bei denen Schwarze Löcher die Hauptrolle spielen. Sachliterarisch aufbereitet ist die entsprechende Logik zum Kosmos am Leitfaden einer heldenhaften Fiktion autobiographischer Natur, um die Schwierigkeit des Themas aufzulockern.

Was das betrifft, so gehe ich davon aus, dass der Zustrom von Materie und Strahlungsenergie ein sich selbst verstärkendes Geschehen qua Steigerung der gravitativen (bzw. raumzeitkrümmenden) Fernwirkungen der zentralgalaktischen Schwarzlöcher sein wird, inbegriffen die forcierten Masseverringerungen entsprechender Rest-Galaxien im Licht. Dies ist sozusagen meine galaktische Analogie zur sich steigernden Masseaufnahme des Ursprungsschwarzloches, wie ich sie einige Seiten vorher (S. 80 f.) umrissen habe. Die hier skizzierten, an Masse zulegenden zentralgalaktischen Schwarzlöcher werden sich - wie zuvor ihr entstammendes Ursprungsschwarzloch - sicherlich auch gewaltig drehen. Und zwar werden die entsprechenden Drehimpulse dann eben nicht vom Rückstoß raumzeitkrumm abgestoßener Stofflichkeiten (Hawking-Strahlung u. Ur-Jets) kommen, sondern vom Anstoß zufließender Stofflichkeiten in Raumzeitkrümmung. Nach der Logik meiner Theorie rotieren zentralgalaktische Schwarzlöcher in zunehmendem Maße, bis nahezu mit Lichtgeschwindigkeit, da sich - nach und nach - immer mehr Materie und Strahlung anstoßend in sie einkrümmen werden, gerade ab dem Zeitpunkt (besser gesagt: Raumzeitpunkt), da das Universum nach seinem Ausdehnungsmaximum dazu veranlasst werden wird, sich wieder langsam zusammenzuziehen. Warum wird es dazu genötigt werden? Na, selbstverständlich darum, weil die gravitativen (bzw. raumzeitkrümmenden) Fernwirkungen der zentralgalaktischen Schwarzlöcher mit dem Exitus des Ursprungsschwarzloches voll zur Geltung kommen werden.

Diese Ferneinflüsse werden gemäß Theorie mit der Zeit dermaßen zum Zug kommen, dass sich die zentralgalaktischen Schwarzlöcher qua forcierter Massenzunahmen gegenseitig immer stärker anziehen und folglich annähern werden und somit irgendwann beginnen werden, sich zusammenzuballen - bis zum kosmischen End- beziehungsweise Startzustand eines weiteren Ursprungsschwarzloches in kolossaler Einsamkeit. Man stelle sich das so vor, dass bei diesem Prozess ein an Masse höchst kapitales Schwarzloch zentralgalaktischer Art die Initiative ergreift, wobei es mit der allmählichen Einverleibung aller anderen existenten Schwarzlöcher samt restlicher heller Materie zu einem neuerlichen Ursprungsschwarzloch wird, obgleich grundsätzlich jedes gestandene zentralgalaktische Schwarzloch sozusagen unt