Hermann Kleemann – oder die Selbstwahrnehmung eines Mörders
Tim Laatz, Dominik Maik, Jelle Christian Reinhard und Julian Muxfeldt
I Einleitung
Die Nationalsozialisten verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit in einem bis dahin unbekannten Ausmaß. Diese sind bis heute nicht vollständig aufgearbeitet und es ist fraglich, ob dies überhaupt möglich sein wird.
Der erste Versuch einer solchen Aufarbeitung wurde 1945 in Nürnberg getan, hier wurden Hauptkriegsverbrecher verurteilt und nationalsozialistische Organisationen als verbrecherisch erklärt.1 Eine der berüchtigtsten war dabei zweifelsohne die Schutzstaffel (SS) bzw. deren Teilorganisationen, der die Verwaltung und Bewachung der Konzentrationslager (KZs) oblag.2 In solchen war der SS-Oberscharführer Hermann Kleemann in verschiedensten Positionen tätig, wobei er sich bis zur Niederlage des NS-Staates unzähliger Verbrechen schuldig machte. Diese Niederlage markiert einen zentralen Umbruch innerhalb der deutschen Geschichte, der für viele der einstigen Täte